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Asyl

27.04.2016

Ein Verein kümmert sich um die Flüchtlinge

Vorstandsmitglieder und Ressortleiter des Vereins Integrationshilfe LLäuft: (von links) Andrea Heiß, Hildegard Johanna Kamp-Hell, Raffael Sonnenschein, Monica Calla, Helley Neumayr und Bruno Schulz.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Integrationshilfe LLäuft hat sich bei ihrer Gründung gleich einiges vorgenommen

Für die Mitglieder der Integrationshilfe LLäuft ist klar: Die Ehrenamtlichen in der Asylarbeit garantieren den sozialen Frieden. Seit Mitte April gibt es den Verein, der sich die Integration von Flüchtlingen auf die Fahnen geschrieben hat. Bei der Gründungsversammlung im Landratsamt wurde auch schon beschlossen, einen Antrag an den Kreistag zu richten, mit den Vorbereitungen für einen Integrationsbeirat beauftragt zu werden. Die Kreisverwaltung will sich aber erst einmal mit den Vereinsvertretern zu Gesprächen zusammensetzen.

Der Verein hatte bei seiner Gründungsversammlung 38 Mitglieder. Täglich kommen neue dazu, sagt Raffael Sonnenschein, der unter anderem für die Pressearbeit zuständig ist. „Integration ist keine Pflicht, sondern ein Menschenrecht“ laute das Motto. Man wolle schlicht und einfach helfen, die Strukturen und Akteure im Landkreis etwas zu entlasten. „Wir haben kein Allheilmittel anzubieten, jedoch denken wir aufgrund unserer langjährigen Berufserfahrung in diesem Feld eine nicht unerhebliche Integrations-expertise einbringen können.“

Vor neun Monaten begannen Raffael Sonnenschein und seine Mitstreiter mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Mittlerweile seien 20 über den Landkreis verteilte Helferkreise gut vernetzt. Zehn Ressorts haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Bruno Schulz leitet einen davon. Ihm ist der ganzheitliche Ansatz des Vereins wichtig. Bildung, Arbeit aber auch Kultur seien wichtige Elemente der ehrenamtlichen Tätigkeit. Er selbst hat sich zum Ziel gesetzt, mit Unternehmen und Schulen zu kooperieren. Sein Ressort will Praktika- und Jobsuche im Landkreis bündeln und Synergien freisetzen. Möglich soll dies unter anderem mit einer Job- und Wohnungsbörse gemacht werden. Darüber hinaus sollen die Asylsuchenden auf den Ausbildungs- und Berufsweg gezielt vorbereitet werden.

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Ein weiteres Ziel, das der Verein verfolgt, ist der Aufbau einer Art Volkshochschule für Asylbewerber. So könnten ergänzende Integrationsangebote auch außerhalb der Unterkünfte angeboten werden. Dies soll in einem interkulturellen und ganzheitlichen Ansatz geschehen, mit modularem Aufbau. Den Flüchtlingen demokratische Werte zu vermitteln, sei ein Schwerpunkt. „Man bekommt viel zurück“, sagt Hildegard Johanna Kamp-Hell über die vielen Flüchtlinge, denen sie geholfen hat. Insofern lohne sich der Aufwand und die Arbeit im Verein.

Doch viele Vereinsmitglieder stoßen an ihre Grenzen. Vieles ist ehrenamtlich nicht mehr zu bewerkstelligen, sagt Raffael Sonnenschein. Um den Verein auf ein tragfähiges Fundament zu stellen, sei auch eine finanzielle Förderung notwendig. Ihm schwebt ein Etat von 119000 Euro vor. Die Unterstützung könnte vom Landkreis kommen. Landrat Thomas Eichinger kann sich vorstellen, dass dem Verein ähnlich unter die Arme gegriffen wird, wie der Landsberger Energieagentur.

Doch die Entscheidung darüber treffen die Kreisgremien. Vorher will sich die Verwaltung mit den Vereinsvertretern der Integrationshilfe LLäuft zusammensetzen, sagt Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamtes. Einen genauen Termin könne er aber noch nicht nennen. Mitte Mai soll dagegen mit den Vertretern des Arbeitskreises Freie Wohlfahrtspflege gesprochen werden. Einen entsprechenden Auftrag habe der Landrat seiner Verwaltung erteilt. Wie bereits berichtet, hatten die Kirchen in Landsberg und Umgebung und der Arbeitskreis Freie Wohlfahrtspflege Anfang März ihre Hilfe im Bereich Asyl und Migration für eine gelingende Integration der Flüchtlinge im Landkreis angeboten. (wu)

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