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Brauchtum

17.05.2015

Ein gewaltiges Schießspektakel

Die Gastgeber beim Festumzug: Die Böllerschützen Ludenhausen führten in fescher Tracht den Marsch der rund 1500 Teilnehmer durch den Ort an.
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Die Gastgeber beim Festumzug: Die Böllerschützen Ludenhausen führten in fescher Tracht den Marsch der rund 1500 Teilnehmer durch den Ort an.
Bild: Thorsten Jordan

Bayerisches Böllerschützentreffen in Ludenhausen mit 1500 Teilnehmern

Ein toller Festzug, und als krönender Abschluss dann gleich ein gewaltiges Schießspektakel: Beim 28. Bayerischen Böllerschützentreffen in Ludenhausen war am Sonntag einiges geboten.

Rund 1500 Böllerschützen in feschen Trachten und mit 52 Kanonen zogen durchs Dorf, begleitet von insgesamt neun Musikkapellen. Die Stimmung war bestens: Den Schützen aus nah und fern war es regelrecht anzumerken, dass sie gerne nach Ludenhausen gekommen waren.

Die viele Arbeit hatte sich für den Veranstalter gelohnt. Zumal das Wetter dann auch noch mitspielte: In der Früh musste die Festmesse wegen Nieselregens schon ins Zelt verlegt werden. Da breitete sich kurzzeitig dann schon die Sorge aus, dass man auf das große Spektakel am Nachmittag – das Böllerschießen – verzichten müsse. Denn mit nassem Pulver lässt es sich bekanntlich nicht gut schießen. „Aber Petrus hat ja doch noch ein Einsehen mit uns gehabt“, freute sich der Ludenhausener Schussmeister Ulrich Weinberger.

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Die Zuschauer durften das Böllerschießen zwar nur von der Weite sehen. Aber dennoch gaben die 1500 Schützen, die sich weitläufig in Reihen aufgestellt hatten, ein imposantes Bild ab: Besonders dann, wenn nach den Schüssen dichte Rauchfahnen in die Luft aufstiegen.

„Böllerschützen, gebt Feuer“ tönte das Kommando von Weinberger oben von der Hebebühne aus, und Sekundenbruchteile später krachte es auch schon gewaltig. Erst gab es einen Salut (siehe Infokasten am Fuß der Seite), dann wurde in einer Schlangenlinie geschossen. Das beste Bild gab der „Flächenbrand“ ab – eine ganz neue Schussformation, die Weinberger für das Fest in Ludenhausen eigens neu kreiert hatte. Alle 15 Reihen begannen dabei gemeinsam und schossen dann von Ost nach West.

Kanonen, Standböller, Hand- und Schaftböller sorgten dafür, dass bald ein gewaltiges Echo im ganzen Umkreis hallte. Nach einem gegenläufigen Reihenfeuer durften dann alle „Versager“ (Schüsse, die nicht abgingen) nochmals abfeuern.

Ein sehenswertes Extra-Spektakel lieferten noch die italienischen Schützen „Trombini“, die in der Nähe von Verona beheimatet sind: Deren Böller, die Trombini, schossen erst in den Boden, und durch den Rückschlag sprang das gut 30 Kilo schwere Gerät dann auf die Schulter des Schützen. Durch gekonntes Drehen verstanden es die Gäste aus Italien, den Böller dann wieder aufzufangen.

Aber nicht nur aus Italien waren die Gäste nach Ludenhausen angereist: Unter den mehr als 170 Böllerschützengruppen waren auch Gäste aus Niedersachsen, dem Westerwald und Frankfurt dabei. Einige kamen auch in historischen Trachten aus dem 17., dem 18. oder dem 19. Jahrhundert. Ein Filmteam der Hochschule für Kunst und Musik aus Köln war ebenfalls vor Ort und drehte einen Film über das Böllerschießen.

Viele weitere Bilder vom Böllerschützentag finden Sie in unserer Bildergalerie.

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