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Unterallgäu

22.08.2020

Unterallgäuer Berater helfen: So lernen Sie, mit Wespen zu leben

Ein Wespennest auf der Rückseite einer Gartenbanklehne.
Bild: Karl Pagany

Viele Menschen haben Angst vor Wespen und Hornissen. Im Unterallgäu gibt es Berater, die helfen, wenn sich Wespen rund ums Haus ansiedeln. Häufig können Menschen danach mit den Tieren leben.

Lästig oder gar gefährlich erscheinen vielen Menschen gerade im August Wespen und Hornissen. Sie stören beim Essen auf der Terrasse oder haben ihre Nester in Rollladenkästen, Garagen, Hohlräumen hinter Fassaden und manchmal auch auf Dachböden gebaut. Vorbeugend hilft da im Frühjahr das Abdichten von Ritzen und Löchern.

Die Naturschutzbestimmungen stellen die Insekten unter besonderen Schutz. Das Landratsamt Unterallgäu hat dafür fünf ehrenamtliche Beratungsfachleute ausgebildet, die Bürgern mit Rat und Tat in Sachen Wespen und Hornissen zur Seite stehen. Karl Pagany aus Buxheim ist einer von ihnen. „Die Betroffenen rufen mich meist aus Ängsten heraus an. Sie fragen nach Gefahren für sich und ihre Kinder, nach Folgen von Stichen und dem Umgang mit Nestern in ihrem Haus“, berichtet Pagany. Der Fachmann schaut sich alles an und überlegt gemeinsam mit den Leuten, was man tun kann. „In den meisten Fällen genügt eine ausführliche Beratung, sodass die Menschen die Tiere nicht mehr als gefährlich einordnen und mit ihnen leben können“, sagt Pagany: „Kritisch ist es allerdings, wenn bei Menschen Allergien gegen Stiche vorliegen, wenn man in den Mund gestochen wird oder wenn die Insekten bereits die Wohnräume aufsuchen.“

Futterstellen in einer Gartenecke können Wespen vom Essen auf dem Tisch fernhalten

Oft würden Maßnahmen wie das Anbringen von Fliegengittern, ablenkende Futterstellen in einer fernen Gartenecke oder besondere Vorsicht beim Essen und Trinken im Freien helfen. Nur in besonderen Fällen werden Wespen- oder Hornissennester auch umgesiedelt oder gar aufgelöst. Das bedarf aber einer Erlaubnis der Naturschutzbehörde.

Trotz des eigentlich friedlichen Verhaltens der Wespen kann es zu Situationen kommen, auf die diese aggressiv reagieren. „Ich habe ein Feldwespennest auf der Rückseite einer Gartenbanklehne gesehen. Wenn sich da jemand anlehnt, wird er als Störer empfunden und angegriffen.

Auch ein Wespennest im Boden zwischen zwei Grabstellen auf dem Friedhof ist ein Ort, wo die Wespen das Graben in der Erde als Bedrohung empfinden. Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen, das Nest erschüttert wird, wenn man nach ihnen schlägt oder sie angepustet werden.

Wespen- und Hornissenstiche sind viel ungefährlicher als der Stich einer Biene

Die Berater haben für die Betroffenen auch Informationen über den Umgang mit Wespen- und Hornissenstichen. „Die sind übrigens bei Weitem nicht so gefährlich wie Bienenstiche“, weiß der Fachberater. Ungefähr bis Ende Oktober geht die Wespensaison noch. Dann werden die Völker Opfer der Kälte und sterben ab. Nur die befruchteten Königinnen überleben und beginnen im Frühjahr mit der Bildung eines neuen Staats. (py)

Hilfe bei Fragen in Sachen Wespen ist die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt, Telefon: 08261/995259, E-Mail: naturschutz@lra.unterallgaeu.de

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