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Kaufering

17.01.2017

Viel Arbeit auf weniger Schultern

Auf dem Foto (von links): Peter Kawohl, Björn Hiekel, Christoph Stauber, Johann Kracher, Markus Wassermann, Dirk Götzendörfer, Benedikt Loy, Maximilian Heinle, Kommandant Markus Rietig und Zweite Bürgermeisterin Gabriele Triebel.
Bild: Nadine Haller

Die Feuerwehr Kaufering klagt über Personalmangel und will einen hauptamtlichen Gerätewart.

Insgesamt 80 Stunden hat jedes Mitglied der Feuerwehr Kaufering im vergangenen Jahr 2016 im Schnitt ehrenamtlich geleistet – sei es in Form von Übungs- und Lehrgangsstunden oder tatsächlicher Einsatzzeit. Diese und andere Zahlen präsentierte Kommandant Markus Rietig bei der Jahreshauptversammlung. Sein Dank galt nicht nur den Aktiven, sondern auch den Arbeitgebern der Helfer sowie den Familien der Freiwilligen, die das Mitwirken im Feuerwehrdienst erst möglich machen würden. Aber er hatte auch klare Forderungen an die politische Gemeinde.

Dennoch musste Rietig zu Beginn des neuen Jahres auch auf die weniger erfreulichen Angelegenheiten zu sprechen kommen, mit denen sich die Feuerwehr Kaufering künftig konfrontiert sehen wird. Der 2015 erstellte Feuerwehrbedarfsplan sieht einen Mindestwert von 72 aktiven Feuerwehrmitgliedern in der Gemeinde vor. „Mit einem Stand von derzeit 66 Aktiven unterschreiten wir diese Vorgabe bereits“, stellte Rietig fest. Da die Feuerwehr Kaufering sehr viele junge aktive Mitglieder hat, gebe es auch einige, die derzeit pausieren würden – zum Beispiel aufgrund von Ausbildung oder Studium.

„Demnach können wir nur von etwa 50 Aktiven ausgehen, die uns bei einem Einsatz noch zur Verfügung stehen.“ Zudem habe der Verlust von 13 Mitgliedern im vergangenen Jahr zur Folge, dass die Stundenanzahl pro Person unausweichlich steige, was von der Feuerwehr bald nicht mehr gestemmt werden könne. „Wir können einfach nicht mehr leisten.“, so Rietig und appellierte damit an den Marktgemeinderat in Sachen Unterstützung. „Da die Feuerwehr eine Pflichtaufgabe der Kommune ist, muss auch die Wartung und Pflege der Fahrzeuge und Geräte vom Markt Kaufering in Gestalt einer Vollzeitstelle für einen hauptamtlichen Gerätewart übernommen werden. Wir Freiwilligen können diese Aufgabe zukünftig nicht mehr übernehmen.“

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Des Weiteren äußert Rietig die Forderung an die Kommune, bessere Anreize und Vergünstigungen zu schaffen, um den freiwilligen Dienst in der Feuerwehr Kaufering attraktiver zu gestalten und neue Mitglieder zu begeistern. Die Ausbildung der Jugend in der Feuerwehr Kaufering spielt deshalb eine sehr wichtige Rolle, erläuterte Jugendwart Florian Koch und gab Einblick in die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses.

Sanierung oder Neubau?

In Bezug auf die bereits 2015 diskutierte Sanierung beziehungsweise einen möglichen Neubau des Feuerwehrhauses ergebe sich wohl letztere Variante. Die Förderungen für ein neues Gebäude – bei gleich hohen Kosten wie bei einer Sanierung – lägen bei etwa einer Million Euro. „Es muss jetzt unbedingt in die Standortdiskussion eingestiegen werden. Können wir dieses Vorhaben am jetzigen Standort realisieren oder bieten sich bessere Alternativen an einer anderen Stelle im Ort?“, so Kommandant Rietig. Laut Zweiter Bürgermeisterin Gabriele Triebel wird die endgültige Höhe der Zuschüsse spätestens im Sommer dieses Jahrs festgelegt.

Kreisbrandinspektor Peter Kawohl brachte abschließend noch seinen persönlichen Dank an das Team der Kauferinger Feuerwehr zum Ausdruck. Nachdem er erwähnte, dass die Zahlen der ehrenamtlichen Helfer immer weiter zurückgingen, was bereits zu ersten Auflösungen von Freiwilligen Feuerwehr in anderen Regierungsbezirken geführt habe, sprach er den Aktiven besondere Anerkennung für ihre Hilfe zu jeder Zeit und ihre zahlreichen investierten Stunden aus.

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