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Holzgünz

22.02.2021

Bauamt muss bei Fledermausschutz an Umgehungsstraße Holzgünz nachbessern

Da die gepflanzten Bäume entlang der Ortsumfahrung bei Holzgünz im Bereich der Krebsbachbrücke für den Schutz der Fledermäuse nicht ausreichen, wird dort nun ein rund vier Meter hoher Maschendrahtzaun errichtet.
Bild: Siegfried Rebhan

Plus An der Ortsumfahrung bei Holzgünz stehen Nachbesserungen an. Ein vier Meter hoher Schutzzaun soll errichtet werden. Was noch gemacht werden muss.

Das Staatliche Bauamt Kempten muss beim Fledermausschutz entlang der neuen Ortsumfahrung bei Holzgünz nachbessern. Wie die Behörde mitteilt, hat das nach der Verkehrsfreigabe Ende Oktober erfolgte Monitoring gezeigt, dass im Bereich der Krebsbachbrücke und der Talflanken der erforderliche Kollisionsschutz trotz der Bepflanzung noch nicht ausreichend ist. Daher will das Staatliche Bauamt an dieser Stelle zusätzlich einen vier Meter hohen Schutzzaun errichten. Dafür muss eine Fahrbahn gesperrt werden.

Als Überflughilfe im nördlich anschließenden Bereich des Talraumes für verschiedene Fledermausarten diente laut Bauamt entsprechend der Baugenehmigung bislang nur eine Bepflanzung. Augenscheinlich habe diese allein in ihrem aktuellen Zustand aber noch nicht die erforderliche abschirmende Wirkung entfaltet. Auf Nachfrage räumt Abteilungsleiter Ralf Eisele ein: „Zugegeben, das hätte man sich eigentlich bereits im Vorfeld denken können. Aber es ist nun mal so.“ Auf einer Länge von insgesamt rund 250 Metern soll nun ein Schutzzaun errichtet werden. Die Kosten für die Bauarbeiten beziffert Eisele mit rund 100.000 Euro.

Um die Flugbahnen der Fledermäuse verfolgen zu können, waren nach der Eröffnung der Strecke Biologen mit speziellen Gerätschaften nachts in diesem Bereich unterwegs. Dieses sogenannte Monitoring sei in der Planfeststellung für das Projekt auch so vorgesehen gewesen, so Eisele. Das Ergebnis: Die Pflanzen boten nicht den vorgesehenen Schutz für die nachtaktiven Tiere. Er habe jedoch keine Kenntnis, dass bisher Fledermäuse in diesem Bereich zu Schaden gekommen wären, erklärt der Abteilungsleiter. Das Bauamt räumt ein, dass selbst wenn die Bäume im Frühjahr austreiben und die Bepflanzung dichter wird, diese ihre eigentliche Funktion in voller Wirksamkeit auch mittelfristig nicht gewährleisten können.

Was genau an der Umgehungsstraße gemacht werden muss

Zum einen wird nun der bestehende Zaun an der südlichen Hangkante des Krebsbachtales beidseitig mit vier Metern Höhe auf je rund 45 Meter verlängert und in den Talraum weitergeführt. Zum anderen wird an weiterer Stelle im Bereich des Krebsbaches sowohl an der Brücke als auch in der Weiterführung nach Norden bis zur Hangkante ein Zaun beidseitig als Abschirmung angebracht. Der Zaun hat eine Länge von etwa 115 Meter und eine Höhe von vier Meter. Er wird, wie der bereits bestehende Zaun, mit einem Maschengeflecht gefüllt, damit dieser die Sicht für die Verkehrsteilnehmer nicht zu sehr einschränkt, wie Eisele erklärt. Denn im Zuge der Planfestellung aus dem Jahr 2012 habe man sich aus diesem Grund gegen eine dichte Wand im Bereich der Brücke entschieden. „Daher sind wir zunächst auch den Weg mit den Bäumen gegangen.“ Die Zäune mit Maschengeflecht, die südlich des Krebsbachtals aufgestellt sind, sollen zudem künftig noch mit einer Hecke eingegrünt werden.

Landesbund für Vogelschutz hatte sich für die Fledermäuse eingesetzt

Wie berichtet, hatte sich unter anderem der Landesbund für Vogelschutz (LBV) für den Schutz der Fledermäuse eingesetzt. Die Organisation hatte eine Bepflanzung für notwendig erachtet, damit die Fledermäuse nicht über die Brücke fliegen. Das Verwaltungsgericht Augsburg gab den Vogelschützern recht. Doch das Kemptener Bauamt hielt sich in den Augen der LBV-Vertreter nicht an die Abmachung. Sie betonten, dass die paar Bäumchen nicht ausreichen werden.

Eine Nachbesserung hatte es an dieser Stelle bereits kurz nach der Verkehrsfreigabe gegeben. Zunächst galt im Bereich der Krebsbachbrücke ein Tempolimit von 100 Stundenkilometer, was für kreuzende Fledermäuse eine Gefahr war. Letztlich wurde die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 70 reduziert. Mit den Zäunen soll laut Bauamt nun gewährleistet werden, dass die Fledermäuse in ihren Flugkorridoren in ausreichender Höhe über die Staatsstraße geleitet werden und nicht der Gefahr einer Kollision mit dem Straßenverkehr ausgesetzt sind.

Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 22. Februar. Da die Arbeiten am Fahrbahnrand stattfinden, ist die Sperrung einer Fahrspur notwendig. Der Verkehr wird per Ampel an der Baustelle vorbeigeführt. Die Verbindung von beziehungsweise zur A96 bleibt laut Bauamt aber durchgehend befahrbar. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende März.

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