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Verkehr

07.01.2020

Ottobeuren macht mobil

Wer in und um Ottobeuren mobil sein möchte, kann jetzt bei einer neuen Mitfahrzentrale mitmachen.
Bild: Rebhan

Fahrer und Beifahrer sollen auf Internetplattform zueinanderfinden und somit die Umwelt schonen. Was das Projekt von herkömmlichen Mitfahrzentralen unterscheidet

Ein neues Mobilitätsangebot ist in Ottobeuren an den Start gegangen: Es ist die moderne Form des Trampens, wie Pressesprecherin Sigrid Leger die lokale Mitfahrzentrale von „Ottobeuren-macht-mobil.de“ nennt.

Mitfahrzentralen gibt es in vielen Städten. Das Problem hierbei sei oft, dass nur überregionale Fahrten angeboten werden, weil sich sogenannte Kurzstrecken oft gar nicht rentierten. Genau hier setze „Ottobeuren-macht-mobil.de“ an: „Wir möchten die nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum stärken und mit sozialen Komponenten verbinden“, erklärt Helmut Scharpf, der seine Idee auf den Weg bringen möchte, die es ihm zufolge bislang so in Deutschland noch nicht gibt.

Ob zum Einkaufen, für die Freizeit, zu Veranstaltungen oder für den täglichen Arbeitsweg sollen Fahrer und Beifahrer auf der Internetplattform über den Fahrplan zusammenfinden. Die Registrierung beider Nutzer erfolgt in kurzer Zeit und fragt neben der E-Mail-Adresse, dem Namen und der Anschrift auch ab, welchen Verein man unterstützen möchte. Denn diese werden durch das Projekt unterstützt.

Ottobeuren macht mobil

„Aktuell haben wir 20 Vereine und karikative Einrichtungen, die sich beteiligen und die man online auswählen kann“, so Scharpf. Jeder Verein hat einen „Verkehrsbotschafter“ bestimmt, der im Verein gemeldete Mitglieder verifiziert.

Wenn sich dann Fahrer und Mitfahrer zu einer gemeinsamen Fahrt gefunden haben, erhält der Fahrer vom Beifahrer jeweils einen Euro pro angefangene zehn Kilometer Fahrstrecke. Der Fahrer wiederum wird am Jahresende gebeten, diese Einnahmen freiwillig an den von ihm ausgewählten Verein oder die karitative Einrichtung zu spenden.

Die grundsätzliche Nutzung der Plattform ist für alle Erwachsenen kostenlos. Ebenso dürfen Jugendliche ab 16 Jahren mitfahren. Anmelden können sich auch Interessierte, die nicht in Ottobeuren wohnen oder Mitglied in einem der angeschlossenen Vereine sind.

Das Motto „Gemeinsam Gutes tun“ lohnt sich laut den Verantwortlichen gleich aus mehreren Gründen: Fahrten, die sowieso stattfinden würden, sparen mit einem Beifahrer ein weiteres Fahrzeug auf der Straße ein. Andernfalls würden doppelt so viel Kohlendioxid freigesetzt und damit Treibstoff verbraucht. So aber werde die Luftbelastung durch Stickoxide und Feinstaub reduziert.

Als Fahrer wiederum unterstütze man Menschen, die über kein eigenes Auto verfügen. Zudem erhalten karikative Einrichtung eine Spende, die der Fahrer steuerlich geltend machen könne. „Und man lernt neue interessante Menschen kennen“, fügt Scharpf hinzu.

Nach der Fahrt können sich Fahrer und Beifahrer gegenseitig auf der Plattform bewerten, was laut den Verantwortlichen zusätzliche Sicherheit schaffe. Das Projekt der ländlichen Mobilität wird von der Bayerischen Staatsregierung mit einer Förderung über das Leader-Programm unterstützt.

Registrierung unter www.ottobeuren-macht-mobil.de

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