Ellinor Holland Kunstpreis

15.09.2016

Bewusst unscharf

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2 Bilder
Wolfgang Bauer ist nominiert.
Bild: Thorsten Jordan

Wolfgang Bauer versucht Malerei und Fotografie zu vereinen.

Menschen halten gerne Momente und Situationen mithilfe von Fotografien fest. Diese Bilder helfen uns, bei erneutem Betrachten in die erlebte Situation noch einmal einzutauchen.

Dabei kommt es den meisten darauf an, das Motiv möglichst klar und gestochen scharf abzulichten. Verwackelte oder gar unscharfe Fotos werden kurzerhand gelöscht. Doch während unscharfe Bilder vielen ein Dorn im Auge sind, sieht Fotograf Wolfgang Bauer das Besondere ihn ihnen. Seine Fotografien sind bewusst unscharf.

Diese Art des Fotografierens sei ein künstlerisches Verfahren, das versuche, die Malerei mit der Fotografie zu vereinen. Dabei spiele Bauers Spiegelreflexkamera als Mal-Werkzeug eine ganz entscheidende Rolle: „Es ist eine spontane Malerei, die viel Einfühlungsvermögen und Geduld erfordert“. Oder auch: „Malen mit der Kamera“, wie Bauer es nennt. Seine Arbeit knüpfe an eine Stilrichtung des ausgehenden 19. Jahrhunderts an, den Pictorialismus, auch Kunstfotografie genannt.

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Ziel des Stils ist es, nicht lediglich einen Augenblick in der Realität festzuhalten, sondern eine symbolische Darstellung von Gemütszuständen oder Werten zu erlangen. Er lebte in München, studierte Pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik, Kunsterziehung und -geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität. Anschließend unterrichtete er sechs Jahre an einer Volksschule.

Der mittlerweile 73-Jährige fotografiert „seit meiner Jugend“. In der Ausbildung als Lehrer erstellte er Dias, welche im Unterricht zum Einsatz kamen.

„Meine Affinität zu Medien und Kunst ist schon immer vorhanden gewesen, deswegen auch das Studium in Kunstgeschichte und Medienpädagogik“, sagt Bauer.

In einem Zeitraum von 30 Jahren war er bis zu seiner Pensionierung Medienreferent am Münchner Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung. „Es war eine schöne Zeit, wo Lehrer und Schüler gleichermaßen mitwirkten“, sagt er weiter. Erst vor fünf Jahren zog er mit seiner Frau nach Landsberg.

Er hat es sich dort „heimisch gemacht“ inklusive einem Atelier.

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