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Unterallgäu

28.12.2020

Förster säen Tannenbäume für die Zukunft aus

Die Samen in einem frisch geernteten Zapfen der Weißtanne.
Bild: Staatsforsten

Plus Warum im Herbst in den Staatswäldern Zapfenpflücker unterwegs waren, um hochwertiges Saatgut zu gewinnen.

Während gerade viele Nadelbäume die Wohnzimmer im Unterallgäu schmücken, sorgen die Mitarbeiter des Staatsforstes Ottobeuren dafür, dass es auch in Zukunft genügend Tannenbäume in der Region gibt – allerdings draußen im Wald und auch ganz ohne Kugeln und Lametta.

In den Staatswäldern des Forstbetriebs Ottobeuren haben die Waldarbeiter auf rund zehn Hektar heimische Weißtanne (Abies alba) ausgesät. Bei den Tannen gab es heuer nach Mitteilung des Forstbetriebs ein Mastjahr, das heißt, dass besonders viele Früchte angesetzt wurden. Diesen Umstand hat man genutzt, um hochwertiges Saatgut aus dem eigenen Wald zu gewinnen. Die Tannenzapfen wurden auf Bäumen ausgewählter Saatgutbestände geerntet. Rund 500 Kilogramm Tannenzapfen kamen dabei im Frühherbst zusammen. Die Saatguternte findet in luftiger Höhe in den Baumkronen der Tannen statt. Die Zapfenpflücker müssen dafür sportlich und schwindelfrei sein, um mit Seil und Kletterausrüstung in Höhen von 30 bis 40 Metern arbeiten zu können. In der Baumkrone pflücken die Baumsteiger die noch nicht reifen Tannenzapfen und sammeln sie in Jutebeuteln. Bei guten Bäumen können so bis zu 25 Kilogramm Zapfen geerntet werden.

Aus einem so kleinen Weißtannen-Sämling wird einmal ein großer Baum.
Bild: Staatsforsten

Die wertvollen Tannen-Samen werden von Hand in den Staatswäldern im Unterallgäu ausgesät

Gewogen und registriert trocknen die Zapfen anschließend mehrere Wochen auf dem Dachboden des Forstbetriebs. Die Zapfen werden täglich umgeschaufelt, bis sich die Zapfenschuppen lösen und den reifen Tannensamen frei geben. Anschließend werden die wertvollen Samen ausgesiebt und von den Forstwirten in Handarbeit in den Staatswäldern ausgesät, in denen noch keine Tannen wachsen. Die regional gewonnenen Samen sind an die klimatischen und standörtlichen Bedingungen im Allgäu optimal angepasst. Im Frühjahr werden die Tannensamen keimen und ihren wichtigen Beitrag für den Wald von morgen leisten.

So ein stattlicher Baum kann sich im Laufe vieler Jahre aus dem Sämling entwickeln.
Bild: Staatsforsten

Die künftigen Waldgenerationen werden heftigeren Stürmen und größeren Dürren trotzen müssen als die heutigen Altbestände. Im Staatswald baut man deshalb bereits seit Jahrzehnten auf gemischte und stabile Wälder. „Unsere heimische Weißtanne ist durch ihre Klimastabilität und Schattentoleranz ein wertvoller Teil der Baumartenmischung im Klimawald“, sagt Ottobeurens Forstbetriebsleiter Hermann Saul Walter. (mz)

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