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Wissenschaft

14.10.2008

Mehr Frauen in die Spitzenforschung

Die erste Professorin an der Universität Ulm war Gudrun Kalmbach. 1975 wurde die Mathematikerin zur Professorin ernannt. Heute ist jede zehnte Professur von einer Frau besetzt. Für Frau Professor Franziska Lamott, Gleichstellungsbeauftragte der Universität, ist das noch immer zu wenig.

"Wenn Sie den Professorinnenanteil der Medizinischen Fakultät herausrechnen, bleiben von den 12,6 Prozent Professorinnen an der Universität Ulm nur 6,2 Prozent übrig." Besonders schlecht sieht es in der Informatik, den Ingenieurwissenschaften und der Physik aus, hier liegt der Anteil an Studentinnen ohnehin nur bei 15 Prozent. Ein weiteres Manko ist laut Professor Lamott, "dass bei den höchstdotierten Professuren mit Leitungsfunktion, also bei jenen mit eigenem Institut und Lehrstuhl, die Männer noch meist unter sich sind."

Die Universität hat sich mit einem detaillierten Gleichstellungskonzept am Wettbewerb um das Professorinnen-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligt und bekam den Zuschlag. Jetzt kann die Universität Anträge auf Förderung stellen. Falls die Universität im Rahmen des Programms eine "Regelprofessur" mit einer Frau besetzen kann, erhält sie 75 000 Euro für Gleichstellungsmaßnahmen. Besonders interessant ist die Förderung, wenn eine "vorgezogene Professur" mit einer Wissenschaftlerin besetzt wird. Dann werden der Universität mit einer Laufzeit von fünf Jahren 150 000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt. Professor Lamott betont, dass die Universität Ulm bis 2012 mindestens 17 Prozent Professorinnen erreichen will.

Gleichzeitig arbeitet die Hochschule an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Universität und Universitätsklinikum haben sich einem Auditierungsprozess zur "familiengerechten" Institution unterzogen und zahlreiche Maßnahmen konzipiert: Studierende mit Kindern, Mütter wie Väter, sollen künftig in Teilzeit studieren können. Teilzeit-Professuren sollen ermöglicht werden. Bereits seit Jahren fördert die Universität im "Dual Career Programm" erfolgreich die Karriere von Paaren.

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Die Hochschule will die Betreuungsplätze für Kinder ausbauen und für lange Öffnungszeiten und mehr Ferienbetreuung sorgen. Das Mentoring-Programm, in dem Wissenschaftlerinnen ihre Erfahrungen an Studentinnen weitergeben, will die Universität ausweiten. Um Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Studierende für Gleichstellungsfragen zu sensibilisieren, findet ab November eine Vorlesungsreihe zum Thema "Männer, Frauen & Wissenschaft. Gleichstellungspolitik in der Praxis" statt.

Auch die Hochschule Neu-Ulm fördert Frauen: Die Hochschule wurde bereits von der Hertie-Stiftung als "familienfreundlich" zertifiziert. Derzeit erstellt die Hochschule ein Gleichstellungskonzept, um sich im Februar 2009 für das bundesweite Professorinnen-Programm zu bewerben.

Noch vor Weihnachten eröffnet die "Kinderinsel" im Albertinum beim Dietrich-Theater mit Betreuungsplätzen für 28 Kinder jeden Alters.

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