Newsticker
Streit über Corona-Impfstoff: EU-Krisentreffen mit Astrazeneca findet nun doch statt
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ein Parkhaus am Bahnhof in Senden?

Senden

23.07.2020

Ein Parkhaus am Bahnhof in Senden?

Bahnhof, Bahnübergang und Bahnhofsumfeld in Senden sind noch monatelang eine Großbaustelle.
Bild: Angela Häusler

Plus 90 bis 100 Parkplätze für Autos, 150 für Fahrräder – in Senden ist der Bedarf groß. Nur: Wo sollen die Stellflächen hin? Darüber hat das Gremium der Stadt debattiert.

Ein Parkhaus am Sendener Bahnhof – darüber werden die Sendener Stadträte bald mehr diskutieren: Im Rahmen der Planungen fürs Bahnhofsumfeld jedenfalls riet Planer Thomas Hegele im Sendener Stadtrat dringend dazu, mehr Park&Ride-Parkplätze zu schaffen: 90 bis 100 davon würden gebraucht. Dazu kommen noch Abstellplätze für 150 Fahrräder.

Mehr Platz gibt es nur in der Höhe - wäre ein Parkhaus die Lösung?

Von der Anzahl der künftig fehlenden Stellplätze am Bahnhof äußerten sich einige Stadträte überrascht. „Erschreckend“ fand etwa Helmut Meisel, Fraktionschef der Grünen, dass trotz der gewünschten 150 Radl-Parkplätze noch so viele Autos zu erwarten sind. Dieser Parkraum lasse sich wohl nur schaffen, indem man in die Höhe gehe. Das hatte auch der Experte so gesehen: Es brauche eine Hochbau-Lösung, „ein Parkhaus wäre notwendig“, sagte Hegele, der als Bauprojektmanager des Ulmer Ingenieurbüros NPS mit der Verfahrenssteuerung in Sachen Bahnhofsumfeld betraut ist. Denkbar sei ein Parkhaus anstelle des Hauses Bahnhofstraße 1 und der Trinkhalle nebenan, oder aber als Überbau über dem Busbahnhof. Zudem brauche es noch fünf bis zehn Plätze für Kurzzeitparker sowie zwei bis drei Taxibuchten. Aktuell gibt es lediglich sechs P&R-Parkplätze am Sendener Bahnhof.

Der Sendener Bahnhof soll in Zukunft mehr Fahrgäste und Umsteiger empfangen

Hegele fasste den Planungsstand fürs Sendener Gremium zusammen. Als Resultat der Analysen zur räumlichen Situation und der erwarteten Frequentierung regte er neben den zusätzlichen Stellplätzen an, dass der geplante Fußgängersteg näher an den Busbahnhof heranrücken solle. Das sei für die Zug-Bus-Taktung von Vorteil. Der Busbahnhof selbst sei in jetziger Form zukunftsfähig, brauche aber einen Bussteig mehr. Umsteiger vom Bus zur Bahn hätten aber einen relativ langen Weg zurückzulegen, erklärte er außerdem, zumal der barrierefreie Zugang über den geplanten Steg per Aufzug nicht ganz ideal sei. Die Experten rechnen mit einem Zuwachs an Fahrgästen von derzeit rund 1400 Ein- und Ausstiegen auf 2400 im Jahr 2025. Es sei schade, dass für die Innenstadt bisher kein Parkkonzept vorliege, sagte Thomas Hegele.

Von einem Parkplatz beim Landgrabenweg, wie früher angedacht, sehe man mittlerweile ab, erklärte Rathauschefin Claudia Schäfer-Rudolf. Es bestehe die Gefahr, dass der Verkehr in die schmale Wohnstraße ziehe. „Was nicht passieren darf, ist, dass wir die Parkerei in den umliegenden Wohnstraßen haben“, sagte sie. Daher sei es wichtig, sich eingehend mit den Möglichkeiten zu beschäftigen. Sie berichtete außerdem, dass die Bahn ihren Umbau des Bahnhofs im Jahr 2023 beenden werde. Ob die Arbeiten an Bahnhof und Umfeld gleichzeitig erfolgen können, lasse sich noch nicht sagen, so Hegele, das hänge auch davon ab, für welche Gestaltung sich die Stadt im Lauf des Verfahrens entscheidet.

Viele Räte kritisieren, dass der Stadtrat erst jetzt über die Parkflächen spricht

Mehrere Räte kritisierten, dass sich der Stadtrat erst jetzt wieder mit dem Bahnhofsumfeld befasste. „Warum hat das ein Jahr gedauert?“, fragte Theo Walder (CSU). „Was ist in der ganzen Zeit passiert?“, wollte Fraktionskollege Primus Schmid wissen. Am Verfahrenssteuerer habe es nicht gelegen, sagte Schäfer-Rudolf, „die Vorgaben müssen schon vom Rathaus kommen“. Insgesamt sei die Situation „unbefriedigend“, da man dem ursprünglichen Zeitplan nun ein Jahr hinterherhinke, aber die nun Verantwortlichen „haben das jetzt intensiv vorangetrieben“.

Rückwärtsgewandtheit bringe nichts, meinte Xaver Merk (Die Linke). Wichtig sei ein funktionierendes Buskonzept, um das Parkproblem gering zu halten. Den Steg näher an die Busse zu holen sei nicht möglich, glaubt Edwin Petruch (CFW/FWG). Es sei klar, dass der Steg ein Kompromiss sei, meinte Georg Schneider für die SPD.

Eine Entscheidung zum Parkhaus steht noch aus

Zu entscheiden gab es am Dienstag in der Sache aber noch nichts. Zunächst werden die Ergebnisse in die weiteren Pläne eingearbeitet und das Vorgehen mit übergeordneten Behörden abgestimmt. Im kommenden Oktober soll ein öffentlicher Teilnahmewettbewerb von Planungsbüros starten. Die Entwürfe der Bewerber werden im April 2021 bewertet.


Lesen Sie hier mehr aus Senden:
Die Müllcontainer in Senden kommen weg
Baustelle bereitet Sendener Händlern große Sorgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren