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04.09.2019

Immer mehr Unterallgäuer verreisen per Wohnmobil

Ein T-Shirt, eine Philosophie: Das perfekte Outfit für einen Wohnmobil-Fan.
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Ein T-Shirt, eine Philosophie: Das perfekte Outfit für einen Wohnmobil-Fan.
Bild: Ulrich Wagner

Die Zahl der „rollenden Ferienwohnungen“ hat sich in den vergangenen acht Jahren fast verdoppelt. Der Markt für Wohnmobile ist wie leergefegt.

Wohnmobile boomen: Um genau 45.794 ist deren Zahl vom Jahr 2018 auf 2019 in Deutschland angestiegen. 532.687 waren es nach der letzten Bestandsaufnahme des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) im Januar dieses Jahres – und davon sind 1150 Ferienhäuser auf Rädern im Landkreis Unterallgäu registriert. Das ist ein neuer Rekord. Von 2011 bis heute wuchs der Bestand insgesamt um 207.586 Fahrzeuge. Im Kreis Unterallgäu stieg die Zahl innerhalb dieses Zeitraums um 532 – gleich 86,1 Prozent.

Es gibt mehr als 6000 Wohnmobil-Stellplätze in Europa

Die Werbung verspricht Freiheit und Abenteuer, die Realität verspricht auf Google 6.202 Stellplätze in Europa oder 4.037 Stellplätze in Deutschland. Werden die auf Campingplätze dazu genommen, sind es deutlich mehr. So oder so: Die Zahl der neu zugelassenen Wohnmobile lag 2018 bei 46.859. Damit stieg die Zahl der Neukäufe um 15,5 Prozent. Der Bestand stieg parallel um 45.794, und da zeigt sich eine Krux oder ein Vorteil dieser Spezial-Autos: Sie sind ausgesprochen nachhaltig, weil sie lange halten. Denn dass die Zahl der neuzugelassenen Mobile recht genau der Zahl des Bestandszuwachses entspricht, heißt auch, dass wenige dieser Fahrzeuge ausgemustert wurden. Deswegen zittern Wohnmobilisten auch immer noch ein wenig vor Fahrverboten, weil die allermeisten einen schon älteren Diesel unter der Haube haben.

Die Ferienhäuser auf Rädern sind begehrt, um die 7000 Gebrauchtangebote auf Internetplattformen bundesweit sprechen für einen recht leergefegten Markt. Die Branche ist auf kaufkräftige Kundschaft angewiesen, denn der Durchschnittspreis für neue Reisemobile lag 2018 bei über 71.000 Euro.

Die wichtigste Wohnmobil-Zielgruppe sind Menschen über 50

Geschäftsführer Daniel Onggowinarso vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) nennt die Menschen über 50 als die wichtigste Zielgruppe der Branche. Die wächst derzeit – und zwar auch mächtig der Rente entgegen, was zusätzliche Freizeit eröffnet. Gleichzeitig stellt die Branche einen Outdoor-Trend bei jüngeren Familien fest. Außerdem profitiere die Branche vom Niedrigzinsniveau und vom anhaltenden Wirtschaftswachstum in Deutschland, heißt es bei Pressegesprächen ganz offen.

Daraus lässt sich im Umkehrschluss auch feststellen, dass ein hoher Wohnmobilbestand ein Indiz für eine kaufkräftige Bevölkerung ist. Das sieht auf der lokalen Ebene wie folgt aus: 618 Wohnmobile gab es im Unterallgäu im Jahr 2011. Vergleicht man die Zahlen von Anfang 2019 und 2018, dann stieg die Zahl der zugelassenen Wohnmobile hier binnen eines Jahres um 105 (10 Prozent).

Im Unterallgäu kommen 8,1 Wohnmobile auf 1000 Einwohner

Was in absoluten Zahlen aber auch zeigt, dass Wohnmobile in der Regel als Dritt- oder Zweitwagen Nischenprodukte sind. Im Unterallgäu kommen 8,1 Wohnmobile auf 1000 Einwohner. Der bundesweite Spitzenreiter ist mit 17,31 (Vorjahr 16,12) Wohnmobilen pro 1000 Einwohner der Kreis Schleswig-Flensburg. Dort ist allerdings ein großer Vermieter beheimatet.

Das Unterallgäu liegt in der Wohnmobil-Bundesliga mit seinem Wert auf Platz 102 von 400 ausgewerteten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen; Halle (Saale) mit 1,83 Wohnmobilen auf dem letzten Platz – was den Zusammenhang zwischen Einkommen und Wegkommen zwar nicht beweist, aber nahelegt: Beim Einkommen liegt Halle nach der Einkommensstatistik auf Platz Nummer 398. (teb, zds)

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