Newsticker
Bundespräsident Steinmeier hat das neue Infektionsschutzgesetz unterzeichnet
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Diese Neu-Ulmer sind der „soziale Kitt“

Neu-Ulm

28.11.2019

Diese Neu-Ulmer sind der „soziale Kitt“

Die Geehrten und der Oberbürgermeister (von links): Gerhard Wiese, Gabi Beyer, Gerold Noerenberg, Jutta Lauterwein, Gerhard Schnaiter, Konrad Marzari und Tosca-Michaela Szmrecsanyi.
Foto: Adam Kapalla

Alle zwei Jahre ehrt Neu-Ulm ehrenamtlich Tätige. Beim Tag des Ehrenamtes stehen in diesem Jahr all diejenigen im Mittelpunkt, die sich im Bereich der Jugendarbeit engagieren.

Was wäre Neu-Ulm ohne die vielfache Hilfe zahlreicher Ehrenamtlicher? Auch damit die Neu-Ulmer Stadtverwaltung die Antwort auf diese Frage nie in Realität erleben muss, ehrt der Oberbürgermeister alle zwei Jahre ehrenamtlich Tätige. Beim Tag des Ehrenamtes standen in diesem Jahr all diejenigen im Mittelpunkt, die sich im Bereich der Jugendarbeit in Neu-Ulm engagieren. Zudem zeichnete die Stadt Neu-Ulm im Edwin-Scharff-Haus verdiente Bürger mit der Bürgermedaille sowie die Ehrenmedaille für Pflege aus. OB Gerold Noernberg betonte, dass jeweils ein „außergewöhnliches Engagement“ geehrt werde. „Sie sind es, die den sozialen Kitt bilden, der eine Gemeinschaft zusammenhält.“

Das sind die Geehrten.

Gabi Beyer:

Als die Kleiderausgabe des Kreis-Caritasverbandes 1985 im neuen Domizil in der Eckstrasse eröffnet werden konnte, war dies nur möglich durch den Einsatz von Ehrenamtlichen. Angesprochen von St. Johann Baptist, wurde Gabi Beyer eine von drei Helferinnen. „Jeden Umzug haben Sie mitgemacht, jedes Mal neu angefangen, organisiert, sortiert, präsentiert, damit bei Fair-Kauf gefunden werden kann, was gesucht wird. Ihre Einsatzfreude ist bewundernswert, Ihre Umtriebigkeit beachtlich und Ihre Geduld groß. Dass Sie es gerne tun, ist das Entscheidende“, lobte Noerenberg. „Wo Liebe ist und Güte, da wohnt Gott“, zitierte Noerenberg un überreichte die Bürgermedaille der Stadt Neu-Ulm in Silber.

Gerard Schnaiter:

Die Burlafinger wussten gut, warum sie den bodenständigen Gerhard Schnaiter im Jahr 1992 als ersten Vorsitzenden im Obst- und Gartenbauverein haben wollten, so Noerenberg. Zwar brauchte es offenbar einige Überredungskünste. Doch seit 27 Jahren ist er dabei. Die Pflege der Streuobstwiesen, des Dorfplatzes, der Baum- und Blumenkübel im Ortskern sowie der Sträucher des Vereins gehören ebenso zu den Aufgaben wie die Mithilfe beim Dorffest und das Organisieren von Schmuck für den Maibaum. Im nächsten Jahr will Schnaiter sein Amt aufgeben. Noch sei kein Nachfolger in Sicht. Jemand wie Schnaiter, der die gepachteten Obstwiesen der Stadt pflegt, obwohl er schon seit elf Jahren in Rente ist, sei ein Glücksfall. Als Gärtner aus Leidenschaft ist er zum Anwalt der Grünflächen geworden. Als Lohn überreichte der OB die Bürgermedaille der Stadt Neu-Ulm in Silber.

Tosca-Michaele Szmrecsanyi:

Szmrecsanyi wolle diejenigen erreichen, denen eine gemeinsame Mahlzeit, das gesellige Miteinander, die persönliche Zuwendung und Wertschätzung fehlen und die das vermissen. „Gemeinsam Genießen“ bietet die Frau in Neu-Ulm Menschen an, die es nötig haben, jeweils an zwei Tagen Ende des Monats. Die Idee für die angebotene Tischgemeinschaft kam ihr vor zwei Jahren in den Sinn. „Sie erkannten den Bedarf an einem für alle offenen Mittagstisch. Ein solches Angebot fehlte in der Stadt“, sagte Noerenberg und lobte Einfühlungsvermögen, Verantwortungsgefühl, praktischem Verstand und Verhandlungsgeschick der Geehrten. „Gemeinsam genießen“ sei eine feste Institution geworden. „Und für viele das Highlight im Monat.“ Rund 70 Tischgäste und Gastgeber genießen die Gemeinschaft, treffen hier Freunde und wollen wieder kommen, wie der OB betonte. Als Dank gab es die Bürgermedaille der Stadt Neu-Ulm in Silber.

Gerhard Wiese:

Im Dezember 2006 erlitt die Frau von Wiese einen Schlaganfall, der sie seither körperlich stark beeinträchtigt. Von einem Tag auf den anderen hatte sich der Ehemann dieser Herausforderung zu stellen, und er erfülle sie mit Hingabe. Damals war er 75 und seine Gattin 69 Jahre alt. Sie darf im häuslichen Umfeld leben und wird fürsorglich betreut. Neben der Pflege, die Sie alleine übernehmen, führe Wiese den Haushalt. „Woher nehmen Sie die Kraft?, sagte der OB und überreichte die Ehrenmedaille für Pflege der Stadt Neu-Ulm.

Jutta Lauterwein:

Ihr ehrenamtliches Engagement begann früh. Bei Wahlen wurden die Neu-Ulmerin hier schon vor 35 Jahren aktiv. Seit über drei Jahrzehnten übernimmt Lauterwein für die Katholische Kirche Heilig Kreuz Aufgaben in den verschiedensten Bereichen - als Lektorin, beim Caritassammeln oder Austragen der Kirchenblätter. Zudem ist sie „Lesepate“ in der Grundschule und im Kindergarten sowie Lernpatin für ausländische Kinder. „Sie haben erlebt, wie sehr Vorlesen das Denken und die Fantasie anregt und wie wertvoll es für die spätere Entwicklung ist“, sagte Noerenberg, sprach von einem unverzichtbaren Beitrag und überreichte die Bürgermedaille der Stadt Neu-Ulm in Bronze.

Konrad Mazari:

Einen Macher-Typ nennt Thomas Marzari seinen Vater Konrad Marzari. Und zu dessen Einsatz für die „Siedlung Ulmer Ried“ meint er, für weitere Hobbys war keine Zeit mehr. Wenn der Vater abends von der Arbeit als LKW-Fahrer nach Hause kam, gehörte seine Freizeit dem Ludwigsfelder Verein. „Heute sind Sie es, die den Sohn Thomas und wiederum dessen Sohn unterstützen, wenn es um den Verein geht“, betonte Noerenberg. „Mit 36 Jahren folgten Sie dem Vater als Gerätewart und blieben es bis 2016. Sohn und Enkel übernahmen das Vorbild und sind beide dort aktiv - Ihr Sohn als erster Vorsitzender und der Enkel als Gerätewart.“ Damit ist die vierte Generation dem Verein treu. Als Dank für so viel Engagement gab es die Bürgermedaille in Bronze.

Ursula Okunick:

Nach dem Berufsleben fand Okunick im Neu-Ulmer Familienzentrum ein neues Betätigungsfeld. Sie wurde 2005 Gründungsmitglied und hat sich dessen Ziele zu Eigen gemacht. Okunick engagierte sich innerhalb der vom Familienzentrum in der Stadtmitte ermöglichten unterschiedlichen Angebote, so Noerenberg. Sie hat sich um junge Menschen gekümmert, die fremd in Neu-Ulm waren und die Sprache nicht beherrschten, und für deren Bildung und ein gutes soziales Umfeld gesorgt. Okunick verdiene – wie alle Geehrten den aufrichtigen Dank. Die Stadt ehrt mit der Bürgermedaille in Bronze. (az)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren