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19.02.2018

Es darf nicht nur ums Geld gehen

Auch in Landsberg verbreiten sich die Ideen einer Gemeinwohlökonomie. Das nächste Treffen ist am 22. Februar

Rund 90 Interessierte aus der Stadt, dem Landkreis und umliegenden Landkreisen fanden sich im Waitzinger Bräustüberl zu einem Informationsabend mit Andrea Behm ein, der sich mit der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) beschäftigte.

Die sogenannte soziale Marktwirtschaft habe das Soziale aus dem Blick verloren, so lautete die These des Abends, wie es in einer Mitteilung heißt. Der Markt finde zunehmend anonym online statt. Das für den Menschen Wichtigste, die Begegnung miteinander, das Dasein füreinander, gehe verloren. Damit fehle ihm Orientierung, die Folgen seien Vereinsamung und Burnout.

Andrea Behm fragte sich aber, warum es immer noch so viel Armut auf der Welt gibt, dass sie Massen in Bewegung setzt, Kriege ausbrechen, die Unzufriedenheit wächst. Nach jahrelanger Tätigkeit in Krisengebieten wie Kambodscha und Kosovo erkannte sie, dass es nicht zwingend nur die anderen seien, die etwas falsch machen, weil ihnen Bildung fehle oder alte Strukturen nicht an die Gegenwart angepasst wurden.

Es darf nicht nur ums Geld gehen

Gerade die noch funktionierende Zwischenmenschlichkeit, die den Menschen helfe, in einem zusammenbrechenden Umfeld zu überleben, habe ihr dort aufgezeigt, was hier bei uns mehr und mehr abhanden komme. Im Tunnelblick auf die Vermehrung des Geldes sei in den Industriestaaten das Wohlergehen der Menschen aus den Augen verloren worden. Geld sei zum Ziel aller Arbeit geworden, statt nur Mittel zum Zweck zu sein. Wirtschaft müsse anders gestaltet werden, fanden in einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung 2010 fast 90 Prozent der Deutschen.

In der Geburtsstunde dieses Umdenkens kam der Begriff Gemeinwohlökonomie auf. In diesem Sinn seien Betriebe, Vereine, Gemeinden, Regionen zu belohnen, wenn sie Werte wie Menschenwürde, Solidarität, Nachhaltigkeit und Mitentscheidung den Vorrang geben. Welche Wege zum Ziel führen, sei dabei nicht festgelegt, die Matrix der Empfehlungen wachse wie ein Organismus. Kreativität und Flexibilität seien gefragt, um sie weiter auszubauen. Gefragt seien auch Vernetzungen vor Ort. Regionalgruppen bestehen unter anderem in Augsburg, Starnberg und Weilheim. Den Ideen der Gemeinwohlökonomie seien inzwischen weltweit 1700 Institutionen gefolgt: eine ganze Region in Spanien, eine Bank in München, eine Druckerei in Andechs, eine Gärtnerei in Reichling, die Gemeinde Wessobrunn. Auch aus dem Landsberger Stadtrat waren an diesem Abend Vertreter zugegen, mit dabei ist auch die ÖDP.

Am Donnerstag, 22. Februar, um 19.30 Uhr wird im Café FilmBühne ein Treffen stattfinden, zu dem jeder kommen kann, der auch im Raum Landsberg den Umbau zur ethischen Wirtschaft mitgestalten will. (lt)

über Thea Wolf, Telefon 08243/3053 oder thea.wolf@t-online.de.

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