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Konzert

20.04.2016

Meister des Klangs und der Dynamik

Ein anspruchsvolles Programm präsentierte der Musikverein Unter-Oberdießen unter der Leitung von Andreas Frommel mit sehr großer Musikalität.
Bild: Daniela Hollrotter

Musikverein Unter-/Oberdießen unterhält fast drei Stunden sein Publikum mit einem außergewöhnlichen Programm

Sein Mut hat sich gelohnt: Mit einem außergewöhnlich anspruchsvollen Programm ohne jegliche Polka und mit nur einem (Konzert-)Marsch als Zugabe bestritt Andreas Frommel das Frühjahrskonzert des Musikvereins Unter-/Oberdießen – und eroberte damit das Publikum im Sturm. Mit großem Applaus, Bravo-Rufen und begeisterten Pfiffen bedankten sich die Zuhörer in der voll besetzten Mehrzweckhalle für einen tollen Abend mit hoher Musikalität.

Schon beim einleitenden „Rise of the Firebird“ erwies sich Frommel als Meister der Dynamik und des Klangs. Auch das eingängig-fröhliche Mittelstufen-Pflichtstück „Klangfusion“ von Armin Kofler wurde dank des zarten Blechs, gerade im ruhigen Mittelteil, und des äußerst präzisen Holzes zum Genuss bis zum punktgenauen Schluss.

Einen sehr starken Kontrast setzte Frommel mit dem „Choral für eine feierliche Gelegenheit“. Das Werk von Marc von Delft verlangte den Musikern nicht nur durch die Generalpausen am Anfang einiges ab, gelang aber sehr gut. Temperamentvoll schloss sich Rossinis „Barbier von Sevilla“ an, bei dem die Musiker am Ende nicht nur vom Dirigenten den erhobenen Daumen bekamen.

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Das Blech lieferte einen soliden und doch luftigen Klangteppich, auf dem sich Klarinetten und Querflöten trotz beachtlicher Tonhöhe gut hören ließen. Überhaupt zeichneten sich die Musiker des Holzregisters erneut aus, darunter die Piccolo, aber auch Nina Pfatischer, die zusammen mit Sarah Haseitl, Lisa Dörfler und Franz Zitt ihr Debüt gab. Ausgesprochen rhythmussicher zeigten sich die Saxofone in „Kansas“. Nicht nur dabei stellte Jasmin Ortloff erneut ihre Klasse unter Beweis.

Im zweiten Teil wartete Frommel mit dem ungewöhnlichen, sehr präzise gespielten „Ignition“ von Todd Stalter, aber auch der dramatischen, jedoch wunderschönen „korsischen Trauer-Litanei“ auf. Augenscheinlich zufrieden war der Dirigent mit der musikalischen Umsetzung von „Les Miserablés“, die die diesjährige Dekoration mit den Schlagworten der französischen Revolution geprägt hatte. Auch hier spann Frommel immer wieder wunderschöne musikalische Bögen und hatte die Bläser rhythmisch und dynamisch bestens im Griff.

Kein Wunder, dass Bürgermeister Alexander Enthofer sich in seinem humorvollen Grußwort als „großer Fan“ des Musikvereins outete. Nachdem Vorsitzender Stefan Seelos in „Kein schöner Land“ mit einem Flügelhornsolo geglänzt hatte, erklang zum Abschluss der witzig-schräge „Zauberer von Oz“ mit perfekten Übergängen zwischen den einzelnen Teilen. Dass ausgerechnet Florian Seelos das Tuba-Solo bei „Ich wünschte, ich hätte ein Gehirn“ spielte, sei absoluter Zufall, meinte Moderator Christian Böck.

Als erste Zugabe (!) hatte Frommel das anspruchsvolle „Visions“ von Mario Bürki gewählt, bei dem vor allem die Schlagzeuger voll auf ihre Kosten kamen. Einziger Wermutstropfen des gelungenen Abends: Mit fast drei Stunden war das Konzert etwas zu lang. (dh)

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