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Jahreskonzert

27.03.2015

Mit schönen Tönen verwöhnen

Ein „kleiner Buntspecht“ war Vorbild für das Klarinetten-Solo von Barbara Zech und Erich Eisenschmid.
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Ein „kleiner Buntspecht“ war Vorbild für das Klarinetten-Solo von Barbara Zech und Erich Eisenschmid.

Die Hausener Musikanten erspielten sich viel Beifall

Von sechs Ehemaligen im Jahre 1975 wiedergegründet, feiert der Musikverein Hausen im Mai sein 95-jähriges Bestehen. Einen Vorgeschmack auf dieses festliche Ereignis lieferte die inzwischen auf 46 Musikanten angewachsene Kapelle bei ihrem Jahreskonzert. Um es vorweg zu sagen. Was da zwei Stunden lang von den Pulten kam, war Blasmusik vom Feinsten.

Die im Programm angekündigten Polkas, Märsche, Balladen und konzertanten Werke trafen exakt den Geschmack der Besucher. Ob klassisch, böhmisch-mährisch oder poppig, die Fan-Gemeinde geriet mitunter regelrecht aus dem Häuschen.

Verwöhnen mit schönen Tönen wollten die Hausener Musiker ihre Zuhörer. Dies gelang ihnen mit der üppigen und streckenweise klassisch anmutenden Ballade „Fantasy on an American Classic“ von James Swearingen auf Anhieb. Das Stück beeindruckte mit schönen Melodien und häufigen Dynamikwechseln.

Wie auf den Leib geschneidert waren dem Orchester die „Pacific Dreams“ aus der Feder von Jakob de Haan. Südseeromantik machte sich breit. Mit ihren Instrumenten gaukelten die Musiker dem Publikum weiße Strände vor, an denen sich kaffeebraune Schönheiten vergnügten. Hier ließ auch der Komponist seinen Vorliebe für exotische Inseln im Pazifik und die australische Metropole Sydney freien Lauf.

Frischer Bergwind wehte den Kozertbesuchern bei dem Stück „Mountain Wind“ von Martin Scharnagel um die Nase. Von der Blaskapelle Hausen schlicht in Szene gesetzt, verfehlte diese Komposition keineswegs ihre emotionale Wirkung.

„Zeit für Musik“ nahmen sich Instrumentalisten wie auch Besucher bei der gleichnamigen Polka von Alexander Pfluger, dem Gründer der Kapelle „Die schwindligen 15“. Da feierten die böhmisch-mährischen Klänge fröhliche Urständ.

In den höchsten und tiefsten Tönen ließen die beiden Solisten Barbara Zech und Erich Eisenschmid ihre Klarinetten fröhlich zwitschern. Sie taten dies mit viel Einfühlungsvermögen einem „Kleinen Buntspecht“ nach, den der Komponist Lukas Bruckmeyer an einem Sommermorgen belauschte.

Recht schmissig interpretiert erklang vor der Pause noch der „Castaldo-Marsch“, das wohl populärste Stück des Komponisten Rudolf Novacek.

Keine Wünsche offen ließ im zweiten Konzertteil eine Reise ins fränkische Weinland. „In Vino Veritas“ à la Michel Seufert passte so recht zu dieser musikalischen Exkursion.

Groß im Geschäft war beim Jahreskonzert auch die Sonne. Schmissige Polkaklänge schickten ihre Strahlen in die Herzen der Konzertbesucher. Von heldenhaften Taten strotzte das Stück „Eiger: A Journey to the Summit“, komponiert von James Swearingen. Das Ensemble interpretierte dabei ein spannendes Bergdrama.

Und dann Ohrwurmgefahr. Mit dem unter die Haut gehenden Song „You Raise Me Up“ nach Josh Groban setzte Carina Schneider dem Konzert ein dickes Sahnehäubchen auf. Wie die 21-jährige Solistin die Pop-Ballade vortrug, das war ganz großes Herzkino. Das Publikum konnte von den Sangeskünsten aus Bronnen nicht genug kriegen und rief lautstark nach Wiederholung.

Das Beste servierten die Musiker zum Schluss. Nicht geschüttelt, nur gerührt, ging Geheimagent 007 nach Noten auf Verbrecherjagd. Das Blasorchester verabschiedete sich mit den schönsten Titelmelodien aus James-Bond-Filmen. Großes Kompliment dem Dirigenten Armin Preschl. Einmal mehr gelang es ihm, konzertante Wirbelstürme zu entfesseln. (iss)

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