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Holzheim

20.02.2021

Baugebiet an der Leibi: Aufregung um neues anonymes Schreiben

Das geplante Baugebiet an der Leibi bleibt umstritten. Bürgermeister Thomas Hartmann widerspricht Kritikern, die sich in einem anonymen Schreiben zu Wort gemeldet haben.
Bild: Willi Baur

Plus In Holzheim wird weiter über das Hochwasserrisiko für das Baugebiet an der Leibi diskutiert. Kritiker melden sich in einem anonymen Schreiben zu Wort.

Einmal mehr wird sich der Gemeinderat Holzheim in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch mit den Hochwasserrisiken für das geplante Neubaugebiet an der Leibi beschäftigen. Diskutiert und entschieden werden soll dabei über eine sogenannte Retentionslösung, mittels derer bei starkem Hochwasser der Leibi eine Wassermenge von 75 Kubikmetern zurückgehalten werden könnte. „Drei Varianten sind denkbar“, sagte Bürgermeister Thomas Hartmann vorab auf Nachfrage unserer Redaktion. Für Aufregung sorgt derweil ein weiteres anonymes Schreiben zu dem geplanten Baugebiet.

In diesem Brief, der neben unserer Redaktion offenbar auch dem Landratsamt zugegangen ist, wird eine Retentionslösung generell abgelehnt. „Sie würde die Probleme nur auf flussabwärts liegende Bereiche verlagern“, heißt es in dem vierseitigen Schreiben, das erneut eine „Gruppe engagierter, ökologisch bewusster und langjähriger Bürger Holzheims“ verfasst haben will. Zudem würden durch Bau und Unterhalt zusätzliche Kosten entstehen.

Kritiker machen Vorschläge zum geplanten Baugebiet in Holzheim

Dass sich diese nach Aussage des Rathauschefs gemessen an den Gesamtkosten in einem überschaubaren Rahmen bewegen würden, wird überdies bezweifelt. Unabhängig davon fordert die namentlich nicht bekannte Autorengruppe wie schon in früheren Schreiben entweder eine Reduzierung des Plangebiets um die vier Leibi-nahen Bauplätze oder, und das ist neu, die Kosten für den zusätzlichen Hochwasserschutz nur auf besagte vier Grundstücke umzulegen: „Das wäre mehr als fair für die anderen Käufer.“ Erschließungsrechtlich wäre es allerdings Fachleuten zufolge kaum zu realisieren.

Durchaus aufgeschlossen zeigt sich Hartmann indes für die Anregung, nach laut Schreiben „drei Neubaugebieten in den letzten zwölf Jahren“ künftig verstärkt den Ortskern bei der Schaffung neuen Wohnraums zu nutzen: „Das haben wir bereits im Blick.“

Erneute Kritik am geplanten Baugebiet "An der Leibi"

Unberechtigt sei dagegen, so der Bürgermeister weiter, der Vorwurf, die Öffentlichkeit sei über die jüngsten Entwicklungen „in den letzten vier Monaten überhaupt nicht informiert“ worden. „Zwischen Oktober und Mitte Januar lag nichts Spruchreifes vor, aber es gab noch viele offene Fragen, die abgearbeitet werden mussten“, widersprach der Rathauschef der Kritik, „weder der Gemeinderat noch die Bürger“ hätten in diesem Zeitraum von den Bedenken des Wasserwirtschaftsamtes erfahren.

Bürgermeister Thomas Hartmann nennt Vorwürfe "völlig haltlos"

Als völlig haltlos bezeichnete Thomas Hartmann schließlich die im jüngsten Schreiben enthaltenen Vorwürfe, die Leibi sei schon im vergangenen Frühjahr speziell im Bereich des geplanten Wohngebiets sozusagen präventiv großflächig ausgebaggert worden, um Hochwassergefahren zu reduzieren. „Bachbett und Uferbereich wurden dabei schon sehr ramponiert“, heißt es in den Schilderungen unter Hinweis auf das Thema "Arten- und Naturschutz".

Diese Maßnahmen würden im Rahmen des Gewässerunterhalts regelmäßig durchgeführt und mit den zuständigen Behörden abgestimmt, erklärte der Bürgermeister. Der neuerlich erhobenen Forderung nach „künftiger Transparenz“ werde man selbstverständlich nachkommen. Hartmann: „Wir haben nichts zu verbergen und uns als Verwaltung nichts vorzuwerfen. Jetzt liegen Fakten auf dem Tisch und darüber werden wir am Mittwoch diskutieren.“

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