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Musik

12.12.2017

Ein Konzert, das die Herzen erfüllte

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Christian Schuler

Der Kammerchor „Vocal Total“ stimmte in der Jesuitenkirche auf den Advent ein

Beim Adventskonzert des Kammerchores „Vocal-total“ in der Mindelheimer Jesuitenkirche beeindruckte neben den Sängern auch Moderator Christian Schuler. Und zwar nicht nur durch eine professionelle Artikulation – er moderiert im Bayerischen Rundfunk – sondern auch durch seine umfassenden musikhistorischen Kenntnisse. So zum Beispiel seine Ausdeutung der Person des künftigen Erlösers: Die Worte „ero cras – ich werde künftig bei euch sein!“ ergeben sich aus den Anfangsbuchstaben der lateinischen Begriffe Emmanuel, Rex (König), Oriens (Morgenstern), Clavis (Schlüssel Davids), Radix (Wurzel Jesse) und Adonai sapientia (Sitz der Weisheit). Überzeugend interpretierte der Kammerchor die Adventslieder: Ruhig und schlicht, jedoch nie schleppend, flüssig, ausgewogen in allen Stimmen, werden die barocken Choräle gesungen: „Nun komm der Heiden Heiland“ (Joh. Hermann Schein), „Wie soll ich dich empfangen?“ (Joh. Sebastian Bach) oder „Alma redemptoris mater“ (G. P. da Palestrina). Dem standen die anspruchsvollen mehrstimmigen, oft in sechs bis acht Stimmen geschriebenen, Kompositionen gegenüber: „Machet die Tore weit“ (Andreas Hammerschmidt) oder „Es kommt ein Schiff geladen“ (Max Reger).

Ergänzt wurden die Chorwerke durch die böhmisch-slawischen, in der Ostkirche beheimateten Christusanrufungen: „Rorando caeli defluant“ von Jan Campanus Vodnansky, echoartig im Wechsel von Solo- und Chorstimmen oder im „Cherubinischen Hymnus“ von Dimitrij Bortninansky.

Zu diesem Wohlklang, die Raumschale der Jesuitenkirche trug sicherlich dazu bei, gesellte sich bei den letzteren Werken eine ständige Dynamisierung der Interpretation, verbunden mit einer deutlichen Aussprache.

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Besonders schön gelang auch Joseph Rheinbergers „Prope est Dominus“ mit einem abschließenden strahlenden „Halleluja“. Hier zeigte sich die hervorragende Einstudierung durch den Leiter Ottmar Einsiedler. Seine vorausschauende Gestik nahm der Chor mit ständigem Augenkontakt auf.

Das galt auch für die in moderner Tonsprache gehaltenen Werke, dem „Rorate caeli“ von Hermann Schröder und dem „Salve Regina für die Mütter in Brasilien“, des schwedische Jazzmusikers Lars Jannson. In freier und gelöster Gestaltung setzten die Sängerinnen und Sänger dieses lateinamerikanische Lob Mariens um. Damit schloss sich der Kreis eines adventlichen Chorkonzertes, das als Einstieg in das Warten auf den Erlöser die Herzen erfüllte.

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