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Silvesterkonzert

02.01.2019

Das neue Glockenspiel erklingt zum ersten Mal

Neben der Orgel kam beim Silvesterkonzert von Johannes Skudlik erstmals auch das neue Glockenspiel in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zum Einsatz.
Bild: Thorsten Jordan

In der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt bietet Johannes Skudlik zum Jahreswechsel ein breit gefächertes musikalisches Programm: Von einer Ballett-Fanfare bis zu Kriegsahnungen aus den 1930er-Jahren

Das Programm des Silvesterkonzerts 2018 in der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt deckte ein breites Spektrum an Musikgeschmack ab. Johannes Skudlik, seit fast 40 Jahren hauptverantwortlich nicht nur für Musik und Gesang in der Kirche, sondern auch Initiator einiger international bekannter und bedeutender Musikreihen, hatte für das einstündige Konzert elf verhältnismäßig kurze Stücke ausgewählt und sich dabei nicht nur in kirchenmusikalischen oder weihnachtlichen Kompositionen umgesehen.

Zwischen der für Orgel arrangierten Fanfare aus einer Ballettmusik von Paul Dukas zum festlich-kräftigen Auftakt und dem ebenso festlichen, aber gediegen-angemessenen Finale aus der ersten Orgelsinfonie von Louis Vierne reihte Skudlik Werke aus mehreren Jahrhunderten bunt aneinander. Dabei hatte er auf die Ausgewogenheit von virtuosen und ruhigen Werken geachtet. Einem schnellen Stück folgte stets ruhige, streichelnde Musik. Händel und Bach fehlten selbstverständlich nicht.

Der „Einzug der Königin von Saba“ schwirrte flott und virtuos von der Orgelempore, Bachs Choral „Nun danket alle Gott“ wiederum war sehr getragen, interessant/ungewöhnlich die Registrierung. Bei Guilmants Paraphrase über „Tochter Zion“ aus einem Händel-Oratorium kam erstmals das Glockenspiel der grandiosen Stadtpfarrkirchenorgel zum Einsatz. Diese Klangfarbe durften die Zuhörer im weiteren Verlauf des Konzerts noch mehrmals genießen. Mit dem Adagio aus Dvoráks 9. Sinfonie servierte der Organist eine dieser wunderbar romantischen Streicheleinheiten mit schlanken Flötentönen und weiteren Klängen aus den Blasinstrumente-Registern.

Für die folgende Carmen-Fantasie des großen Orgel-Arrangeurs Edwin Lemare griff Skudlik erneut tief in die Möglichkeiten der Orgel. Er ließ die Bässe gewaltig anschwellen und die Themen aus der bekannten Oper äußerst virtuos darüber ziehen. Der eine oder andere Besucher hätte da sicher gern mal kurz applaudiert, so mitreißend war das Stück interpretiert.

Spanien war weiter Trumpf, das Aranjuez-Thema aus einem Gitarrenkonzert verzückte in seiner langsamen Getragenheit. Wer jemals die „Last Night of the Proms“ in der Royal Albert Hall in London verfolgt hat, konnte sich fast zum Mitsingen verleiten lassen, so orchestral klang „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar. War der Organist da wirklich allein an Manualen und Pedalen? Kaum vorstellbar, denn Skudlik ließ den von Lemare arrangierten Marsch meisterlich von gefühlt allen ihm zur Verfügung stehenden Orgelpfeifen in das Kirchenrund brausen.

Das gilt auch für die zeitgenössischen „Litanies“ des französischen Organisten Jehan Alain. Bei diesem Werk steigerte Skudlik die Musik in eine geradezu rauschhafte Gewalttätigkeit.

Die Komposition vom Ende der 1930er-Jahre klang fast wie die Vorahnung des bevorstehenden Zweiten Weltkriegs, zumal es auch keinen wirklichen Schluss gab, das Ende eher wie ein Abbruch klang. Das folgende sehr zarte, sanfte Skudlik-Arrangement eines Rachmaninow-Themas war wie ein notwendiger Gegenpol.

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