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Unterallgäu
03.05.2021

Er lebt als Falter nur ein bis drei Tage

Der unscheinbare Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist im Vergleich zum Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling an den Flügelunterseiten heller gefärbt und weist zwei schwarze Punktreihen auf.
Foto: Stefanie Gansbühler, LPV

Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling bevorzugt rot- bis blauviolette Pflanzen und ist hochgradig spezialisiert.

In den vergangenen Jahren haben Experten dramatische Bestandsrückgänge bei bestimmten Tier- und Pflanzenarten und damit einen Verlust von Lebensvielfalt im Unterallgäu beobachtet. Seit vergangenem Jahr gibt es daher das Projekt „Arche Noah Unterallgäu“. Im Zuge dessen sollen die Lebensbedingungen von 14 vom Aussterben bedrohten Arten verbessert werden. In einer Serie wollen der Landschaftspflegeverband, der Bund Naturschutz sowie der Landesbund für Vogelschutz mit der Mindelheimer Zeitung die einzelnen Arten vorstellen.

Der Falter braucht den Großen Wiesenknopf

Ameisenbläulinge faszinieren durch ihre hochgradige Spezialisierung: Die Eier des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings werden einzeln und ausschließlich auf die Blütenköpfchen des Großen Wiesenknopfs gelegt. Junge Raupen ernähren sich von dessen Blüten und Samenanlagen, ältere Raupen hingegen von Babyameisen, nachdem sie von Knotenameisen in deren Bau gebracht wurden. Hier überwintern die Raupen, verpuppen sich und ab Mitte Juni schlüpfen die Falter.

Im Vergleich zu ihrer Schwesternart, dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, zeigt die Art große Variabilität sowohl bei der Auswahl der Wirtsameise als auch bei der Nektarpflanze. Entscheidend für das Vorkommen der Ameisenbläulinge ist die Dichte und Verteilung geeigneter Ameisennester.

Neben dem Großen Wiesenknopf besuchen die Falter in ihrem kurzen Leben von ein bis drei Tagen vorzugsweise rot- bis blauviolett blühende Pflanzen wie Blut-Weiderich oder Vogel-Wicke.

Die Bestände der Art sind in Bayern und Deutschland stark gefährdet und deshalb streng geschützt, auch EU-weit durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtline. Die Falter besiedeln Pfeifengras- und Feuchtwiesen, aber auch feuchte Hochstaudenfluren.

Viele Lebensräume werden für den Bläuling unbewohnbar

Diese Lebensräume werden beispielsweise durch Nutzungsaufgabe, Aufforstung, Entwässerung, Düngung und häufige Mahd für den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling sowie für seine Wirtsameisen unbewohnbar.

Ungünstig sind Pflegemaßnahmen in der Landschaft, die nicht an den Entwicklungszyklus des Falters und an die Bedürfnisse der Wirtsameisen angepasst sind. Eine einmalige Mahd im Herbst ist hingegen günstig. (johs)

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