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Unterallgäu
01.10.2019

Lese-Rechtscheib-Schwäche: Tipps für Eltern

Die Germanistin Kerstin Gemballa aus Ottobeuren unterrichtet Schüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche. Nun hat sie dazu ein Buch herausgebracht.
Foto: Dunja Schütterle

Die Ottobeurerin Kerstin Gemballa gibt in ihrem Buch Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche Tipps, wie sie ihren Nachwuchs fördern können.

Kerstin Gemballa aus Ottobeuren ist Germanistin. Sie unterrichtet Schüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS), der Legasthenie. Die Mitautorin mehrerer pädagogischer Ratgeberbücher hat jetzt ihr erstes eigenes Buch mit dem Titel „Rechtschreibung logisch – vom Laut zum Zeichen, vom Baustein zum Wort“ herausgebracht. Wir haben zum Tag der Legasthenie mit ihr darüber gesprochen.

Frau Gemballa, an welche Zielgruppe richtet sich Ihr Buch?

Gemballa: Mein Buch wendet sich an Eltern, Erzieher und Pädagogen, die Kinder ab der dritten Jahrgangsstufe bei einer Rechtschreibschwäche unterstützen und gezielt fördern möchten.

Was bedeutet es, wenn bei einem Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche festgestellt wurde?

Gemballa: Die Legasthenie hat nichts mit der Intelligenz des Kindes zu tun. Es handelt sich um einen sogenannten isolierten Begabungsmangel. Das intuitive Erfassen der Rechtschreibung fällt den Betroffenen schwer, weswegen sie diese mühsam erlernen und oft wiederholen müssen, um sie richtig anzuwenden. Vergleichbar ist dies mit einer musikalischen Begabung. Der eine kann eine einmal gehörte Melodie gleich nachsingen, der andere schafft es nicht, die Töne zu treffen. Mit der richtigen Förderung lassen sich aber deutliche Fortschritte erzielen.

Was unterscheidet Ihr Buch von anderen Fachlektüren, die es auf dem Markt zu diesem Thema zu kaufen gibt?

Gemballa: In meinem Buch erkläre ich, wie das gesprochene und geschriebene Wort logisch zusammenhängt und wie man Wortstämme erkennt. Zudem gebe ich Kindern Merkhilfen und viele Übungen an die Hand, die ohne Fachbegriffe verständlich erklärt sind.

Können Sie dazu ein Beispiel nennen?

Gemballa: Die Wörter „O-fen“ und „o-ffen“ beginnen mit zwei verschiedenen Lauten, aber mit dem gleichen Schriftzeichen, nämlich dem „O“. Wie man beide voneinander unterscheidet und wie man durch den Laut erkennt, wann zwei Mitlaute, also Konsonanten, geschrieben werden, wird im Buch auch anhand einer Geschichte erklärt. Eine weitere Besonderheit ist auch, dass die Selbstlaute nacheinander und sehr gründlich durchgenommen werden und QR-Codes für das Scannen mit dem Smartphone zu entsprechenden Hörbeispielen führen. Parallel zum Erkennen der Vokallaute kann mit dem Buch das richtige Erkennen von Wortbausteinen trainiert werden. (ds)

Das Buch „Rechtschreibung logisch“ ist für 18,50 Euro erhältlich. Erschienen ist es im Care-Line-Verlag unter der ISBN 978-3-86878-088-8. Eine Leseprobe findet man auf der Verlagsseite unter www.care-line-verlag.de.

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