Newsticker
6729 Corona-Neuinfektionen und 217 neue Todesfälle gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Wie kann man den (Verkehrs-)Knoten lösen?

02.11.2017

Wie kann man den (Verkehrs-)Knoten lösen?

Die Sofortmaßnahmen hätten den Verkehr in Seitenstraßen verlagert, sagen Anlieger. Sie scheinen recht zu haben, wie ein Blick in die Haupt-Lehrer-Lang-Straße zeigt.
2 Bilder
Die Sofortmaßnahmen hätten den Verkehr in Seitenstraßen verlagert, sagen Anlieger. Sie scheinen recht zu haben, wie ein Blick in die Haupt-Lehrer-Lang-Straße zeigt.

Das Quartier rund ums Maristenkolleg ist eine echte Aufgabe für die Planer. Nun kamen die Anlieger zu Wort.

Bürgermeister Stephan Winter bremste gleich zu Beginn der Anhörung die Erwartungshaltung: Man werde heute kein Konzept anbieten, sondern Meinungen und Vorschläge sammeln, wie die Verkehrsprobleme rund um das Maristenkolleg gelöst werden können. Planer Andreas Bergmann hatte dann doch einige Ideen im Gepäck, die aber nicht bei allen auf Gegenliebe stießen. Widerstand gab es vor allem gegen eine Öffnung der Georgenstraße für den Verkehr. Damit werde den Schülern, die mit Rad kommen, ein sicherer Schulweg genommen.

Bürgermeister und Planer versuchten zunächst, den Zustand zu beschreiben: Der Verkehr zum Maristenareal werde durch den Bau des Schülerwohnheims zunehmen, der Kindergarten werde erweitert und das ehemalige Internat immer mehr Verwaltungszentrum und Dienstleister. Dann wurde noch eine neue Spezies vorgestellt, die „Taxi-Mamis“, also die Mütter, die ihre Kinder zur Schule bringen und holen und damit am Morgen und Mittag für ein Verkehrschaos am Champagnatplatz sorgen.

Es gibt zwei Spitzenzeiten am Tag

Vor Vertretern der Schulen, des Stadtrats, der Stadtverwaltung, Wohnbaugesellschaft und vielen Anliegern stellte Bergmann zunächst die Ergebnisse einer Verkehrszählung vor, die er auch mit Videos belegte. Das Ergebnis: Es gibt zwei Spitzenzeiten, während es während des restlichen Tages eigentlich eher gemütlich zugehe.

Mit einer ersten Maßnahme habe man schon viel erreicht. So wurde entlang der Schule ein Bauzaun errichtet, um den Einstieg der Schüler in die „Hol-Autos“ zu verhindern. Außerdem gibt es in diesem Bereich ein Halteverbot. Was der Planer als geniale Lösung feierte, fand bei den Anliegern der Haupt-Lehrer-Lang-Straße, des Gaßnerplatzes und des Mühlweges wenig Gegenliebe. Der Vorwurf: Man habe das Problem weg von der Schule in die Seitenstraßen verlagert, denn dort würden nun die Taxi-Mütter tätig und die Straßen blockieren.

Weiter schlug Bergmann eine Neuordnung des Parkwesens vor. Sein Vorschlag: Auf der Schwabenwiese werden fünf größere Parkplätze angelegt, verbunden mit einer verschlungenen Straße, um einen moderaten Durchgangsverkehr zu ermöglichen. Diese Straße endet in der Georgenstraße. Er vermutete nur eine geringe Mehrbelastung für die Georgenstraße. Anwohner wiesen aber darauf hin, dass der nördliche Bereich der Georgenstraße von Dauerparkern zugestellt sei, Gegenverkehr sei jetzt schon fast nicht möglich. Weiter schlug Bergmann von den Parkplätzen eine direkte Mindelüberquerung zum ehemaligen Internatsgelände vor: Das wäre für Wohnheimbewohner und Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen, ein Angebot. Vor der Schule empfahl Bergmann, den Zaun attraktiver zu gestalten, in Höhe des Schuleinganges einen Fußgängerüberweg zu errichten, die Straße baulich zu verkleinern, im Gegenzug den Fußweg zu verbreitern, um die Geschwindigkeit zu bremsen. Als Konfliktpotenzial sah er die Parkplätze entlang der Mindel, da sich hier Autos und Radler gefährlich nahe kommen. Der Weg sollte als überörtlicher Radweg ausgewiesen werden.

Ein Gesamtkonzept wird gefordert

In der sehr ausführlichen Bürgerbeteiligung gab es mehrere Vorwürfe: Einmal habe die Verkehrszählung zu einem Zeitpunkt stattgefunden, an dem die Abiturienten schon entlassen waren und drei Klassen wegen Fahrten fehlten. Der Mühlweg müsse unbedingt mit ins Konzept, da sich hier die Zustände dramatisch zuspitzen würden. Mehrere Redner forderten ein Gesamtkonzept. Was hier vorgetragen werde, sei „zu kurz gesprungen“.

Und da gab es noch zwei Überlegungen, von denen der Bürgermeister meinte, sie seien durchaus diskussionswürdig: einmal die Einbeziehung des Areals südlich der Bahnlinie zum Parken und Aussteigen – allerdings sei die Stadt nicht im Besitz der Grundstücke. Und kurzfristig wurde angeregt, den Hartplatz östlich der Schule an der Kaufbeurer Straße zu „opfern“ und dort eine „Kiss-and-Go-Area“ einzurichten: Die Taxi-Mütter könnten dort in einer eigenen Spur kurz halten und die Kinder aussteigen lassen.

Viele Gedanken also, die Moderatorin Stephanie Rettich auf Papier bannte. Dabei hatte Andreas Bergmann am Anfang einen ganz einfachen Vorschlag: Wenn wieder mehr Kinder mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule kommen würden, dann könnte man sich viel Aufwand ersparen. Doch das war wohl weit ab der Realität gedacht. Angeregt wurde auch, den Citybus als Schulbus wieder ins Leben zu rufen.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren