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  3. Bad Wörishofen: Die „Ambulante“ Bad Wörishofen und ihr prominenter Praktikant Klaus Holetschek

Bad Wörishofen
24.11.2022

Die „Ambulante“ Bad Wörishofen und ihr prominenter Praktikant Klaus Holetschek

Gesundheitsminister Klaus Holetschek zeichnete Marina Weigl (von links), Elisabeth Arlt, Beate Schilling, Annelies Kistler und Brigitte Essl mit der Florence-Nightingale-Medaille aus.
Foto: Reinhard Stegen

Die Ambulante Krankenpflege ist Bad Wörishofens größter Verein. Zum Jubiläum erinnert Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek an seine Erfahrungen.

Die Ambulante Krankenpflege ist aus Bad Wörishofen nicht wegzudenken. 110 Jahre ist der größte Verein Bad Wörishofen nun schon alt. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek erinnerte sich in seiner Festrede an seinen Einsatz als Praktikant bei der „Ambulanten“.

Beim Festakt im Kursaal blickten die Verantwortlichen der Ambulanten Krankenpflege stolz auf die Wurzeln des Vereins und ließen das Erreichte Revue passieren. Aus dieser Geschichte heraus fühlt man sich gewappnet für die nicht geringer werdenden künftigen Herausforderungen.

Mit 1381 Mitgliedern sei die Ambulante Krankenpflege der mitgliederstärkste Verein der Kurstadt, berichtete der Vorsitzende Johannes Eder im Kursaal. Klaus Holetschek hob in seiner Rede die Bedeutung der „Ambulanten“ hervor, angesichts des allseits beklagten Pflegenotstands. Als Praktikant habe er einmal die Pflegekräfte beim Krankenbesuch begleiten und dabei eindrucksvoll erleben dürfen, dass „Anwendung eine Zuwendung“ sei und umgekehrt. Das war in Holetscheks Zeit als Bürgermeister von Bad Wörishofen. 

Holetschek fordert in Bad Wörishofen, das System der Pflege komplett "neu zu denken"

Dessen ungeachtet gehe der Trend zu einer „Ökonomisierung des Systems“ gelegentlich an der eigentlichen Bedürfnissen und der Aufgabe vorbei, die eine gesamtgesellschaftliche sei und erheblicher staatlicher Mittel bedürfe. Holetschek ging so weit, dass er forderte „das System neu zu denken“, nicht zuletzt auch wegen der längst aus der Form geratenen Alterspyramide. Daneben beklagte er die überbordende Kontrolle und Bürokratie in den Pflegeberufen. Im wesentlichen gehe es darum, den hilfsbedürftigen Menschen einen „würdevollen Lebensabend zu ermöglichen“ und das dort, wo sie sich am wohlsten fühlten, und das seien für die meisten „die eigenen vier Wände“.

Ami und Wally Warning brachten beim Festabend karibisches Flair in den Kursaal von Bad Wörishofen.
Foto: Reinhard Stegen

Der Vereinsvorsitzende Johannes Eder nahm das Publikum abschließend mit auf die Reise zurück zu den Gründungstagen der Ambulanten Krankenpflege und den entscheidenden Weichenstellungen der vergangenen 110 Jahre. „Aufgrund eines Aufrufs fanden sich zur angesetzten Stunde, nachmittags um 3 Uhr, eine große Anzahl von Interessenten beiderlei Geschlechts ein, um einen Verein für ambulante Krankenpflege zu gründen“ – so stand es in der Chronik, die das Ereignis auf den 6. Oktober 1912 datiert. 109 Bürgerinnen und Bürger trugen sich in die Mitgliedsliste ein und wählten einen Vorstand. Zwei Mallersdorfer Schwestern übernahmen die Krankenpflege.

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Der Verein Ambulante Krankenpflege Bad Wörishofen stand einst kurz vor dem Aus und überlegte nur, dank selbstloser Spenden

Infolge der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg stand der Verein bereits kurz vor dem Aus. Dank selbstloser Spenden überlebte er diese große Bewährungsprobe und erhob dann einen Mitgliedsbeitrag von einer Goldmark. 1935 konnte die Ambulante Krankenhilfe aus eigenen Mitteln ein Haus auf dem Grundstück Schulstraße 8 von St. Justina errichten. 1953 glaubte der Verein, ungläubige und ungehorsame „Schäflein“ zur Ordnung rufen zu müssen, indem man ebendiesen androhte, die Schwesternhilfe zu verweigern.

Nach einer Pause – unter anderem wegen Renovierung des Haues – wurde der Verein 1969 neu strukturiert und die Krankenpflege auf weltliche Pflegeschwestern übertragen, die im Dienst mit dem Fahrrad unterwegs waren. Ende der 1990er Jahre beschäftige der Verein bereits 20 Angestellte und hatte eine Größe erreicht, die nicht mehr allein ehrenamtlich organisiert werden konnte. 2002 fusionierte der Verein mit dem Pflegedienst der Diakonie und wurde damit eine ökumenische Einrichtung in Form einer gemeinnützigen GmbH. Auch bei der Gründung des Mehrgenerationenhauses im Klosterhof von Bad Wörishofen war der Verein federführend beteiligt. 2016 erfolgte dann die Stiftungsgründung, die es ermöglicht, den gewachsenen Ansprüchen entsprechende Hilfe, Unterstützung und zeitgemäße Dienstleistungen anzubieten. 

Neben der Kernaufgabe Krankenhilfe, stehen hier das Angebot „Betreutes Wohnen zu Hause“ und der Entlastungsdienst „Glücksgriff“ auf dem Programm.

Die Ambulante Krankenpflege Bad Wörishofen plant ein Projekt für betreutes Wohnen für Wörishofer Bürger

Aktuell versorge die Ambulante Krankenhilfe 170 Personen in der ambulanten Pflege, 190 Personen im Entlastungsdienst Glücksgriff, und das Angebot „Betreutes Wohnen zu Hause“ nähmen etwa 100 Personen in Anspruch, so Eder. „Bezahlbares betreutes Wohnen für Wörishofer Bürger“ sei das nächste Projekt, an dem man bereits arbeite, kündigte Eder an. 

Zum Abschluss bat er alle für die Ambulante Krankenhilfe tätigen Menschen auf die Bühne, was das riesengroße Engagement eindrucksvoll vor Augen führte. Die Veranstaltung klang aus mit Musik des international bekannten Wally Warning und seiner Tochter Ami, die mit Reggae- und Salsa-Rhythmen Wärme und Stimmung aus der Karibik spüren ließen. 

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