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Schöffelding

23.02.2017

Aus für die Heirats-Location Weghäusl

Ein idyllischer Fleck und als Heirats-Location vermarktet: Das Anwesen Weghäusl bei Schöffelding. Doch damit ist heuer Schluss, da diese Nutzung nicht erlaubt ist.
Bild: Thorsten Jordan

Windacher Gemeinderat stellt keinen Bebauungsplan auf. Damit wird dort nicht mehr groß gefeiert

Am Weghäusl wird nicht mehr gefeiert – zumindest nicht mehr in großem Stile. Mit einer Mehrheit von 8:6 Stimmen hat sich der Windacher Gemeinderat in der jüngsten Sitzung dagegen ausgesprochen, einen Bebauungsplan für das Einzelgehöft südlich von Schöffelding aufzustellen. Und der wäre die Voraussetzung dafür, das Anwesen weiterhin als Veranstaltungsort nutzen zu können.

Ursprünglich war hier im 19. Jahrhundert der königlich bayerische Wegemacher untergebracht. Die jetzigen Eigentümer hatten das Anwesen im Außenbereich 2014 erworben und dort unter dem Namen „die Wegemacherei“ eine „Hochzeits-Location“ betrieben. Baurechtlich genehmigt ist aber nur Wohnen sowie eine Nutzung weiterer Gebäude als Holzwerkstatt und Atelier. Im Oktober hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür ausgesprochen, über baurechtliche Schritte nachzudenken, wie sich die Nutzung der Wegemacherei als Hochzeits-Location baurechtlich legalisieren ließe. Derzeit gibt es noch eine Duldung bis Ende 2017. Im Landratsamt hatte man sich zu einem Scoping-Termin getroffen. Dabei äußern sich verschiedene Behörden informell über ihre Einschätzung, noch bevor in die Bauleitplanung eingestiegen wird. Dort gab es auch Bedenken gegen einen Bebauungsplan, wie Bürgermeister Richard Michl sagte.

Zur Diskussion stand nun im Gemeinderat, einen Bebauungsplan für ein Sondergebiet aufzustellen. Ziel sei es, so Matthias Goetz vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, nur das an Nutzung zuzulassen, was bisher war. Das heißt, neben dem bisher baurechtlich erlaubten werden auch Feiern gestattet, aber nur in temporären Zelten. Eine Gastronomie oder ein Beherbergungsbetrieb sind nicht zulässig.

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Goetz bezeichnete das Anbindungsgebot als größte Herausforderung, den Bebauungsplan durchzubringen. Dieser Herausforderung muss man sich nun nicht stellen, denn die Mehrheit war sowieso dagegen. Stephan Graf sprach von einer „Gefälligkeitsplanung“, wenn man hier irgendjemand Privilegien zuerkennen würde. Er kritisierte, dass Natur zerstört wird und er lieber das Dorfzentrum fördern würde. Robert Beinhofer argumentierte ähnlich. Es sei ein Objekt im Außenbereich und es sei eine Holzwerkstatt genehmigt worden, keine Eventlocation. „Dann kommt der nächste in Steinebach mit einer Eventlocation mit Pool, Wärme gibt’s ja da“, spielte er darauf an, dass mit dem Bebauungsplan Weghäusl ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte.

Gerd Neugebauer und Maria Dörner erinnerten daran, dass der Gemeinderat im Oktober dazu tendierte, das Geschäftsmodell zu erhalten. Für Dr. Adolf Gebhardt stehen am Weghäusl „markante Gebäude“, die man vernünftig nutzen müsse, damit sie nicht verfallen. Die Schöffeldinger Gemeinderäte Markus Hesse und Peter Greger kritisierten die Lärmbelastung durch die Veranstaltungen dort. Beinhofer beantragte eine namentliche Abstimmung: Mit ihm stimmten Wolfgang Albrecht, Stephan Graf, Peter Greger, Wolfgang Hesse, Manfred Schmid, Christa Kreuzer und Rudolf Frommknecht gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Richard Michl, Siegfried Dumbsky, Dr. Adolf Gebhardt, Florian Bornhöft, Gerd Neugebauer und Maria Dörner waren dafür. (smi)

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