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Literatur

04.11.2017

Gehasst, geliebt, gelesen

Es gibt sie – je nach Inhalt und Sprache – in mehreren Farben. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: Reclam-Büchlein.
Bild: Alexander Rüsche/dpa

Die Reclam-Bibliothek wird 150 Jahre alt. Nicht jeder mochte die handlichen, meist gelben Bücher

Die meisten werden sie aus Schulzeiten kennen, so mancher hatte sie aber auch später noch in der Hand: die handlichen, meist gelben, Büchlein der Firma Reclam, in denen vermutlich jeder Literaturklassiker zu finden ist. Im November 1867, vor 150 Jahren, wurden die ersten Bände der Universal-Bibliothek veröffentlicht. Sie ist eigenen Angaben zufolge damit die älteste Reihe auf dem deutschen Buchmarkt.

Ihre beiden Gründer, Anton Philipp Reclam und sein Sohn Hans Heinrich, hatten die Reihe als eine Bildungsbibliothek konzipiert, die mit ihrem geringen Preis auch für das breite Publikum erschwinglich war. Ihr Programm bot die Klassiker der deutschen und europäischen Literatur, antike Texte und moderne Skandinavier, Philosophie und Opernlibretti; auch Populäres wurde nicht verschmäht, heißt es auf der Homepage des Verlags. Erfolgreich waren die Reclams mit ihrer Universal-Bibliothek auch deshalb, weil sie modernste Produktionstechniken einsetzten und weil sie in Vertrieb und Marketing professionell handelten, mit besonderen Einführungskonditionen für den Handel und aktiver Werbeunterstützung, so der Verlag.

Im Jubiläumsjahr gibt es eine Edition in besonderer Ausstattung, unter anderem mit Bänden, die es bisher noch nicht im Reclam-Format gab. Ihr farbiges Markenzeichen erhielt die Universal-Bibliothek übrigens im Jahr 1970: Seitdem tragen die Bücher Gelb. „Gehasst, geliebt, gelesen“, schreibt der Verlag über seine Produkte. Manche verbinden mit Reclam positive Erinnerungen, für andere bedeutet Reclam lästige Pflichtlektüre. Doch wohl jeder, der einmal die Literatur im Heftformat in der Hand hielt, hat eine Erinnerung daran – wie auch die MZ-Redaktion (siehe unten). (mz)

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