Newsticker

Lokale Ausnahmen von der Maskenpflicht für Grundschüler müssen in Bayern genehmigt werden
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Hickhack um Hackschnitzel

Holzheim

24.05.2015

Hickhack um Hackschnitzel

Die 30 Jahre alte Heizung der Holzheimer Grundschule (Bild) soll durch eine Öl-Brennwert-Anlage ersetzt werden.
Bild: Willi Baur

Holzheim erneuert Heizung der Schule. Statt regenerativer Energien setzt man auf Öl

Zufall oder Maßarbeit? Kürzlich hat der Gemeinderat über eine neue Heizung für das Schulgebäude beraten, nur wenige Tage zuvor hatte einer der beiden Heizkessel den Betrieb eingestellt. Nicht völlig überraschend: Einer ist 30, einer 28 Jahre alt. Jetzt hat sich das Gremium mit großer Mehrheit für eine Ersatzlösung ausgesprochen.

Dabei entschied sich der Gemeinderat nach einer lebhaften Diskussion mit einer Gegenstimme für eine Öl-Brennwert-Anlage, die rund 50000 Euro kosten soll. Gleichzeitig soll die ebenfalls veraltete Steuerungsanlage für Schule und Kindergarten sowie die benachbarte Sporthalle erneuert werden. Hierfür sind weitere rund 40000 Euro vorgesehen.

Eben für diese Lösung hatte die Bauamtsleiterin Julia Jedelhauser, nach einer Bestandsaufnahme durch ein Weißenhorner Planungsbüro plädiert. Allein Gemeinderat Martin Volk (SPD/UWH) mochte dem Vorschlag nicht folgen. „Ich vermisse in den Unterlagen fundierte Fakten und Zahlen für Alternativlösungen“, bemängelte er. Speziell die Verwendung regenerativer Energieträger sei in den Papieren nur mit „schwammigen Formulierungen“ verworfen worden. Dabei sollten diese bei dem im Herbst des Vorjahres festgelegten Verfahren zur Entscheidungsfindung ausdrücklich einbezogen werden. „Das Personal für den Klimaschutz ist uns 10000 Euro wert, aber wenn es darum geht, sollen wir mit solchen Unterlagen entscheiden“, kritisierte Martin Volk und forderte detailliertere Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Dem widersprachen Jedelhauser und Bürgermeisterin Ursula Brauchle vehement. Die Zahlen seien eindeutig, zumindest die Kosten einer Pelletsheizung ziemlich präzise ermittelt worden. Die Investitionen dafür wären 66000 Euro höher, eine Amortisation durch geringere Betriebskosten fragwürdig. Noch deutlich teurer sei eine Hackschnitzelanlage, überdies mit umfangreichen Umbauten verbunden. „Und wir wollen den erst kürzlich angelegten Schulgarten nicht schon wieder aufbaggern“, sagte Brauchle.

„Die technische Entwicklung in diesem Bereich vollzieht sich enorm schnell“, so Bauamtsleiterin Jedelhauser, „wir müssen diese Heizung sicher keine 20 Jahre betreiben“. Hermann Wiora und verschiedene Ratsmitglieder griffen diesen Aspekt auf und machten in der Debatte deutlich: „Schon in zehn bis 15 Jahren gibt es vermutlich ganz neue und vor allem energiesparende Technologien.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren