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Salgen

13.05.2019

Bei Josef Strobel feiern die Bienenköniginnen Hochzeit

Der Salgener Imker Josef Strobel ist begeisterter Imker und leitet eine Belegstelle für Bienen im Scheppacher Forst im Landkreis Günzburg. Solche Stellen helfen in der Bienenzucht, gute Eigenschaften zu erhalten. Die Königinnen gehen gemeinsam mit Arbeitsbienen im „Begattungskästchen“ auf die Reise zur Belegstelle.
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Der Salgener Imker Josef Strobel ist begeisterter Imker und leitet eine Belegstelle für Bienen im Scheppacher Forst im Landkreis Günzburg. Solche Stellen helfen in der Bienenzucht, gute Eigenschaften zu erhalten. Die Königinnen gehen gemeinsam mit Arbeitsbienen im „Begattungskästchen“ auf die Reise zur Belegstelle.
Bild: Ulla Gutmann

Der Salgener leitet eine Belegstelle für Bienen. Warum so einheimische Rassen erhalten bleiben – und warum die Bienenhochzeit alles andere als romantisch ist.

Einmal in ihrem Leben paart sich die Bienenkönigin im Frühsommer bei ihrem Hochzeitsflug. Tausende männliche Bienen, Drohnen genannt, schwärmen um die Königin, doch nur etwa zwölf kommen zum Zug. Sie bezahlen dafür einen hohen Preis: Ihr Penis bleibt in der Königin stecken und danach stürzen sie tödlich verletzt ab.

Auch sonst geht es nicht wirklich romantisch zu bei der Bienenhochzeit: Imkern wie Josef Strobel aus Salgen ist es in der Zucht wichtig, einheimische Bienenrassen zu erhalten, aber auch Eigenschaften wie Sanftmut, eine gute Honigleistung und eine geringe Krankheitsanfälligkeit. Dafür gibt es allein in Schwaben fünf sogenannte Belegstellen. Hier treffen sich Bienenköniginnen, die auf ihre Leistungs- und Charaktereigenschaften erfolgreich überprüft wurden, mit ausgewählten Drohnenvölkern, die ebenfalls nach vorgegebenen Richtlinien gezüchtet wurden.

Bei all der Theorie über Bienen ist der Salgener Josef Strobel auch in der Praxis leidenschaftlicher Imker

Der Imker packt für die Reise seine Königin zusammen mit 250 bis 300 Gramm Arbeitsbienen in ein sogenanntes Begattungskästchen. Zeitlich muss der Imker genau planen: Die frisch geschlüpfte Königin kommt drei Tage lang in den Keller, am vierten Tag geht es auf die Reise zur Belegstelle. Alle ankommenden Bienen werden dort kontrolliert, damit sich keine fremden Drohnen einschleichen. Josef Strobel ist Leiter der Belegstelle im Scheppacher Forst im Landkreis Günzburg. Er kann viel erzählen über die Registratur aller Zuchtvölker in Deutschland, die Zuchtwertschätzung, eine mathematische Methode zur genetischen Bewertung von Königinnen, Zuchtplanung, Zuchtkarten und Prüfberichte.

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Doch bei all dieser Theorie hat Strobel auch eine riesengroße Freude an seinen Bienen. Er öffnet stolz Bienenkästen, zeigt Waben, die überquellen von reichlich süßem Honig und viele gesunde, emsige Bienen bei der Arbeit. Ein paar Völker hält er gleich bei seinem Wohnhaus in Salgen, weitere leben auf einem Waldgrundstück im Salgener Moos und auch im Wettenhausener Klostergarten bestäuben seine Bienen die vielen Obstbäume. Als Imker ist es ihm wichtig, dass die Bienen viel Honig produzieren und in unsere Gegend passen und dass es weiterhin „brave“ Bienen gibt, bei denen er ohne Furcht mitten in das Gewusel hineingreifen und Waben herausnehmen kann. „Viele wissen hier gar nicht, dass es eine Belegstelle gibt, dagegen kommen Imker bis von Würzburg, um die Vorteile unserer Belegstelle für ihre Völker zu nutzen“, meint Strobel. Wer Fragen hat, kann sich gerne an ihn wenden.

Die Belegstelle Scheppacher Forst öffnet freitags von 18.30 Uhr bis 20 Uhr. Erste Anlieferung: 24. Mai, letzte am 5. Juli. Mehr hier auf der Homepage der schwäbischen Imker.

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