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Utting

04.06.2020

In Utting fehlen Betreuungsplätze für Kinder

Der Uttinger Kindergarten an der Ludwigshöhe ist komplett ausgelastet. Die Gemeinde braucht dringend weitere Betreuungsplätze. Pläne für einen Anbau gibt es bereits.
Bild: Dagmar Kübler

Plus In Utting werden die Pläne für die Sanierung und Erweiterung einer Kindertagesstätte im Gemeinderat vorgestellt. Ein Ratsmitglied bevorzugt eine andere Lösung.

In Utting steigt der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen. Bei den Kleinsten gibt es bereits zu wenig Plätze. Das Problem wird sich noch weiter verschärfen.

Bürgermeister Florian Hoffmann informierte im Gemeinderat nun, dass laut Bedarfsrechnung bis zum Jahr 2023 insgesamt 135 Kindergartenplätze benötigt werden. Derzeit stehen in beiden Einrichtungen (Haus für Kinder in Utting, Telos-Kinderhaus in Holzhausen) 125 Plätze zur Verfügung. Für die Krippenkinder gibt es 42 Betreuungsplätze, aktuell schon sieben zu wenig. Und der Bedarf dürfte weiter steigen, sind die 80 Wohnungen des Schmuckerbaus erst einmal bezogen. Bei den Kleinsten geht die Gemeinde aufgrund der Bedarfsplanung davon aus, dass eine zusätzliche Gruppe nötig sein wird.

Bereits jetzt hat die Gemeinde auf die Schnelle Räume in der Bahnhofstraße im VR-Bank-Gebäude für eine neue Krippengruppe mit zwölf Kindern umgebaut. Im Haus für Kinder gibt es 100 genehmigte Plätze: drei Regelkindergruppen mit je 25 Kindern sowie eine integrative Gruppe mit 15 Kindern. Wegen des Förderbedarfs gilt ein anderer Betreuungsschlüssel. „Zum September 2020 sind alle Plätze belegt“, berichtet Einrichtungsleiterin Beatrix Reidl auf Anfrage. Bereits beschlossene Sache ist, dass das „Haus für Kinder“ in der Straße „Zur Ludwigshöhe“ erweitert und saniert werden soll.

In Utting fehlen Betreuungsplätze für Kinder

Offene Fragen zur Unterbringung der Kinder

Neue Kapazitäten werden dabei aber nicht geschaffen. Lediglich das Provisorium im VR-Bank-Gebäude könnte dann aufgelöst werden. Ungeklärt ist bislang auch, wohin der Kindergartenbetrieb während der etwa ein Jahr lang andauernden Bauarbeiten ausgelagert werden soll. Überlegungen dazu laufen jedoch bereits, so brachte Hoffmann freie Räume in der Schule sowie Container ins Spiel. Angesichts einer Kostenschätzung durch den Planer, das Architekturbüro Spengler aus München, die zwischen 2,75 Millionen Euro – ohne energetische Sanierung und 3,2 Millionen inklusive energetischer Sanierung liegt – muss sich die Gemeinde Gedanken darüber machen, wie es weitergeht. So brachte Peter Liebner (CSU) sogar ins Spiel, das Bauvorhaben abzublasen und stattdessen in einen ausreichend großen Neubau zu investieren.

Bernt Spengler stellte seine Pläne vor. So hat er Wegeverbindungen innerhalb der Gebäude neu geordnet, was insbesondere für das Personal zu effizienterem Arbeiten führe. Die Geschosse werden im Neubau neu erschlossen, die alten Treppenhäuser bleiben jedoch bestehen. Ein Aufzug soll das Gebäude inklusionsfähiger machen, Toiletten sollen vom Garten aus zugänglich sein, um „Gummistiefelwege“ im Haus zu vermeiden. Die alten Fluchttreppen sollen entfallen, dafür sind zwei Notrutschen auf der Ostseite vorgesehen.

Der Uttinger Kindergarten an der Ludwigshöhe ist komplett ausgelastet. Die Gemeinde braucht dringend weitere Betreuungsplätze. Pläne für einen Anbau gibt es bereits. 
Bild: Architekturbüro Spengler

Saniert werden sollten laut Planer die Wasserleitungen, die Bleiwerte seien jedoch noch unterhalb des Grenzwerts. Im Zuge dessen sollten auch WCs erneuert werden. Zur Reduzierung der Stromkosten schlug Spengler LED-Beleuchtung vor. Notwendig sei auch eine Dachsanierung, die Dächer seien nicht dicht. Teilweise sind auch noch alte Kastenfenster verbaut; das älteste Haus stammt aus den 1960er-Jahren. „Es gibt Ecken, da zieht es“, so das Fazit Spenglers, der bereits verschiedene Kostenmodelle, die sich insbesondere bei den Punkten Dämmung, Heizungs- und Fensteraustausch und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterschieden, vorstellte.

Kämmerer Florian Zarbo hält eine Förderung von bis zu 50 Prozent für möglich. Das könne mit der Regierung von Oberbayern jedoch erst abgeklärt werden, wenn der Plan abgesegnet sei. Sowohl Kindergartenleitung als auch der Gemeinderat wollen die Pläne nun noch im Detail prüfen, und der Planer soll weitere Zahlen zu verschiedenen Bauvarianten vorlegen.

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