1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Kindermusical: Pirat und Prinzessin auf Schatzsuche

Senden

09.04.2019

Kindermusical: Pirat und Prinzessin auf Schatzsuche

Die Piraten sind auf der Suche nach einem Schatz auf der 1-2-3-Insel. Hilfe bekommt Käpt’n Danton (Sami Gahm) von der entführten Prinzessin (Lilly Glogger), die im Gegensatz zu ihm lesen kann.
Bild: Dagmar Hub

Die Musikvereinigung Senden-Ay-Oberkirchberg zeigt eine witzige Geschichte – mit überraschenden Momenten.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Das muss auch Piratenschiffkapitän Danton bitter erkennen – ohne die Lesekünste der von ihm entführten Prinzessin Filomena wäre er schlicht aufgeschmissen. Und seine Piraten sind sowieso ganz anders und verbergen ihre Geheimnisse unter der harten Schale des Freibeuters: „Das geheime Leben der Piraten“ heißt ein 2010 von Andreas Schmittberger komponiertes Musical, das die Kindermusicalgruppe der Musikvereinigung Senden-Ay-Oberkirchberg in der vollen Festhalle Ay mit viel Spielfreude und unter großem Beifall aufführte.

Kamila Markows liebevoll gestaltetes Bühnenbild versetzt die Fantasie der Zuschauer auf das Piratenschiff „Esmeralda“. Der einarmige Käpt´n Danton (Sami Gahm) befehligt seine Mannschaft mit Enterhaken und französischem Akzent. „Imbecile!“ ist sein Lieblingswort, was so viel wie „idiotisch“ oder „Volltrottel“ bedeutet. Doch so clever ist der Kapitän selbst nicht, das führen ihm die entführte Prinzessin (Lilly Glogger), ihre schlagkräftige Gouvernante Donna Dolores mit dem Kochlöffel (Claire Markow) und aus seiner Mannschaft der mutige Haihappen-Joe (Milla Bayer) mit dem Holzbein vor.

Den Piraten ist auf dem Schiff langweilig

Doch zunächst herrscht Meuterei-Stimmung auf der „Esmeralda“. Langweilig ist es den Piraten, und die Vorschläge des Kapitäns, Mensch-ärgere-dich-nicht oder Monopoly zu spielen, kommen nicht gut an. Da dümpelt eine Flaschenpost am Piratenschiff vorbei, und – wie es so sein muss – in der Flasche ist eine Schatzkarte verborgen, die (wenn man lesen kann) auf die Insel 1-2-3 führt. Zum Schatz gelangt man über einen Fluss, vorbei an zwei Vulkanen und drei Palmen.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Die Musiker der Band der Musikvereinigung Senden-Ay-Oberkirchberg sind in die Aufführung so eingebettet, dass sie – etwa wenn der Piratenkapitän seine überraschende Musikalität beweist und mit links Flöte spielt – Teil der Rollen werden können. Die Musik der einprägsamen Songs ist eine vielfältige, bunte Mischung. Die Aufführung lebt aber auch vom Sprachwitz der Texte und der Idee, dass die Piraten so gar keine harten Männer sind. Der einäugige Spanier (Emma Krusche) zum Beispiel wäre viel lieber Einzelhandelskaufmann geworden.

Auch wenn die Piraten sich den beiden weiblichen Wesen mächtig überlegen fühlen und singen, dass nur mit auf Kaperfahrt darf, wer einen Bart im Gesicht hat: Filomena und Donna Dolores haben zwar keine (aufgemalten) Barthaare, aber Haare auf den Zähnen.

Das Ende ist überraschend: Nicht ein banaler Schatz wartet auf der Insel – sondern ein Plattenvertrag für die Piratenschiffbesatzung. Da gibt es genug zu tun für alle.

Mehr aus Senden lesen Sie hier:

Polizei gehen keine getunten Autos ins Netz

Eine Feuerwehr und 64 Brände

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren