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Interview
26.11.2022

Schauspielerin Anne Hathaway: "Das glamouröse Bild von mir ist doch nur Fassade"

Anne Hathaway erhielt für ihre Darbietungm Film-Musical "Les Misérables" einen Oscar als beste Nebendarstellerin.
Foto: Jordan Strauss, dpa

US-Schauspielerin Anne Hathaway gibt sich im aktuellen Film auch mit einer Nebenrolle zufrieden. Ein Gespräch über Liebe und Seelenverwandtschaft, Luxus am Set und die Gefahr, sich daran zu gewöhnen.

Ihr aktueller im New York der 80er Jahre spielender Film heißt "Zeiten des Umbruchs". Wie erleben Sie denn die gesellschaftlichen Umbrüche in der Gegenwart, in der insbesondere Gleichberechtigung einen immer größeren Stellenwert bekommt?

Anne Hathaway: Zunächst müssen wir uns bewusst machen, dass sich die Geschichte mit der Geschwindigkeit einer Schnecke vorwärts bewegt. Diese Umbrüche ziehen sich hin, wir sind noch nicht soweit. Natürlich ist die Situation für Frauen einfacher als zur Zeit des Films, was man ja an meiner Figur sieht. Aber noch immer finden sich Frauen unter Druck gesetzt. Man erwartet von ihnen, dass sie Berufs- und Familienleben souverän jonglieren. Und ich kann nur hoffen, dass die Gesellschaft ihre Situation endlich einmal voll und ganz anerkennt und auch endlich etwas tut, anstatt einfach nur darüber zu reden.

Sind sie hoffnungsvoll, dass sich wirklich etwas ändert?

Anne Hathaway: Ich denke schon. Einfach weil wir offener mit unseren Emotionen umgehen, als es die Menschen in der Vergangenheit gemacht haben. Und ich sehe gerade eine Generation heranwachsen, die viel sensibler und empathischer ist. Ich glaube, diese jungen Leute haben verstanden, dass wir anders miteinander umgehen müssen. Der Schlüssel zu allem ist Liebe.

Wie definieren Sie wahre Liebe in einer Beziehung?

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Anne Hathaway: Es gibt viele Leute, die sagen "Gott ist die Liebe", aber für mich definiert sie sich anders: Du kennst die Fehler deines Partners und trotzdem bleibst du bei ihm. Genauso wichtig ist es aber auch, dass du dem anderen deine Fehler zeigst und ihn entscheiden lässt, was er will. An dem Punkt war ich vor meiner Beziehung angekommen. Ich fühlte mich wohl, so wie ich war, auch wenn ich meine Schwächen hatte.

Video: ProSieben

Offenbar hat dieses Verständnis bei Ihnen funktioniert. Immerhin sind Sie seit zehn Jahren verheiratet. War das bei Ihnen ein Fall von Liebe auf den ersten Blick?

Anne Hathaway: An Liebe auf den ersten Blick glaube ich nicht. Ich kenne Leute, die das erlebt haben, aber das heißt nicht, dass das dann auch langfristig funktioniert. Wobei ich mich aber nicht zurückhalte, sondern sehr offen mit meinen Emotionen umgehe. Ich habe keine Spiele gespielt, sondern gezeigt, wie ich empfinde. Woran ich definitiv glaube, das ist das Konzept von Seelenverwandtschaft. Unsere Seelen erkennen sich sofort auf einer tiefen Ebene, der wir uns gar nicht bewusst sind. Das war sicher bei uns der Fall, ich habe jedenfalls einen Mann gefunden, der meinem Ideal entspricht.

War es notwendig, zu heiraten?

Anne Hathaway: Ich wollte auch immer Kinder, und dazu passte natürlich ein Ehemann. Aber ich hätte nicht um jeden Preis einen gebraucht. Ich dachte mir, es wäre hübsch einen zu haben. Und wenn du dann deinen Seelenverwandten findest, schafft das eine viel tiefere Verbindung zwischen zwei Menschen. Da fühlte sich Heiraten auch richtig an. Denn mein Mann ist die Liebe meines Lebens.

Sie wirken so, als wäre in Ihrem Leben alles harmonisch und perfekt. Gibt’s bei Ihnen auch mal dunkle Tage?

Anne Hathaway: Natürlich. Viele Dinge auf dieser Welt sind furchteinflößend. Und wie jeder habe ich mal auch einen schlechten Tag. Aber ich unterdrücke diese Emotionen dann nicht, sondern schaue sie mir ruhig an. Sie gehören schließlich zu mir. Und ich weiß, dass in mir auch positive Gefühle stecken. Und die werden wieder die Oberhand gewinnen.

Und wie gehen Sie damit um, wenn andere Menschen negative Gefühle herauslassen?

Anne Hathaway: Wenn jemand nicht imstande ist, Liebe zu zeigen, wenn er rassistisch wird oder Frauen unterdrückt, dann sage ich klar meine Meinung – höflich und bestimmt. Doch ich denke, dass sich die Zeiten ändern und wir alle mehr Mitgefühl füreinander haben werden.

Fördert das Dasein als Filmstart eigentlich Empathie?

Anne Hathaway: Ich gebe zu, es passiert schnell, dass du dich nur auf dich selbst fokussierst. Denn ständig fragt man dich, was du möchtest. Bei Drehs wirst du nach Strich und Faden verwöhnt, und es ist leicht, sich daran zu gewöhnen und zu glauben, dass du ein Anrecht auf diese Luxusbehandlung hast. Aber ich war mir dieser Gefahr bewusst und habe das zum Glück vermeiden können.

Doch Sie werden in den Medien für Ihre glamourösen Auftritte wie zum Beispiel beim Filmfestival von Cannes gefeiert. Fühlt man sich denn da nicht gebauchpinselt?

Anne Hathaway: Dieses glamouröse Bild von mir, das auf irgendwelchen Magazincovern zu finden ist, ist doch nur Fassade. Ich weiß genau, wer ich bin und weiß auch, wie ich in der Früh aussehe, wenn ich aufwache. Ich habe auch bei Filmrollen darauf bestanden, dass man diese Figuren nicht so glamourös, sondern realistisch zeigen soll.

Woher kommt die Fähigkeit, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben?

Anne Hathaway: Ich habe das vielen Faktoren zu verdanken. Zum Beispiel meinen Eltern. Nicht dass ich im Scherbenviertel groß geworden bin, aber ich bin auch nicht mit dem Silberlöffel im Mund geboren worden. Für mich war es auch wichtig, in New York zu leben, wo du viel mehr du selbst sein kannst. Davon abgesehen war das Rampenlicht ohnehin nichts für mich. Vor allem früher war ich unglaublich scheu. Wenn ich diese Schüchternheit nicht irgendwie überwunden hätte, hätte ich nie als Schauspielerin Karriere machen können. Dabei kamen mir glückliche Zufälle zu Hilfe, aber gleichzeitig habe ich sie mir mit harter Arbeit verdient. Es gab auch mal Jahre, wo ich keinerlei Angebote bekam.

Aber diese Zeiten sind ja längst vorbei. So gesehen könnten Sie Ihren Erfolg bedenkenlos genießen.

Anne Hathaway: Aber mir war immer klar, dass mein Erfolg Glückssache ist. Er ist nicht unbedingt von Dauer. Ich bin also von der Gnade und dem guten Willen der Zuschauer abhängig. Deshalb bin ich auch so unglaublich dankbar für alles, was ich erreicht habe. Ich kann es selbst kaum glauben, dass man mir immer wieder Rollen anbietet und ich über 20 Jahre, nachdem ich in dieser Branche angefangen habe, weiterhin eine Karriere habe und arbeiten darf.

Hätten Sie denn einen Plan B gehabt, falls es nicht geklappt hätte?

Anne Hathaway: Nein. Ich bin ein Mensch, der sich klare Ziele setzt und schon von jungen Jahren an hatte ich das Ziel, dass ich Schauspielerin werden will. Es gab da keine Alternativen – weder Ärztin noch Meeresforscherin. Aber, wie gesagt, es überrascht mich selbst, dass es geklappt hat. Denn in den meisten Fällen funktioniert es eben nicht.

Aber außer Glück muss es doch noch andere Gründe gegeben haben, weshalb es bei Ihnen geklappt hat.

Anne Hathaway: Es gibt bestimmte Prinzipien, nach denen ich mich in meiner Karriere gerichtet habe. So habe ich ganz bewusst immer darauf geachtet, dass sich mein nächstes Projekt vom vorherigen unterscheidet. Zugegebenermaßen war das nicht immer möglich. Wenn du gerade arbeiten willst, und das beste Angebot nicht grundlegend neu ist, dann lässt du mal fünf gerade sein. Aber wann immer möglich habe ich versucht, von einem Extrem ins andere zu gehen.

Was für eine Herausforderung ist es, wenn Sie eine Figur spielen, die auf der Mutter des Regisseurs beruht, so wie jetzt im aktuellen Film "Zeiten des Umbruchs".

Anne Hathaway: Regisseur James Gray bestand nicht auf einer dokumentarischen Präzision. Er machte zwischen der Geschichte, die er im Film umsetzen wollte und seinen persönlichen Erfahrungen schon einen gewissen Unterschied. Das heißt, ich konnte auf meine eigene Imagination zurückgreifen, anstatt seine Mutter eins zu eins zu porträtieren, was sehr befreiend war. Letztlich ging es eben um ein Gefühl von Wahrheit, das wir vermitteln wollten.

Sie sprachen vorhin davon, dass Sie ständig an die Vergänglichkeit Ihrer Karriere denken. Inwieweit prägt das eigentlich Ihr Verhalten generell?

Anne Hathaway: Wenn ich mal eines Tages in der Versenkung verschwunden bin, hoffe ich, dass sich die Leute immer noch für mein Schicksal interessieren. Und zwar weil sie mich mögen, nicht weil sie sich irgendetwas von mir erhoffen. Das mache ich mir bewusst und das bedeutet, dass ich ein guter Mensch sein möchte. Letztlich hat keiner eine Ausrede, warum er oder sie sich daneben benehmen darf. Klar sind wir mal in Hektik und fühlen uns ausgepowert. Aber egal, was wir durchmachen, wir sollten jeden Menschen mit Achtung behandeln. Das haben mir meine Eltern beigebracht. Und sie wären sehr enttäuscht, wenn ich dem nicht gerecht würde.

Zur Person: Anne Hathaway (12.11.1982) wuchs als Tochter eines Anwalts und einer Schauspielerin in New Jersey auf. Nach ihrer Schauspiel-Ausbildung gelang ihr mit ihrem ersten Spielfilm „Plötzlich Prinzessin“ 2001 der Durchbruch. Für ihre Rolle der Fantine im Film-Musical "Les Misérables" erhielt sie einen Oscar als beste Nebendarstellerin. Hathaway hat aktuell Blockbuster-Filmen à la "The Dark Knight Rises" abgeschworen und konzentriert sich auf anspruchsvolle Dramen wie "Zeiten des Umbruchs". Sie ist verheiratet mit Schauspieler Adam Shulman. Das Paar hat zwei Söhne. 

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