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Schulspiel

30.06.2017

Wenn der (Trau-)Schein trügt

Den Zweiakter „Der Trauschein“ von Ephraim Kishon, eine Humoreske, bringt die Schulspielgruppe des Simpert-Kraemer-Gymnasiums um Michael Köferl heuer auf die Bühne. Der Auftritt ist in Roggenburg.
Bild: Simpert-Kraemer-Gymnasium

Die Laienschauspieler des Simpert-Kraemer-Gymnasiums zeigen eine geistreiche Kishon-Humoreske

Eine kurzweilige Abendgestaltung haben sich die diesjährigen Mitglieder der Schulspielgruppe vorgenommen. Die Wahl fiel dann auf einen fast vergessenen Altmeister der geistreichen Humoreske: Ephraim Kishon.

In seinem Zweiakter „Der Trauschein“ zeigt der israelische Autor auf, wie ambivalent die formale Glücksgestaltung durch eine Hochzeit sein kann. Nach 25 Jahren glücklicher Ehe benötigt das Ehepaar Brozowsky plötzlich die formale Dokumentation seines Lebensglücks: Den Trauschein. Hintergrund ist die anstehende Hochzeit der Tochter Vicky, deren Zukünftiger, ein etwas starrer Statistiker, diese offizielle Bescheinigung der Eltern auch als unabdingbare Voraussetzung für das neue, eigene Eheglück sieht.

Nur ist dieser Schein nicht mehr auffindbar und daraus entwickelt sich eine chaotische Suche nach Lösungen, in deren Verlauf das 25-jährige Eheglück der Brozowskys auf die Probe gestellt wird. Am Ende allerdings setzt sich die wahre Liebe gegen die amtliche Glücksbescheinigung durch und alles wird gut – wenngleich anders als erwartetet.

Der israelische Autor macht so auf unterhaltsame Weise die grotesken Folgen von spießbürgerlicher Behördengläubigkeit deutlich, denn: ein bisschen Beamter steckt wohl in jedem von uns.

Was sich nach einer schlichten darstellerischen Hausmannskost anhört, zeigte sich in der Umsetzung für die jungen Schauspieler durchaus als anspruchsvoll. Wo Action und galoppierende Handlung nicht automatisch tragen, müssen sie das durch ihre Sprache und die Darstellung der Charaktere selber leisten: Humor ist eben manchmal eine todernste Sache.

Mit den besten Vor- und Ansätzen dafür wagen sich die jungen Schauspieler dann am Freitag, 14., und Samstag, 15. Juli, um jeweils 20 Uhr in der Roggenschenke in Roggenburg auf die Bühne. Für den richtigen Ein- und Ausklang sorgt dabei eine Musikergruppe des SKG mit jiddischer Musik. In diesem Sinne: Masseltoff! (zg)

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