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Fasching

13.02.2015

Im Rathaus geht der Punk ab

Ralf Müller überzeugte mit seinem Auftritt als Conchita Wurst.
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Ralf Müller überzeugte mit seinem Auftritt als Conchita Wurst.

Haarsträubende Aufgaben: Der Bürgermeister und seine Beamten verlieren gegen den Durahaufa

„Wir werden immer besser“, diese Losung aus dem Sport nahmen sich Bürgermeister und Bedienstete des Rathauses zu Herzen um beim traditionellen Rathaussturm des Durahaufa alle gestellten Aufgaben zu lösen. In der Tat bissen sich die Hästräger in diesem Jahr fast die Zähne aus, denn Bürgermeister Stephan Winter hatte seine Crew zu einer hartgesottenen Gemeinschaft von Punks formiert, die mit Herzblut an die Lösung der Aufgaben ging.

Der Rathaussturm begann mit Verspätung. Eine kleine Stichelei des Durahaufas, weil in der Homepage des Rathauses der Rathaussturm der Mindelonia zugeschrieben worden war. „Nachdem die Mindelonia nicht gekommen ist, sind dann wieder wir auf dem Marktplatz eingezogen“ meinten Zunftmeister Bernhard Preschl und seine Stellvertreterin Jasna Hefele. Auch sie zeigten sich beeindruckt vom teils haarsträubenden Outfit des Rathauspersonales und der Stadträte.

Zum Aufwärmen musste die neuformierte Rathaus-Punk-Band das Lied der Toten Hosen von den „Zehn kleinen Negerlein“ zum Besten geben. „Einer wollte Steuern sparen und musste ins Kittchen“ hieß da eine Strophe, wobei der Sänger aussah wie Uli Hoeneß.

Der Bürgermeister hatte sich kostümmäßig zwar schon schwer ins Zeug gelegt, doch das Nasenpiercing, das zu einem echten Punk gehört, fehlte. Adjutantin Alex König hatte dann das Vergnügen und durfte ihrem Chef einen Nasenring verpassen.

Im Rathaus schlummern hintern den Aktenbergen echte Talente. Dies wurde bei Aufgaben drei und acht deutlich. Ronny Herold sang als Superstar der Punkszene das Lied „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ und brachte die Fangemeinde zum ersten Mal so richtig in Stimmung. Den Vogel schoss aber Ordnungsamtsleiter Ralf Müller ab, der als „Conchita Wurst“ dem Star zum Verwechseln ähnlich sah. Die Choreografie stimmte, das Outfit, nur leider hatte er sich ein Lied mit dem neuen Heino ausgesucht, was die Show doch eintrübte.

Das Mindelheimer Kino hat geschlossen. Als Ersatz forderten die Narren Kasperletheater auf dem Marienplatz. Hier mussten die Stadträte ran.

Eine Gaudi war dann noch ein „Hundeschlittenrennen“ rund um die Mariensäule zwischen Bauhof und Stadtrat. Irgendwas müssen die Organisatoren dabei jedoch missverstanden haben, die Hunde saßen auf den Schlitten und ließen sich ziehen. Wiedergutmachung gab es schließlich noch für ein Durhaufa-Mitglied, das sich kürzlich auf den eisigen und nicht geräumten Wegen der Stadt den Fuß gebrochen hatte. Es musste samt Rollstuhl von den starken Männern des Bauhofes in den Sitzungssaal gebracht werden. Aber bei dem hübschen Mädchen hat das den Jungs sicher Spaß gemacht.

Am Ende bescheinigte Bernhard Preschl vom Durahaufa dem Rathausteam zwar großen Einsatz und lobte auch die fast hundertprozentige Lösungsquote, doch so ganz habe es eben wieder einmal nicht gereicht. Und so kam es, wie es kommen musste: Die Narren stürmten mit großem Hallo das Rathaus, wo schon eine feine Schorle mit Weinen aus Tramin auf die Hästräger wartete.

Vor dem Rathaus feierten sich die Mindelheimer und ihre Gäste auf dem Marienplatz inzwischen warm und vertrieben sich an den Bars die Zeit bis zum großen Umzug.

Bei uns im Internet

Bilder vom Rathaussturm finden Sie auch in einer Bildergalerie auf unserer Webseite unter der Adresse

mindelheimer-zeitung.de/bilder

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