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Ziemetshausen

17.01.2020

Netto kommt nach Ziemetshausen

Wenn der Netto-Markt im neuen Gewerbegebiet Ost seiner Fertigstellung vielleicht im Spätherbst entgegensieht, wird der ZuMa-Markt aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen.
Foto: Peter Voh

Was ein Investor  auf dem Areal des neuen Gewerbegebiets Ziemetshausen-Ost plant und warum der ZuMa-Markt schließt.

Gleich einen Kracher wies die Tagesordnung der ersten Sitzung des Marktgemeinderates im neuen Jahr auf. Ein Investor will auf dem Areal des neuen Gewerbegebietes Ziemetshausen-Ost einen Netto-Markt mit Parkplätzen und Werbeanlagen errichten und reichte hierzu einen Bauantrag ein. Nordwestlich des Marktes ist ein Anbau für die Anlieferung geplant, auf den Grundstücken sind 85 Parkplätze vorgesehen. Außerdem sollen am Gebäude und an der Einfahrt Werbeanlagen angebracht werden.

Da das Bauvorhaben nicht an die Festsetzungen des formellen Bebauungsplanes gehalten ist, wird eine Befreiung beantragt. Geplant ist der Fertigfußboden mit 2,50 Meter über dem natürlichen Gelände an der Hangseite, der Bebauungsplan sieht bei Gebäuden mit Überladebrücken aber nur 1,50 Meter über der Straßenhinterkante zu.

Der Investor begründet die Befreiung dahingehend, dass aufwendige Erdarbeiten vom Bauherrn nicht gewünscht werden. Die Gemeindeverwaltung sieht die so geplante Gebäudehöhe äußerst kritisch und hat die Planunterlagen an die Planer von Bebauungsplan und Erschließungsplan übersandt. Die angeführte Begründung für die Befreiung sieht die Verwaltung als sehr dürftig an.

Dominik Wowra von der UWG bezeichnet den Supermarkt am Rand der Gemeinde, der jetzt so überraschend gebaut werden soll, als bürgerfeindlich. Teile der Bevölkerung sind zum Preis der Aufgabe des ZuMa-Marktes strikt gegen den Lebensmittelmarkt, dies sei nicht der richtige Weg. CSU-Fraktionsvorsitzender Manfred Krautkrämer entgegnet, dass man nahezu 20 Jahre lang vergeblich versucht habe, eine adäquate Einkaufsmöglichkeit für die Dinge des täglichen Bedarfs nach Ziemetshausen zu bekommen.

Personal des ZuMa-Marktes soll übernommen werden

Die Etablierung des Nahkaufs vor Jahren war ein Versuch, der nach der Aufgabe durch den Inhaber in die Übernahme als ZuMa-Markt mit hoher finanzieller Beteiligung einiger Bürger und der Marktgemeinde führte. Stagnierende Umsätze und ein erheblichlicher finanzieller Verlust im letzten Jahr von mehr als 25000 Euro führen zwangsläufig zur Schließung des Ladens. Die Anteilseigner sind verständlicherweise nicht bereit, die Verluste mit weiteren Einlagen auszugleichen. „So muss man fragen, was der Bevölkerung lieber ist, ein leistungsfähiger Netto-Markt mit günstigen Preisen im Osten der Marktgemeinde, der zudem das Personal des ZuMa übernimmt, oder gar keine Einkaufsmöglichkeit mehr am Ort“, sagte Krautkrämer.

Bürgermeister Anton Birle machte nochmal deutlich, dass kein Investor bereit ist, in der Ortsmitte einen Lebensmittelmarkt zu errichten.

Man habe dies jahrelang vergeblich versucht und ist nur dann überhaupt auf Interesse gestoßen, wenn der Markt eine Anbindung zur B300 hat und so auch Aufmerksamkeit beim vorbeifließenden Verkehr findet. So muss man den Bauantrag für einen Netto-Markt auch als einmalige Gelegenheit betrachten. Edwin Räder brachte es auf den Punkt: „Die Bevölkerung Ziemetshausens hat sozusagen mit den Füßen abgestimmt! Wenn der ZuMa-Markt ein Erfolg (gewesen) wäre, müsste er nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen werden“. So nimmt der Marktgemeinderat den Bauantrag gegen die Stimme von Dominik Wowra zur Kenntnis und stimmt dem insoweit zu, als dass die Gebäudehöhe um 0,50 Meter zurückgenommen wird, und leitet den an das Landratsamt zur Genehmigung weiter.

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