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Freiluftkonzerte

06.04.2017

Das ist der Sommer 2017

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Die Open-Air-Saison in der Region bietet dieses Jahr so viele Veranstaltungen wie selten zuvor. Und im Hintergrund laufen bereits die Planungen für das kommende Jahr

Trübe Tage wie gestern mögen Open-Air-Veranstalter gar nicht. Vor allem jetzt nicht, Wochen vor dem Start der Saison. „Jetzt hängt vieles vom Wetter ab“, erklärt Marcel Büttner, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei Provinztour. Was er meint: Je trockener, wärmer und sonniger es draußen ist, desto größer die Lust der Menschen auf Freiluft-Konzerte – und desto größer die Nachfrage nach Tickets. Bis zum ersten großen Open-Air-Ereignis des Jahres dauert es zwar noch ein wenig, aber die heiße Phase beim Vorverkauf beginnt schon jetzt.

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Den Frühlingsbeginn genießen kann Carlheinz Gern, der zusammen mit Geschäftspartnern am Sonntag, 25. Juni, den Schmuserocker Bryan Adams („Summer of 69“) ins Wiley bringt. „Rund 4000 Karten sind schon weg“, sagt der Veranstalter. „Das ist für die kurze Zeit ein gutes Ergebnis. Aber natürlich sind wir noch meilenweit vom Break entfernt.“ Mit 8000 bis 10000 Besuchern kalkulieren die Organisatoren. Die Richtung stimmt aber, und die vergangene – sonnige – Woche gab Gern zufolge noch einen Schub: Da seien 500 Karten weggegangen. Es wundert ihn nicht: „Mit Bryan Adams haben wir den Top-Act in diesem Sommer.“

Die Konkurrenz hält sich, was den bisherigen Vorverkaufsstand angeht, bedeckt – auch in Sachen Münsterplatz. Dort plant Provinztour zusammen mit Radio 7 gleich zwei Freiluftkonzerte am Schwörwochenende: den Pop-Melancholiker Philipp Poisel (21. Juli) und die Rock-Routiniers The Scorpions (23. Juli). Nur so viel will PR-Mann Büttner verraten: Speziell mit der Nachfrage nach den Scorpions sei man „sehr zufrieden“, das Interesse am Programm in Söflingen – Mittelalter-Rocker In Extremo (3. Juni), Liedermacher Konstantin Wecker (4. Juni) und „SWR1 Pop&Poesie in Concert“ (5. Juni) – sei „absolut in Ordnung“. Dritter Veranstaltungsort ist der Wiblinger Klosterhof: Dort gastieren die Söhne Mannheims (17. August), Chanson-Star Patricia Kaas (19. August) und die wiedervereinten Fury in the Slaughterhouse (20. August). Ein attraktives Angebot, findet Büttner.

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Über einen veranstaltungsarmen Open-Air-Sommer können sich die Menschen in Ulm und Umgebung also nicht beklagen, zumal parallel zum Wiblinger Open Air auch noch die 25. Ausgabe des Obstwiesenfestivals ansteht (17. bis 19. August) – die einzige große Freiluft-Veranstaltung der Region, die sich gezielt an ein junges Publikum richtet und noch dazu freien Eintritt bietet. Carlheinz Gern lobt die Macher: Diese leisteten eine tolle Arbeit und hätten schon mehrfach Gespür für die Bands der Zukunft bewiesen.

Viele Veranstaltungen also – und beinahe wären es sogar noch mehr geworden. So gibt man bei Provinztour auf Nachfrage zu, dass man gerne vier statt drei Veranstaltungen für Wiblingen gebucht hätte, aber ein passender Künstler bislang nicht gefunden worden sei. Passend heißt auch: bezahlbar. „Wir wollen keine utopischen Kartenpreise verlangen“, betont Büttner. Das Problem: Weil mit Musikverkäufen nur noch wenig verdient wird, verlangen Künstler immer mehr für ihre Auftritte, die Margen für die Organisatoren werden kleiner, das Risiko höher. Davon betroffen sind auch kleine Initiativen wie das Obstwiesenfestival. Das hatte sich laut Mitorganisator Clemens Wieser für sein Jubiläum einige Euro für ein besondere Acts beiseitegelegt. Geld, das nun eventuell von den Mehrkosten aufgefressen wird.

Diese Entwicklung ist eine Gefahr für viele Veranstaltungen. Um die Obstwiese muss man sich wohl weniger Sorgen machen: Sie ist kostenlos und nicht auf Stars angewiesen. Um andere, kommerziell orientierte Angebote schon eher: Gern rechnet damit, dass die Zahl der Open Airs wieder sinkt. „Meines Erachtens ist das alles viel zu viel, und von den Künstlern her spielen wir hier in der Provinzliga“, warnt der erfahrene Konzertmacher. Er selbst will kommendes Jahr im Wiley erst richtig angreifen: „Wir haben für 2018 zwei, drei große Anfragen laufen“, sagt er. Gern war mitverantwortlich für das erste „Wiley Open Air“ mit den Toten Hosen 2009. Er will den Sportpark endlich als Freiluft-Location etablieren: vorrangig für ein jüngeres Publikum, das im Sommer 2017 wenig geboten bekomme.

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