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Fastenzeit

16.02.2018

Wie kann man in der Fastenzeit am besten abnehmen?

Die Fastenzeit ist für viele Anlass, lästiges Übergewicht zu bekämpfen. Ein leer geräumter Kühlschrank ist dabei sicher hilfreicher als einer, der mit allerlei Leckerbissen lockt.
Bild: Anne Wall

Viele nutzen die Fastenzeit, um lästige Pfunde loszuwerden. Was eine Ernährungsexpertin aus der Region zu Low Carb oder Nulldiäten sagt.

„Alle Jahre wieder …“: Die bunte, feucht-fröhliche Faschingszeit, in der man sich auf einer Party vielleicht doch das ein oder andere Genussgetränk gönnte und nach unzähligen Tanzrunden die Heißhungerattacken mit Pommes, Pizza und Roter im Semmel stillte, ist vorbei. Nicht wenige meiden deshalb dieser Tage die Waage oder wollen die 40-tägige Fastenzeit nutzen, um lästige Pfunde zu verlieren.

Unzählige verschiedene Diäten werden heute in den Medien und sozialen Netzwerken angepriesen. Doch was macht wirklich einen Sinn und lässt sich im Idealfall auch nach der 40-tägigen Probenphase dauerhaft anwenden? K!ar.Text hat sich bei Ernährungswissenschaftlerin Brunhilde Konrad-Wagner von der AOK informiert und ihre wichtigsten Tipps für euch zusammengefasst. „Am besten sind kleine Veränderungen“, sagt die Expertin. Und warum den Spieß direkt nach der Faschingszeit nicht einfach umdrehen und dem eigenen Körper etwas Gutes tun? Ein Verzicht auf Süßigkeiten und Alkohol – das könnte doch mal einen Versuch wert sein! Denn: „Beides hat sehr viel Zucker beziehungsweise Fett und damit Kalorien“, weiß Konrad-Wagner.

Ernährungsexpertin Brunhilde Konrad-Wagner gibt Tipps zur Fastenzeit.
Bild: Thomas Mehnert

Dass man auf die Zuckermenge, die man zu sich nimmt, achten sollte, weiß jeder. Aber welche Prozesse in unserem Körper stecken dahinter? „Zuckerreiche Produkte lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und führen so zu einer hohen Insulinausschüttung“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Allerdings fällt der Blutzuckerspiegel dann auch wieder genauso schnell und es folgen Heißhungerattacken, in denen wir dazu tendieren, umso mehr und unkontrollierter zu essen.

Wer genügend Motivation hat, dem rät Konrad-Wagner, auch mal auszuprobieren, auf süße Getränke zu verzichten. Und damit meint sie nicht nur Softdrinks, sondern auch Fruchtsäfte: „Für den Körper ist Zucker nämlich Zucker. In der Verstoffwechselung macht es keinen Unterschied, ob es Traubenzucker, Haushaltszucker oder ein anderer ist“, weiß sie. Die Empfehlung der Expertin für Schorlen lautet deshalb: „Ein Drittel Saft, zwei Drittel Wasser.“

Für ganz besonders Fleißige, die sich allgemein über den Zuckergehalt in Lebensmitteln informieren möchten, rät Konrad-Wagner unter anderem folgende Bezeichnungen auf Zutatenlisten im Blick zu behalten: Glukose, Fruktose, Malzzucker, Honig, Rohrzucker.

Nulldiät: Der Körper holt sich alles zurück!

Totales Fasten: Keine feste Nahrung über einen längeren Zeitraum, als Getränke lediglich Wasser oder Tees – das ist das Prinzip der Nulldiät. Absolute Vorsicht ist bei dieser Diätform in puncto Gesundheitsrisiken geboten: Durch den kompletten Aufnahmestopp kann es sehr schnell zu Kreislaufproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Ähnlichem kommen. Daneben ist der Jo-Jo-Effekt vorprogrammiert: „Wenn ich die Kalorienzufuhr drastisch senke, dann geht der Körper zunächst in einen Hungerzustand und fährt dann den Grundumsatz runter, das heißt, er braucht auch tatsächlich weniger. Gehe ich dann aber wieder auch nur in Richtung normale Nahrungsaufnahme, holt sich der Körper alles zurück“, erklärt Brunhilde Konrad-Wagner. Ein scheinbarer Klassiker unter den Diäten ist die Low Carb-Variante, das heißt die Reduktion von Kohlenhydraten.

Auch hier rät Konrad-Wagner: „Kinder und Jugendliche brauchen Kohlenhydrate“, sagt sie. Vier bis fünf Portionen, das entspricht etwa einer jugendlichen Handvoll pro Tag, sind völlig in Ordnung. Wichtig dabei ist aber: komplexe Kohlenhydrate (zum Beispiel Vollkornbrot, Reis, Haferflocken) anstatt schnell verfügbarer Kohlenhydrate (wie etwa Toast oder Saft) wählen. Erstere haben eine längere Sättigungsdauer, da sie nicht so schnell ins Blut gehen.

Und hier noch mal die wichtigsten Expertentipps für die Fastenzeit im Überblick:

  • Von einseitigen Ernährungskonzepten ist abzuraten, da sie Gesundheitsrisiken bergen und der Jo-Jo-Effekt vorprogrammiert ist.
  • Auf versteckte Zucker achten! Diese finden sich vermehrt auch in sogenannten „Light Produkten“ (weniger Fett, dafür mehr Zucker).
  • Kleine Schritte machen: Sich einzelne Bausteine für die Fastenzeit herauspicken und diese konsequent umsetzen.

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