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Baugebiet

26.02.2015

Neue Pläne für das Sebastians-Carré

Stadträte sehen für die Anlieger mehr Vor- als Nachteile

Zahlreiche Anlieger verfolgten in der jüngsten Stadtratssitzung die Aussprache zum Thema „Änderung des Bebauungsplanes im Bereich Brunnenweg, südliche Friedrich-Zoepfl-Straße und Sebastianspark“. Dahinter verbirgt sich das so genannte Sebastians-Carré. Dort will die Firma Glass statt der ursprünglich geplanten Reihenhäuser nun Mehrfamilienhäuser errichten. Der Bauausschuss hatte das Vorhaben an das Gesamtplenum verwiesen (wir berichteten). Der Stadtrat brachte nun die Änderung des Bebauungsplans mit 15 gegen vier Stimmen auf den Weg. Die Bevölkerung kann im Zuge des Verfahrens noch Einwände vorbringen.

Die Änderung des Bauvorhabens hat im Nordosten der Stadt für Gesprächsstoff gesorgt. Das Sebastians-Carré ist die letzte noch nicht bebaute Ecke des Sebastiansparks. Der Besitzer des Grundstücks, die Firma Glass, wollte dort ursprünglich nur Reihen- und Doppelhäuser errichten. Die neuen Planungen sehen Mehrfamilienhäuser mit 26 Wohnungen vor.

Stadtbaumeister Gerhard Frey ging zunächst auf die Geschichte dieses Erschließungsgebietes ein. Ein Bebauungsplan bestehe dort seit 2003. Mittlerweile sei fast alles bebaut. Ein neuer Plan sei jedoch nicht nur wegen der Änderungswünsche der Firma Glass notwendig. So wurde unter anderem im Bereich Erwin-Holzbaur-Straße eine neue Erschließungssstraße geplant. Weiter sei der geplante Friedhof im Osten weggefallen.

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Frey sah durch die Neuplanung Vorteile für die Anlieger. So werde man nun das gesamte Areal als reines Baugebiet ausweisen. Durch die geplante Tiefgarage würden die Autos aus dem Bild verschwinden. Weiter würde pro drei Wohneinheiten ein Besucherparkplatz gefordert. Die Beschattung der Umgebung werde durch die so genannten Punkthäuser nicht schlechter als bei Reihenhäusern. Den Verkehr könne man durch das Einrichten von Spielstraßen verlangsamen. Und die Zahl der Wohnungen soll auf 23 reduziert werden.

Manfred Schuster erklärte für die Bürgergemeinschaft, dass seine Fraktion dem nicht zustimmen könne. Die Käufer der Umgebung hätten unter anderen Umständen gekauft, nämlich dass dort Reihenhäuser entstehen. Die Neuplanung könne eine Wertminderung der bestehenden Häuser zur Folge haben.

Christoph Walter von der CSU versuchte, die Diskussion zu versachlichen. Es gehe um die Frage, ob sich durch die Umplanung für die Anlieger etwas verschlechtere? Daran müsse der neue Bebauungsplan gemessen werden. Er sah durchaus positive Ansätze. Bürgermeister Stephan Winter und Kämmerer Wolfgang Heimpel wiesen Vorwürfe, die Stadt sei kein verlässlicher Partner, zurück. Heimpel betonte, bei den Grundstückverhandlungen seien die Käufer über die Möglichkeiten des Bebauungsplanes und möglichen Änderungen hingewiesen worden.

Ulrich Manlig von der SPD-Fraktion sah in der Umplanung durchwegs gute Ansätze, meinte jedoch, der Stadtrat müsse auch die Anliegen der Häuslebauer anerkennen. Er bleibe bei seiner Ablehnung.

Josef Doll von den Grünen sprach sich für die Umplanung aus. Dies sei ein innovatives Konzept. Reihenhäuser habe man genügend. Der Landverbrauch werde reduziert. Besonders hob er die Tiefgarage hervor.

Der Stadtrat brachte mit großer Mehrheit die Änderung des Bebauungsplans auf den Weg. Zielsetzung sei, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Verwirklichung von Geschosswohnungsbauten in Form von Punkthäusern mit Tiefgaragen zu schaffen. Das oberste Stockwerk kann zurückgesetzt werden (Penthäuser).

Die Verwaltung wird das Bauleitverfahren einleiten, in dessen Verlauf Anlieger noch Einwände einbringen können.

Die Diskussion ist geschlossen.

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