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Neu-Ulm

26.05.2015

Bürgermeister genießt den Rückenwind

Das Hofgut Tiefenbach (im Bild) liegt schon hinter dem Radlerpulk. Das Anwesen war eine von vier Stationen bei Radtour mit dem Bürgermeister.
Bild: Brücken

Rund zwei Dutzend Radler erkunden mit Neu-Ulms Rathauschef Gerold Noerenberg die Region

Hier ein Klapprad, dort ein Drahtesel mit elektrischer Unterstützung – auf den verschiedensten Vehikeln folgten die Radler dem Stadtoberhaupt und der Leiterin des Stadtarchives, Janet Loos, durch das Stadtgebiet. Teilnehmer Erwin Franz war zu Beginn der Tour noch etwas skeptisch, ob die angestrebte Dauer von zwei Stunden für die knapp 20 Kilometer tatsächlich einzuhalten sei. Und schon zog sich die erste Etappe hoch hinauf zum Reuttier Schloss. Bis 1390 gehörte das Anwesen, das ursprünglich eine Burg war, der Ulmer Patrizierfamilie von Halle, dann der Familie Karg, erklärte Loos. 1458 übernahm die Familie Roth den Besitz um mit dem Umbau zum Schloss ihren Herrschaftstand über den Ort zu markieren. 1889 wurde das Gut zerschlagen und das Inventar versteigert. Dabei ging das wertvolle Schlossarchiv verloren, erzählte Historikerin Loos. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen von der amerikanischen Armee beschlagnahmt, später waren dort Flüchtlinge untergebracht.

Derzeit befinden sich in dem Schloss vier Eigentumswohnungen. Das Grundstück befinde sich in Privatbesitz und dürfe deshalb nicht betreten werden.

Der Radweg nach Holzschwang führte die dicht geschlossene Radlerkolonne zum nächsten Ziel, einem zweigeschossigen Renaissancebau an der Weißenhorner Straße. Wieder nannte Loos die Familien Halle, Karg und Roth, die auch in Holzschwang ihre Grundherrschaft durch einen standesgemäßen Wohnsitz im 14. Jahrhundert demonstrieren wollten. 1762 wurde das Anwesen an den Ulmer Ratsherrn Franz-Daniel von Neubronner veräußert und ist bis heute im Besitz der Familie.

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Fast im Schuss ging der Ausflug weiter nach Tiefenbach. Allen voran setzte sich Oberbürgermeister Norenberg vom Teilnehmerfeld ab und genoss offensichtlich das Tempo der Bergabfahrt mit Rückenwind. Privat unternimmt der Rathauschef auch schon mal Radtouren mit 80 Kilometern und mehr, wie er verriet. Doch das würde sein voll gepackter Terminkalender nur selten zulassen.

Eine Gruppe ambitionierter Radrennfahrer im Training zog zügig am Pulk der Exkursion vorbei, die vor dem Schloss Tiefenbach die dritte Station einlegte. Als letzte offizielle Station radelte die Gruppe zum nahegelegenen Anwesen, dem Schloss Neubronn aus dem Jahr 1577. Heute gehört das Anwesen einer Erbengemeinschaft, die sich dort einmal im Jahr trifft.

Erleichtert über das nun anstehende Ende der anstrengenden Tour zog Erwin Franz seine persönliche Bilanz: Die bergige Strecke sei anspruchsvoll, aber nicht überanstrengend gewesen. Interessant sei es gewesen, zu erfahren, wie viele Schlösser und Burgen rund um Neu-Ulm zu sehen sind.

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