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Porträt

28.01.2015

Musikalische Familienbande

Issi, Siggi und Rainer (von links) heißen nicht nur alle Wiedenmann, sondern machen auch alle gern Musik. Zusammen sind sie die Familienband „Öha“.
Bild: Gutmann

Die Gruppe „Öha“ nimmt in ihren Liedern den Alltag aufs Korn

Diese Familienbande ist auch eine Familienband: Siggi (Siegfried), seine Frau Issi (Isabella) und der Bruder Rainer, alle Wiedenmann mit Familiennamen. Angefangen hat es vor 25 Jahren mit den „Unterrieder Buaba“. Später spielten die Brüder bei „Countdown“, Cover-Rock und traten oft in großen Festzelten auf. Doch dann kam die musikalische Wende. Issi bekam das zweite Kind, die vielen Auftritte immer parallel zum normalen Berufsleben wurden einfach zu viel. Und so gab es erst mal eine musikalische Verschnaufpause.

Als der Opa der Brüder starb, vererbte er Siggi seine Steirische Ziach (Harmonika). Anders als beim herkömmlichen Akkordeon ertönt bei der diatonischen Ziach beim Ziehen ein anderer Ton als mit dem selben Knopfdruck beim Zusammendrücken. Siggi hatte zunächst ein Problem mit dem Instrument, doch er betrachtete es als Herausforderung. Ein Bekannter zeigte ihm, wie es funktioniert und meinte „Das kannst Du Dir schon selber beibringen!“ Siggi spielt nicht nach Noten und hatte nie herkömmlichen Musikunterricht. Mithilfe einer Griffschrift erlernte er tatsächlich dieses urige Instrument und vor dreieinhalb Jahren wurde die heutige Band „Öha“ gegründet. Siggi spielt seine Steirische, Rainer den Kontrabass und dazu Bariton und Tuba. Issi spielt Gitarre und alle drei singen. Die Stimmen weben sich ineinander, bilden eine Einheit, da ist nichts unsauber, unsicher oder gar daneben. Man merkt, das sind Profimusiker mit jahrelanger Erfahrung.

Isabella Wiedenmann, singt auch im Kirchenchor, spielt – wenn Not am Mann ist – die Kirchenorgel und beherrscht das Klavier. Das Programm der Gruppe „Öha“ besteht aus alpenländischen Stücken, teilweise nur instrumental, im Wechsel zum Gesang. Die Band hat auch eigene Stücke im Unterallgäuer Dialekt kreiert, mit witzig-satirischen Texten. „Das kann man nicht als vierstündiges Programm machen,“ sagt Siggi. „Unsere eigenen Stücke sind wirklich zum Zuhören, sie fordern Aufmerksamkeit.“ Das muss sich mit unterhaltsamen, auch als Hintergrundmusik geeigneten Stücken abwechseln.

Die Themen der eigenen Stücke sind aus dem Leben gegriffen. So war Rainer Wiedenmann im Baumarkt und wollte Bretter kaufen. Seine einschlägigen Erfahrungen hat die Band satirisch überspitzt in dem Lied „Sanitär“ verarbeitet, wo es zunächst keinen hilfreichen Angestellten für die Brettersuche und später keine Toilette für den kleinen Sohn gibt und es zum Malheur kommt. Auch bei anderen Stücken, die von der Qualität leckerer Wiener Schnitzel handeln, vom McDonald’s- Besuch mit der Oma oder „I und mei Bruader“nehmen die Drei den Alltag auf humorvolle Art musikalisch-mundartlich aufs Korn. (ug)

Wer „Öha“ hören will, hat dazu am Sonntag, 1. Februar, um 13.30 Uhr beim „Unterrieder Kaffeekränzle“ im Sportheim Gelegenheit. Außerdem spielen die Musiker am 28. Februar im „Hoigata“ in Ollarzried.

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