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Utting

30.11.2017

So könnte auf dem Schmuckergelände gebaut werden

So sieht der Siegerentwurf beim Architektenwettbewerb zum Uttinger Schmuckergelände aus.
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So sieht der Siegerentwurf beim Architektenwettbewerb zum Uttinger Schmuckergelände aus.
Bild: Julian Leitenstorfer

Ein Münchner Büro gewinnt den Architektenwettbewerb in Utting. Die Jury fällt ein seltenes Urteil. So viele Wohnungen sollen auf dem Schmuckergelände untergebracht werden.

Das Uttinger Schmuckergelände wird mit großer Wahrscheinlichkeit nach den Plänen von „wwa wöhr heugenhauser architekten“ bebaut. Der in der Wettbewerbsausstellung mit Tarnnummer 1018 benannte Entwurf des Münchner Büros erzielte den ersten Preis beim Architektenwettbewerb, den die Kommune für das 20-Millionen-Projekt ausgelobt hatte. Die Gemeinde hat die Fläche, die sich im Karree Schondorfer, Hechenwanger und Landsberger Straße befindet, nebst Wiesen und Äcker für fünf Millionen Euro erworben und will darauf Wohnungen mit günstigen Mieten schaffen (LT berichtete mehrfach). Vorgabe im Wettbewerb war unter anderem, das mindestens 80 Wohneinheiten und ein Gemeinschaftsraum dort untergebracht werden müssen.

Die Herausforderung an dem Gelände: Es handelt sich um einen schmalen Streifen unterschiedlicher Breite, der sich nach einer Verengung in Höhe des Moosgraben zur Hechenwanger Straße hin aufweitet. Zu beachten war auch die Nachbarbebauung. Der Siegerentwurf löst dies über Gebäudeelemente mit Pultdach, die in Nord-Süd-Richtung zu Gruppen angeordnet und versetzt aneinandergereiht sind. Von drei bis zu sechs Elementen reicht dies, sodass bisweilen der Eindruck eines Satteldaches entsteht. Zur Nachbarbebauung hin wird teils auf das oberste Stockwerk verzichtet, ansonsten gibt es Erdgeschoss, ersten Stock und Dachgeschoss.

14 Arbeiten gingen ins Rennen

Die Planer bringen so 85 Wohnungen unter, die alle barrierefrei, zwei davon sogar rollstuhlgerecht sind, wie Bürgermeister Josef Lutzenberger bei der Vorstellungsrunde sagte. Architekt Gerold Heugenhauser sprach von einer interessanten Aufgabe angesichts der Form des Grundstücks. Man habe sich für einen einfachen Haustyp entschieden, durch den Versatz erreiche man eine bessere Belichtung. Die Häuser am Rande der Gruppen seien nach Osten und Westen orientiert, die in der Mitte nach Süden. Für die Verschalung seien verschiedene Holzoberflächen denkbar. „Es ist auch ein Holzbau möglich.“

Die Jury aus Sach- und Fachpreisrichtern hatte am Mittwoch zwölf Stunden lang getagt, um aus den 14 eingesandten Arbeiten die Preisträger herauszufiltern. 20 Büros seien ursprünglich angeschrieben worden, sagte Lutzenberger. Das Prozedere erläuterte der Leiter der Jury, Architekt Johannes Ernst. Er hob hervor, dass neben den fachlichen Aspekten auch das subjektive Gefühl nach dem Motto „Irgendwie gefällt mir der Entwurf“ wichtig sei. Die Jury war sich in ihrer Beurteilung einig, die Abstimmungen verliefen einstimmig 11:0, was laut Ernst ungewöhnlich ist.

Bis Mitte Dezember sind die Entwürfe noch zu sehen

Beim Siegerentwurf gefällt Ernst die „Leichtigkeit und poetische Kraft“ und trotz der Vielschichtigkeit der Architektur gebe es ein Serialität. „Es sieht kompliziert aus, dem Ganzen liegt aber ein strenges Prinzip zugrunde.“ Doch auch andere Entwürfe fanden bei der Jury Anerkennung: Es gibt zwei mit 7500 beziehungsweise 9000 Euro dotierte Anerkennungspreise. Sie gehen an das Büro Zwischenräume Architekten aus München (1019) und an das Büro Lüps in Schondorf (1010). Den mit jeweils 16.500 Euro dotierten dritten Platz teilen sich das Büro Breining und Buchmaier aus München (1008) und Behles und Jochimsen Architekten, Berlin (1011).

Die Gemeinde wird jetzt mit den drei Bestplatzierten Gespräche führen, Bürgermeister Lutzenberger deutete aber schon an, dass mit großer Wahrscheinlichkeit das Büro Wöhr-Heugenhauser als Planer bestimmt wird. Alle Wettbewerbsarbeiten werden in der Turnhalle der Grundschule noch bis 14. Dezember täglich von 14 bis 18 Uhr ausgestellt.

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