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28.01.2010

Islam-Verein: Schülerwohnheim geplant

Senden Der Islamische Kulturverein in Senden plant in einem Kulturzentrum die Einrichtung eines Schülerwohnheims. Weil das Gebäude dem in Köln ansässigen Verband des Islamischen Kulturzentrums (VIKZ) gehört, ist das Vorhaben zumindest für Stadtrat Helmut Meisel (Grüne) sehr umstritten. "Da müssen die Alarmglocken schrillen", sagte er gestern gegenüber der Neu-Ulmer Zeitung. Meisel befürchtet, dass entgegen anderslautender Beteuerungen den Kindern die islamischen Lehren eingebläut werden. "Das ist eine Abkehr von der modernen Gesellschaft, ein Rückschritt ins Mittelalter", sagt Meisel, der selbst mit einer Türkin verheiratet ist, die Mutter der Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz. Der Lehrer an der Engelhartschule spricht auch für die Schulleitung. Sie betrachte die Entwicklung mit Sorge, auch was das Tragen von Kopftüchern angeht. Der Bauausschuss hat, wie berichtet, den Antrag des Islamischen Kulturzentrums zum Ausbau seines Domizils vorerst abgelehnt, wegen baulichen Mängeln.

"Die Stadträte haben sehr wenig Vertrauen", bedauert Vorstandsmitglied Yusuf Aktas vom Islamischen Kulturverein. Die Begegnungen liefen sehr schleppend und oft gebe es auch Missverständnisse. "Unsere Tür ist jederzeit offen." Sechs Schlafräume mit insgesamt 24 Betten sollen im Dachgeschoss der ehemaligen Herrnmühle entstehen. Dort hat der Verein vor etlichen Jahren sein Zentrum samt Moschee eingerichtet. Nach seinen Worten ist kein Internat geplant. Vielmehr handelt es sich, wie Aktas erklärt, um ein Schülerwohnheim, das in dem Gebäude beherbergt werden soll. Zwischen 20 und 30 Kinder, wie die NUZ erfahren hat ausschließlich Mädchen, sollen dort in den Ferien und an den Wochenenden unterkommen. Dort werde ihnen der islamische Glaube näher gebracht, so Aktas, und Nachhilfe angeboten. Die Kinder kämen aus der näheren und weiteren Umgebung und würden durch eigene Pädagogen geschult.

"Wir sind in dem Gebäude nur Mieter. Es gehört unserer Dachorganisation, dem Verband der Islamischen Kulturzentren in Köln ", berichtet Aktas und ergänzt: "Aus diesem Verband sind wir 2005/2006 ausgetreten und seitdem inhaltlich selbst verantwortlich."

Umbaukosten bei einer Viertelmillion

Die Kosten des Umbaus bezifferte er auf etwa eine Viertelmillion Euro. Alles werde aus Spenden finanziert. Aktas kündigte an, dass die Architekten in Köln die Pläne überarbeiten und dem Bauausschuss erneut vorlegen werden. "Die Verzögerung schadet den Kindern nur", kritisierte er die Haltung des Gremiums. Schließlich würde den Schülern auch Disziplin beigebracht. Davon profitiere die Gesellschaft.

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