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Ulm

02.07.2014

Galerie im Grünen

Es ist fasst geschafft: Kurator Frank Raendchen (rechts) und Gärtnermeister Peter Zindel freuen sich auf den Skulpturensommer. Das hier zu sehende Freiluftwohnzimmer schuf eine Studentengruppe um Tobias Gerum.
Bild: Marcus Golling

Am Samstag startet der zweite Skulpturensommer im Botanischen Garten. Die Veranstaltung ist auch ein Plädoyer für den Erhalt einer bedrohten Institution.

Aus den Blumenbeeten wachsen weiße Pilze mannshoch in die Höhe. Aus einer Pyramide aus gelben Haushaltseimern klingt das emsige Brummen fleißiger Insekten. Und in einem Freiluftwohnzimmer lädt ein Sofa aus Gras zum Verweilen ein. Der Skulpturensommer im Botanischen Garten stellt nicht nur Kunst neben Pflanzen, sondern schafft eine Verbindung zwischen der grünenden Natur und der kreativen Arbeit von Künstlern. Am Samstag, 5. Juli, wird die zweite Ausgabe der 2012 begründeten Veranstaltung eröffnet.

Für den Skulpturensommer hat die Jury um Kurator Frank Raendchen, Leiter des Campusateliers am Musischen Zentrum (Muz) der Universität Ulm, aus 162 Bewerbungen 29 Skulpturen ausgewählt. „Wir haben die unterschiedlichsten skulpturalen Ansätze“, sagt Raendchen – Stein- und Holzbildhauerei, Land Art und Klanginstallationen. Neben etablierten Künstlern sind beim Skulpturensommer auch Studenten und Unimitarbeiter aus dem Campusatelier vertreten, deren Beiträge sich keiner Jury-Vorauswahl stellen mussten. Darunter etwa ein „Traumbett“, das unter und um einen Baum herum zum Dösen verführen will. Was die unterschiedlichen Positionen verbindet, ist die Zwiesprache mit der Umgebung – das Kuratorenteam hatte Raendchen zufolge schon bei der Ausschreibung den Fokus auf die Raumbezogenheit gelegt.

Einige der Arbeiten sind schon jetzt fertig, anderswo im Botanischen Garten wird noch gewerkelt und gebuddelt. Und manche Skulpturen werden erst kurz vor der Eröffnung angeliefert. Dank finanzieller Unterstützung, unter anderem durch das Land Baden-Württemberg und die Universität, konnten die Organisatoren den Künstlern erstmals Zuschüsse für Fahrtkosten bezahlen. „Dadurch konnten wir auch einige große Skulpturen bekommen“, freut sich Raendchen, der einige der Arbeiten persönlich mit dem Anhänger abholte. Auch das Team des Botanischen Gartens um Gärtnermeister Peter Zindel legte selbst Hand ab und half unter anderem beim Legen der Fundamente für einige Objekte.

Das Konzept des Skulpturensommers sieht Raendchen auf einem guten Weg. Und doch plagen ihn und Christine Söffing, Leiterin des Musisches Zentrums, derzeit die Sorgen. Denn die Einrichtung, an der es künstlerische und musikalische Angebote für Studenten und Uni-Mitarbeiter gibt, ist von der Schließung bedroht. Grund ist die in Baden-Württemberg 2013 wieder eingeführte verfasste Studierendenschaft. In deren Hände werden seitdem alle Uni-Einrichtungen übergeben, die nicht der eigentlichen Ausbildung dienen – neben dem Hochschulsport fallen darunter auch musische Angebote. Die Studierendenschaft müsste für diese dann auch alle Personal- und Sachkosten übernehmen. Das besondere Problem des Muz: Die Verträge mit den Mitarbeitern laufen nur noch bis zum Jahresende. Wie es dann weitergeht, ist unklar. Der Skulpturensommer soll, so wünscht es Bildhauer Raendchen, auch ein Plädoyer für den Fortbestand des Muz sein, das Universitätspräsident Karl Joachim Ebeling immerhin erst kürzlich als „erfolgreiche und bei den Studierenden beliebte Einrichtung“ lobte.

(Eröffnung am Samstag, 5. Juli, um 18 Uhr am Pavillon des Apothekergartens. Der Skulpturensommer läuft bis Oktober. Parallel sind in der Ulmer Griesbad-Galerie, Seelengraben 31, bis 6. September kleinere Arbeiten und Entwurfszeichnungen eines Großteils der beteiligten Künstler zu sehen. Vernissage ist am Sonntag, 6. Juli, 11 Uhr.)

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