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Revue

01.04.2011

Kniefall vor James Brown & Co.

Sweet Soul Music Revue im Roxy: Saxer Sir Waldo Weathers streift Sänger Jimmy James den King-Mantel über.
Bild: Foto: roma

„Sweet Soul Music“ begeistert als Hommage an die große Zeit von Funk und Soul rund 400 Fans im – leider bestuhlten – Roxy

Ulm Der Soul wird zur Ikone, wenn Godfather James Brown von der Videoleinwand lächelt. Doch der Soul ist der glühende Schmelztiegel, wenn diese Truppe auf der Bühne explodiert: „Der Schlüssel zum Soul ist das Gefühl“, sagt „Soulfinger“-Gründer und Saxofonist Klaus Grassmann. Er ist der Erfinder der „Sweet Soul Music Revue“, die im Roxy mit einer fulminanten Nostalgieshow das Publikum von den Sitzen riss.

In den Fußstapfen der Soul-Titanen

Moderator und Ray-Charles-Double Ron Williams lenkt die knapp 400 Funk-Fans mit Pfiff und amerikanischem Charme durch die Hitze der Nacht. Die Fußstapfen der Soul-Titanen James Brown, Etta James oder Wilson Pickett qualmen in dieser vielköpfigen Hommage, die schlicht vergessen lässt, dass da eigentlich nur eine Coverband auf der Bühne die aufmüpfige Seele Schwarz-Amerikas der 60er und 70er Jahre beschwört. Doch die Revue-Band Soulfinger besticht mit feurigen Bläsersätzen, nagelndem Rhythmus und sattem Hammondsound („Wolfman“ Kunschner).

Kniefall vor James Brown & Co.

Dazu kommen erstklassige Gesangssolisten, die vom Klassiker-Original kaum zu unterscheiden sind. „Tess“ Marites Dabasol-Smith von den Philippinen ist so eine Dynamitstange, bei der die junge Tina Turner wundersame Auferstehung feiert. „Proud Mary“ flutscht nach soulmagischem Intro zur absolut mitreißenden Imitation. Eher auf parodistische Einlagen steht Harriet Lewis aus Philadelphia mit platinblonder Perücke und Wackelpo bei Etta James berüchtigtem „Tell Mama“.

Doch wenn sie „Now, my lonely days are over“ in der hyperaktiven Ballade stemmt, sind ihre rollenden Augen wie in einem feuchten Firnis- Schleier abgetaucht. Und „Living in America“, den James-Brown-Hit aus dem Jahr 1985, stemmt Jimmy James, der 72-jährige Sänger aus New York mit Inbrunst und Expressiv-Vokabular: „Common“. Klar doch. „I feel good“. Der Lack ist noch nicht ab – bei dieser mitreißenden Super-Cover-Truppe, die die Menschen glücklich macht. Denen wäre eine stuhlfreie Halle zum Abtanzen vergönnt gewesen.

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