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Aufführung

14.01.2020

Jugend ohne Gott im Kellertheater

Fleißig geprobt haben Oberstufenschüler des Ringeisen-Gymnasiums Ursberg für das Hampton-Stück

Im Kellertheater des Ringeisen-Gymnasiums wird wieder Theater gespielt. Gezeigt wird ein tiefsinniges und gesellschaftskritisches Stück – „Jugend ohne Gott“ von Christopher Hampton.

Der eigentlich von Ödön von Horváth verfasste Roman wurde von Christopher Hampton als Theaterstück umgeschrieben und als modernes Drama aufgebaut.

Eine Geschichtslehrerin im Nationalsozialismus

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Eine Lehrerin für Geschichte und Geografie unterrichtet zurzeit des Nationalsozialismus die Mädchenklasse eines Gymnasiums und stößt dort immer wieder auf indoktrinierte, „stumme Fische“ (Caesar in Szene vier), die einfach in den Aufsätzen, im Unterricht und in ihrem Handeln das zeigen, was sie durch die Propagandamaschinerie jeden Tag vorgelebt beziehungsweise -gesagt bekommen. So „[sind] Neger“ laut Ottilie Neumann „keine Menschen“ und die Stärkeren dürfen über die Schwächeren herrschen. Die Lehrerin kann sich mit dieser Einstellung zu Beginn des Dramas nicht anfreunden, versucht für die Humanität einzustehen und wird natürlich denunziert. Daraufhin beginnt der innere Konflikt der Hauptfigur zwischen den eigenen Werten und dem Wunsch eines jeden von uns, sicher und unbeschadet zu überleben.

Die Handlung springt danach und der Zuschauer wird in ein Ferienlager im Wald geführt, in dem die Mädchen zusammen mit der Lehrerin und einem Feldwebel einige Tage verbringen. Hier geht die thematische Auseinandersetzung mit der Entmenschlichung der jungen Generation weiter, es kommt aber auch ein zweiter Handlungsstrang hinzu: Ottilie Neumann wird tot aufgefunden und keiner weiß, wer der Mörder ist. Auch die Lehrerin fragt sich, ob sie schuld am Tod des Mädchens ist, da sie das Tagebuch Rosas, einer Mitschülerin, heimlich aufgebrochen und gelesen und dadurch Streit zwischen den Mädchen ausgelöst hat. Natürlich vermuten nun alle, dass Rosa die Mörderin Ottilies ist. Hier entsteht nun ein weiteres Dilemma für die Lehrerin: Wenn sie sich selber verrät, verliert sie vielleicht ihren Job und ihr Gesicht, wenn sie weiter schweigt, wird der wahre Mörder Ottilies wahrscheinlich nie überführt.

Das Drama behandelt nicht nur sehr gesellschaftskritisch den Umgang der Menschen miteinander, sondern es stellt auch jedem Zuschauer immer wieder die Frage, was nun die richtige Entscheidung ist: Wahrhaftigkeit oder Selbstschutz?!

Gespielt wird am Freitag, 24. Januar, und Samstag, 25. Januar, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, 26. Januar, um 14.30 Uhr im Kellertheater des Ringeisen Gymnasiums Ursberg. (zg)

im Sekretariat unter der Telefonnummer 08281/923609, aber auch für spontane Besucher wird sich sicherlich ein Platz finden.

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