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Genossenschaft

20.05.2015

Fischers Feinde: Kormoran und Springkraut

44 Jahre fungierte Donat Waltenberger (Mitte) als Vizevorsitzender der Fischereigenossenschaft Obere Mindel. Für sein langjähriges Engagement ernannte ihn Reginald Reichert (links) zum Ehrenmitglied. Herzlich gratulierte ihm auch Geschäftsführer Manfred Putz (rechts).

Jagd auf den räuberischen Vogel bringt erste Erfolge. Die wuchernde Blume macht noch Sorgen

„Wir betreiben keine Badewannen-Fischerei, sondern setzen auschließlich größere Flossentiere in die Fließgewässser ein“. Mit dieser Aussage wehrte sich Manfred Putz, Geschäftsführer der öffentlich-rechtlichen Fischerei-Genossenscaft Obere Mindel gegen Vorwürfe, die den Petrijüngern oft von selbst ernannten Naturschützern gemacht werden. Jüngstes Beispiel: Die Tierschutzorganisation „Peta“ unterstellte den Teilnehmern an Vereins- und Königsfischen in Anzeigen „Töten von Tieren ohne rechtfertigenden Grund“. Sämtliche Verfahren wurden von der Staatsanwaltschaft mangels Anfangsverdacht eingestellt. Jetzt überlegen sich die Fischer, ob sie künftig Angelwettbewerbe und Preisträger in der Presse veröffentlichen.

Woran den Fischern besonders liegt, ist die biologische Durchgängigkeit der Fließgewässer. „Wir sind nach wie vor gegen kleine Wasserkraftwerke, weil Staubereiche an ihren Triebwerken die Fische gefährden“, machte Reginald Reichert deutlich, der als Stellvertreter des verhinderten Vorsitzenden Hermann Haisch bei der Jahreshauptversammluung der Fischereigenossenschaft deren Aktivitäten Revue passieren ließ.

284 Kilometer Fließgewässer schlängeln sich durch den Bereich der Genossenschaft Obere Mindel. Die wurden im Berichtsjahr mit 29000 Jungfischen im Wert von 21000 Euro besetzt. Sorgen macht Fischern und Teichwirten gleichermaßen die Gewässergüte. Nitrateinträge, sowie Rückstände von Arznei- und Waschmitteln, wie auch Plastikmüll belasten das Grundwasser und damit auch den noch guten Zustand der Bäche und Flüschen. „Solche chemischen Zeitbomben“, warnte Reichert, „sind nicht nur für Fische gefährlich, sondern gelangen auch in die Nahrungskette der Menschen.“

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Die Genossenschaft sorgte im Benehmen mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten für eine ganze Reihe ökologischer Verbesserungen an den Fließgewässern. So an der Mindel bei Hausen, Pfaffenhausen und Kirchheim.

Gefahr droht der Wasserqualität laut Reichert auch vom Maisanbau bis an die Uferkanten. Besonders bei Regenfällen würden Sediment- und Schadstoffe aus den Feldern in die Bäche geschwemmt. Bei der Landwirtschaft mahnte er deshalb die Freihaltung einer Pufferzone von mindestens fünf Metern an, wie in anderen Bundesländern bereits der Fall. Sorgen macht den Fischern auch das indische Springkraut, dass die heimische Flora verdrängt und sich auch an den Gewässerläufen unaufhaltsam ausbreitet. Donat Waltenberger zeigte in Wort und Bild Möglichkeiten auf, wie man die in unserer Landschaft unerwünschte Blume erfolgreich ausrotten kann.

Der mit 21400 Euro für das Jahr 2015 veranschlagte Haushalt der Genossenschaft wurde einstimmig angenommen. Mit diesem Geld soll der Frühjahrsbesatz von 26 700 heimischen Fischarten in 2016 finanziert werden.

Und noch eine erfreuliche Nachricht. Die Fischverluste an der Mindel hielten sich in Grenzen. Den gefräsigen Kormoranen ging es an den Kragen. Die Bejagung der Fischräuber zeigte Erfolge. (iss)

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