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05.05.2008

Edelmann setzte persönliche Akzente

Ganz persönliche Akzente setzte Walter Edelmann als Nachfolger von Fabian Schmidt bei seinem ersten öffentlichen Auftritt mit der Stadtkapelle Landsberg. Das Frühjahrskonzert in der voll besetzten Aula des Schulzentrums an der Platanenstraße bot in einer musikalischen Zeitreise ein Programm, das einen weiten Bogen von der Renaissance bis hin zur Gegenwart spannte.

Eine große, runde Scheibe im Hintergrund drehte sich symbolhaft als Glücksrad, während das Konzert mit dem Eingangschor "O Fortuna" aus Carl Orffs "Carmina Burana" eröffnet wurde. In mittelalterlicher Tracht stellte sich anschließend die "capella landspergiana" vor, eine 17-köpfige Gruppierung innerhalb des Blasorchesters, die insbesondere bei traditionellen Festen, wie zum Beispiel dem Ruethenfest zum Einsatz kommen soll.

In lebendigem Wechselspiel zwischen Holz- und Blechinstrumenten erklang eine Tanzsuite von Tilman Susato, einem Komponisten aus der Renaissance.

Zu einer Fantasie über Melodien aus dem "Augsburger Tafelkonfekt" von Valentin Rathgeber in einem Arrangement von Kurt Rehfeld kam dann wieder das ganze Orchester auf die Bühne. Der 1969 geborene Niederländer Tom De Haes beschrieb in "Sword of Honour" mit modernen musikalischen Mitteln Szenen aus der Artemis-Sage. Die hohen Ansprüche, die diese "Symphonische Dichtung" mit ihren Gegensätzen und Steigerungen an die Ausführenden stellt, wurde von den Musikern mit beachtlicher Präzision und gestalterischem Elan bewältigt. Schmissig und schwungvoll wurde das Publikum bei dieser musikalischen Zeitreise dann mit dem "Herzog Albrecht-Marsch" des in Prag geborenen Karl Komzak in das 19. Jahrhundert geführt. Durch die klaren Zielvorstellungen, die der Dirigent mit großem Engagement und deutlicher Zeichengebung auf das Orchester übertrug, geriet die "Annenpolka" von Johann Strauß mit ihren Trillern und Verzierungen zu einem typischen Beispiel wienerischer Eleganz.

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Der österreichische Operettenkomponist Carl Michael Zierer stellt in seinem Walzer "Nachtschwärmer" dar, die sich nicht entschließen können, ihr nächtliches Beisammensein zu beenden. Die Zuhörer schmunzelten amüsiert, als plötzlich ein Teil des Blasorchesters zu singen begann.

In dem zur feierlichen Einweihung der österreichischen Eisenbahn 1864 von Johann Strauß komponierten "Vergnügungszug" gibt der Schaffner mit seiner Trillerpfeife das Signal zur Abfahrt, worauf die Dampflokomotive mit lauten Heultönen zu fahren beginnt.

Hier zeigte Johann Strauß seine Begabung, auf humorvolle Art und Weise tonmalerische Effekte mit tänzerischer Beschwingtheit zu verbinden. Kulturreferentin Sigrid Knollmüller, die das Programm mit musikgeschichtlich interessanten, aber manchmal etwas langatmigen Erläuterungen moderierte, stellte am Schluss fest, dass das Konzert mit Pauken und Trompeten begonnen hatte und nun mit "Blitz und Donner" (Johann Strauß) zu Ende geht. Oberbürgermeister Ingo Lehmann bedankte sich bei Walter Edelmann mit herzlichen Worten für seine Bereitschaft, die Stadtkapelle Landsberg in Zukunft zu führen, bevor sich diese mit einer Zugabe für den begeisterten Beifall bedankte und vom Publikum verabschiedete.

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