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Streitthema Mobilfunk

14.11.2016

Vom Hausdach auf den Mast

Unmittelbar hinter der Wohnbebauung steht der Mobilfunkmast in der Riederauer Ringstraße. Das stößt vielen Anwohnern sauer auf. Vorher befand sich die Technik auf dem Dach des Hauses rechts im Bild.
Bild: Dagmar Kübler

Vor einem Jahr zog eine Sendeanlage in Riederau um. Jetzt formiert sich Protest.

Handys, Smartphones und Laptops machen es durch neue Funktionen und Technik möglich, immer größere Datenmengen zu versenden. In gleichem Maße rüsten Mobilfunkanbieter Funkmasten auf oder setzen neue. Sowohl Nutzern als auch Mobilfunkanbietern liegt daran, ein lückenloses Netz zu haben. Wohin das führen kann, ist derzeit in Riederau zu beobachten.

Dort stand bis Ende 2015 die Mobilfunktechnik auf dem Dach eines Hauses an der Ecke Dießener/Ringstraße, das der Hausbesitzer dem Mobilfunkanbieter vermietet hatte. Nun hat dieser Vermieter jedoch einen Teil einer angrenzenden Wiese gekauft, wie die früheren Besitzer bestätigen. Dieses Areal wurde an die DFMG Deutsche Funkturm GmbH verpachtet, die dort vor etwa einem Jahr einen Funkmast aus Stahl errichtete. Die Dimension: 18 Meter Höhe, mehr als 70 Zentimeter Durchmesser, bestückt mit Mobilfunktechnik, daneben eine Stahlkabine mit Lüftung für die Technik.

Das Beton gewordene Symbol einer kommunikationsfreudigen Zeit steht wenige Meter vom Haus von Gerd Mayer entfernt. Er hat zusammen mit Eva Seidl und einigen weiteren Mitstreitern nun die Initiative „hierfunkts“ ins Leben gerufen, die jetzt zu einer Infoveranstaltung in Riederau einlud. Während der Schneeregen auf Funkturm und Protestbanner fiel – eines davon hat Mayer auf seinem Hausdach aufgestellt – saßen rund 60 Interessierte in der Cafeteria der Ammerseehäuser im Trockenen. Hausherr Hartmut Reeber, der sich über das neue Bauwerk in Sichtweite seiner Häuser auch nicht freut, hatte sie kurzfristig zur Verfügung gestellt.

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Hoffnung, dass der Mast wieder abgebaut wird, haben die Protestler nicht. Aber: „Unser großes Ziel ist es, dass eine vernünftige Regelung bezüglich des Baus von Funkmasten in die Bayerische Bauordnung einfließt“, sagt Mayer. Bislang können weder Bürger noch Kommune, ja eigentlich nicht einmal das Landratsamt, bei der Wahl des Standortes mitsprechen. Bei Anlagen für die Mobilfunktechnik handelt es sich um privilegierte Bauvorhaben.

Die Initiatoren hoffen auf einen Schulterschluss zwischen Kommunen, Bürgern und Fachleuten. Damit es dazu kommt, wollen sie Aufklärungsarbeit leisten. Voraussichtlich im Januar wird die erste Veranstaltung dafür stattfinden. Geladen ist ein Experte des Umweltinstituts München. „Das Umweltinstitut hat inzwischen 15 Jahre Erfahrung mit der Mobilfunktechnik und berät bereits Gemeinden bei der Standortsuche. Das wollen wir auch am Ammersee erreichen“, sagte Eva Seidl bei der Veranstaltung.

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