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Mindelheim

16.02.2020

Der Narrenbaum in Mindelheim ziert sich ein wenig

Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es den Mindelauer Burschen dann doch, den Narrenbaum in die dafür vorgesehen Öffnung zu bugsieren.
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Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es den Mindelauer Burschen dann doch, den Narrenbaum in die dafür vorgesehen Öffnung zu bugsieren.

Während sich die Mindelauer Burschen ins Zeug legen müssen, um den Narrenbaum aufzustellen, ist das Fasnachtssprechen für Enrico Mutzel ein Leichtes.

Viel Tamtam um einen Baum, der eigentlich gar keiner ist: Gemeint ist der Narrenbaum, ein Baum ohne Rinde und Äste. Doch er hat in der alemannischen Fasnacht eine lange Tradition und so ließ es sich die Narrenzunft Durahaufa Mindlhoim nicht nehmen, im Jubiläumsjahr des Durahansls auch wieder einen Narrenbaum aufzustellen. Doch der zierte sich: Die Mindelauer Burschen hatten echte Probleme, denn der Baum wollte einfach nicht in die vorgesehene Öffnung. Doch am Ende setzten sich die Mindelauer durch und das Fasnachtsreiben nahm seinen gewohnten Gang.

Nach der traditionellen Narrenmesse in der Mindelheimer Stadtpfarrkirche wurde auf dem Marienplatz wieder der Narrenbaum des Durahaufas aufgestellt.
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So schön waren Narrenmesse und Narrenbaumstellen
Bild: Wilhelm Unfried

Jedenfalls fast. Denn noch etwas war anders: Vize-Zunftmeisterin Caroline Schaffer musste ohne ihren „Chef“ Bernard Preschl auskommen, doch sie führte gekonnt durch das Programm, auch wenn sie einige Pausen zu überbrücken hatte. Die Gaudi begann wie immer mit einer Narrenandacht. Die Mindelheimer Fanfaren ließen mit ihrer Guggamusik das ehrwürdige Gebäude der Stadtpfarrkirche erzittern, wo Diakon Ante Zovko auf die Bedeutung des Faschings für die Menschen einging. Nach den gemeinsamen Fürbitten entließ der Diakon die frohe Narrenschar, die sich zusammen mit dem Narrenbaum und Abordnungen befreundeter Narrenzünfte mit Fackelträgern auf den Weg machten. Darunter die Bocksberg-Hexa, die Wasserteufel und die Bärentreiber aus Donaualtheim. Nicht fehlen durfte auch der Schetterhaufen Unterkammlach, der sozusagen Werbung in eigener Sache für den großen Umzug am Faschingssamstag, 23. Februar, machte. Und auch die Mindelheimer Faschingsgesellschaften Mindelonia und Siedelonia waren mit von der Partie.

Enrico Mutzel startete beim Fasnachtssprechen mit der Nummer eins und kam auch auf Platz eins

Doch die wichtigste Gruppe waren natürlich die Kinder der Grundschule Mindelheim, angeführt von Rektorin Angela Börner. Und während die Mindelauer versuchten, den Narrenbaum am Marienplatz am richtigen Platz aufzustellen, gingen die Kinder in die Bütt. Enrico Mutzel startete mit der Nummer eins und legte los, als sei Fasnachtssprechen sein Beruf. Kein Wunder, war doch Vater Georg schon ein bekannter Hofmarschall und auch Mutter Liesi, hat es der Fasching angetan. „Endlich ist die fünfte Jahreszeit voll im Gange, unseren Eltern wird‘s schon bange!“, begann er ohne Lampenfieber. „Am Gumpigen Donnerstag hab ich meinen Geburtstag, drum feiert heit.“ Und cool setzte er am Ende seiner Rede die Worte: „Liebe Mindelheimer Narrenschar, ich, Enrico aus der Klasse 4a, wünsche uns allen ein Mega-Faschings-Jubiläums-Jahr!“

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Auf den zweiten Platz kam Pauline Walter, die meinte: „Im Fasching da vergess’ mer alle unsere Sorga, drum feiert heit – und denket id an morga!“ Und Luna Breitruck hörte ein Pfeifen und stellte fest: „I luag um, dr’ Hansl war’s, pfeift num zur Columbine, deam netta Has.“

Eigentlich hätten alle gewinnen müssen, meinte die Jury bestehend aus Bürgermeister Stephan Winter, ihre Lieblichkeit Susanne I. Unglert von der Faschingsgesellschaft Siedelonia und Zunftmeister Ulrich Deisenhofer von den Haldenwanger Furzafang’r.

Und dann war es endlich soweit: Nach einem weiteren Versuch stand der Narrenbaum, der eine lange Tradition hat. Er basiert auf dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Aber: Die Berührung des Faschingssymbols garantiert (angeblich) ein langes und fröhliches Leben. Die bunte Truppe marschierte zum Abschluss zum Forum, wo kräftig weitergefeiert wurde.

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