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Umwelt

20.08.2018

Eine Weide für Wildbienen

Die Gelbbindige Furchenbiene, Wildbiene des Jahres 2018, profitiert von den Blumen auf der Wildbienenweide in Obergailingen.
Foto: Hans Schwenninger

Ein Projekt von Forschern und Ingenieuren soll den Insekten helfen und gleichzeitig die Landwirtschaft unterstützen. Was die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz dazu sagt

Die Wildbienenarten in Deutschland zu erhalten ist das Ziel des Projekts „BienABest“. Gemeinsam wollen Wissenschaftler der Uni Ulm und der Verein deutscher Ingenieure die Nahrungs- und Nisthabitate der gefährdeten Wildbienenarten optimieren und so den Bestand langfristig sichern. Professor Manfred Ayasse vom Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik leitet das Team der Forscher. An 20 Standorten in ganz Deutschland werden „Wildbienenweiden“ aus heimischen Wildkräutern und Kulturpflanzen angelegt sowie Nisthügel geschaffen.

Die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), Professorin Beate Jessel, hat sich nun bei einem Besuch in Obergailingen (Landkreis Konstanz) über den Fortschritt des Projekts informiert. Auf den im Oktober 2017 mit speziellen Saatmischungen angelegten drei Wildbienenweiden sind erste Erfolge sichtbar. „Unsere Auswertungen zeigen, dass auch seltene Bienenarten dieses Nahrungsangebot nutzen“, sagt Projektkoordinator Hans Schwenninger von der Uni Ulm. Ein Beispiel dafür sie die Gelbbindige Furchenbiene – die Wildbiene des Jahres 2018. Sie profitiere auf der Wildbienenweide unter anderem von der Flockenblume.

Neben dem „BienABest“-Standort in Obergailingen besuchte Professorin Beate Jessel auch einen Obsthof in Bermatingen-Ahausen (Bodenseekreis). Im Zuge eines Praxisprogramms der Uni Hohenheim wurden hier Blühstreifen angelegt, die Insekten anlocken. Von diesen Bestäubern profitiert der Hof bei der Apfelernte. „Naturschutz und Landwirtschaft sind gemeinsam gefragt, wenn es darum geht, in der Agrarlandschaft ganz gezielt für Insekten Räume zu schaffen, in denen sie sowohl Nahrung als auch Nistgelegenheiten und Lebensraum finden“, fasste BfN-Präsidentin Professorin Beate Jessel am Ende ihrer Tour zusammen.

Die Abkürzung „BienABest“ steht für „Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft“. Das Projekt der Uni Ulm und des Vereins deutscher Ingenieure läuft über sechs Jahre und wird mit insgesamt 2,6 Millionen Euro gefördert. (az)

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