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Neu-Ulm

15.01.2020

Freude über sanierte Stadtpfarrkirche St. Johann Baptist

Nach der Sanierung wirkt der Innenraum der Stadtpfarrkirche St. Johann Baptist in Neu-Ulm viel heller als zuvor. Das gefällt auch den Gottesdienstbesuchern, wie Stadtpfarrer Karl Klein berichtet.
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Nach der Sanierung wirkt der Innenraum der Stadtpfarrkirche St. Johann Baptist in Neu-Ulm viel heller als zuvor. Das gefällt auch den Gottesdienstbesuchern, wie Stadtpfarrer Karl Klein berichtet.
Bild: Alexander Kaya

Plus Nach knapp vier Jahren voller Bauarbeiten wird St. Johann Baptist in Neu-Ulm am Sonntag offiziell wiedereröffnet. Es gibt ein Festprogramm – und Neuigkeiten.

Wer die Neu-Ulmer Stadtpfarrkirche betritt, dem wird die Veränderung sofort auffallen: Die ehemals rußverschmutzten Wände und das Gewölbe erstrahlen in frischem Weiß – und die neuen Lampen erzeugen je nach Einstellung vollkommen unterschiedliche Lichtstimmungen. Knapp vier Jahre lang wurde St. Johann Baptist aufwendig saniert, ein Jahr lang war die Kirche geschlossen. Der erste Gottesdienst nach der Renovierung fand mit der Kindermette an Heiligabend bereits im vergangenen Jahr statt. Die offizielle Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche wird nun am kommenden Sonntag, 19. Januar, groß gefeiert – unter anderem mit einem Festgottesdienst und Führungen.

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Bei den Kirchen- und Gottesdienstbesuchen kommt die frisch renovierte Kirche sehr gut an, wie Stadtpfarrer Karl Klein auf Nachfrage unserer Redaktion berichtet. „Bis jetzt habe ich eigentlich ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen.“ Die Besucher seien ganz begeistert davon, wie hell es nun im Gotteshaus sei. Natürlich muss man an einigen Stellen noch etwas nachjustieren, so Klein, beispielsweise wie der Ton am besten eingestellt wird oder welche Lichteinstellung zu welchem Anlass am besten gewählt wird. Auch Klein persönlich hält das Ergebnis der Sanierung für rundum gelungen: Die Kirche sei „ein ganz toller Ort“, den er nicht nur gerne zum Gottesdienst, sondern auch zur stillen Andacht besuche. Apropos Gottesdienst – auch hier gibt es laut Klein eine positive Entwicklung: Ihm falle auf, dass spürbar mehr Leute zum Gottesdienst kommen, seitdem dieser auch wieder in der Stadtpfarrkirche stattfinde.

Neu-Ulmer Stadtpfarrkirche hat ein neues Lichtkonzept

Nicht nur Stadtpfarrer Klein, auch der zuständige Architekt Wolfang Heisler zieht ein positives Fazit zu den langjährigen Arbeiten: „Für mich war das Projekt sehr bereichernd“, sagt er. Für die Lichtplaner sei die Konzeption eine Herausforderung gewesen, und auch für die Handwerker seien solche Arbeiten nicht der Standard. Bei den aufgetauchten Kreuzwegstationen von 1926 – Reliefs aus Terrakotta – haben sich mittlerweile Neuigkeiten ergeben, erzählt Heisler. Wie berichtet, hatte sich ein Bürger gemeldet, in dessen Familienbesitz sich insgesamt fünf der früheren Kreuzwegstationen von 1926 – Reliefs aus Terrakotte – befinden. Eigentlich war nicht geplant gewesen, diese mit den Kreuzwegstationen aus dem Jahr 1950 zu vermischen und beide Versionen an den Wänden der Seitenschiffe in der Stadtpfarrkirche aufzuhängen. Jetzt aber soll – mit Zustimmung seitens des Denkmalamts und der Diözese – genau das passieren, denn: „Als wir die Reliefs nebeneinander gelegt haben, zeigte sich, dass sie sich von der Art und Größe sehr ähnlich sind“, erklärt Heisler. Die Werke aus dem Jahr 1950, die von Ludwig Ade gefertigt wurden, waren wohl Nachbildungen der früheren Exemplare.

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Zeitweise waren die Arbeiten dem dem Gotteshaus ziemlich spektakulär: So wurden vor knapp zweieinhalb Jahren an einigen Stellen die äußeren Steine aus der Fassade entfernt und in dem darunter liegenden Asphalt Löcher gebohrt. Durch diese Löcher wurden anschließend lange Gewindestangen geschoben und das Ganze vermörtelt, um dem rissigen Fundament des Gebäudes wieder Stabilität zu gebe. Im November vergangenen Jahres erhielt dann die neue, etwa sechs Tonnen schwere Christusfigur ihren Platz in der Kreuzigungsgruppe auf dem Gotteshauses ein. Ihr Vorgänger war ziemlich marode und musste aus Sicherheitsgründen ersetzt werden.

Insgesamt 4,2 Millionen Euro hat die Sanierung von St. Johann Baptist gekostet

Im Inneren des Sakralbaus hat sich ebenfalls eine Wandlung vollzogen: Es gibt ein neues, ausgeklügeltes Lichtkonzept mit passenden Leuchten, die rußverschmutzten Wände, Pfeiler und das Gewölbe wurden mit einem speziellen Latex-Wasser-Gemisch gereinigt, zudem wurde die Heizung ausgetauscht. Am Dach der Auferstehungskapelle wurde die ursprüngliche Form der Dachdeckung rekonstruiert, am Seitenschiff des Hauptdachs ebenfalls zahlreiche neue Ziegel gesetzt und die hölzerne Dachkonstruktion repariert. Rund 4,2 Millionen Euro hat die Generalüberholung insgesamt gekostet. Mit rund 400.000 Euro wurde die Kirchengemeinde dabei von der Julius-Rohm-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt.

Die Wiedereröffnung von St. Johann Baptist wird am Sonntag, 19. Januar, gefeiert. Los geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst mit dem Diözesanadministrator Prälat Bertram Meier, um 11.30 Uhr folgt ein Empfang. Um 12.15 Uhr startet eine kurze Führung durch die Kirche, die bis maximale 13 Uhr dauern soll. Um 17 Uhr gibt es ebenfalls eine kurze Führung – und da es dann dunkel genug ist, wird auch das neue Lichtkonzept im Gotteshaus präsentiert. Um 17.45 Uhr gibt es meditative Musik, um 18 Uhr endet das große Festprogramm mit einem Taizé-Gebet.

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