15.07.2010

Zuerst der Turm

Buchloe "Man weiß nie, was noch alles kommt." Mit Sorgenfalten auf der Stirn blickt Kirchenpfleger Johann Seitz in die nordwestlichste Ecke des Seitenschiffs der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Dort, im hintersten Winkel, hat sich der Stuck gelöst. Vermutet wird, dass eindringendes Wasser die Ursache ist. Etwas weiter vorne nämlich bilden sich ebenfalls breite Risse in der Stuckdecke. Vor einigen Monaten schon wurden sie mittels Dübel und Fangnetzen provisorisch gesichert.

In wenigen Wochen, Mitte August, soll die Sanierung der Buchloer Stadtpfarrkirche beginnen, berichtet Kirchenpfleger Seitz. Doch ehe es ans "Innenleben" geht, sind zunächst der Westgiebel, die komplette Fassade, der Dachstuhl und der Turm an der Reihe.

Den Verantwortlichen bereiten seit geraumer Zeit etliche Risse im Westgiebel sowie Verformungen im Dachstuhl Kopfzerbrechen. "Genaue Vermessungen haben ergeben, dass der Westgiebel etwa 15 Zentimeter nach außen hängt", erzählt Seitz. So genannte Schlaudern, die den Westgiebel im Dachstuhl verankern sollten, sind abgerostet und müssen nun ersetzt werden. Sonst droht der Giebel "wegzubrechen".

"Alles deutet darauf hin, dass das Gebäude arbeitet", berichtet Kirchenpfleger Seitz. Das hat auch das für die Sanierung verantwortliche Ingenieurbüro von Dr. Norbert Bergmann aus Pfaffenhofen/Ilm festgestellt. Dringend nötig sei neben der Verankerung des Westgiebels auch die Sanierung des Dachstuhls. "Wir rechnen damit, dass wir fünf bis zehn Prozent des Gebälks erneuern oder ersetzen müssen", sagt Seitz. Auch der Turm müsse statisch gesichert und wieder verankert werden.

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Der Kirchenpfleger hat bereits einen konkreten Bauzeitenplan aufgestellt. Der sieht vor, dass heuer zunächst der Turm saniert wird. Bis Ende November sollen die Baugerüste wieder verschwinden. Die restliche Fassade, der Westgiebel und das Dach sind dann im kommenden Jahr an der Reihe. Erst danach könne man sich dem Kircheninneren widmen, meint Seitz.

"Für den ersten Bauabschnitt haben wir jetzt auch die Zuschusszusage der Diözese", berichtet Seitz. Rund 820 000 Euro sind als Kosten dafür veranschlagt. Mit 60 Prozent Zuschüssen seitens der Diözese können die Buchloer rechnen; zehn Prozent kommen von der Stadt, weitere Zuwendungen erhofft sich Seitz vom Landesamt für Denkmalpflege und anderen öffentlichen Stellen. "Rund 140 000 Euro muss die Pfarrei selbst für den ersten Bauabschnitt aufbringen", so der Kirchenpfleger, der sich natürlich über jedwede Spendenaktion freut. Seien es Konzerte, der Verkauf bei Märkten oder der Erlös des Pfarrfestes - alle Aktionen sind derzeit für die Kirchenrenovierung bestimmt.

Spenden für die Sanierung der Stadtpfarrkirche können einbezahlt werden auf folgende Konten: Sparkasse Buchloe, Kontonummer 5612072, BLZ 73450000; VR Bank Buchloe, Kontonummer 503252132, BLZ 73460046.

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