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Musik

30.03.2015

Mit Pauken und Trompeten

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn gastierte beim 4. Ulmer Konzert zusammen mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor im Kornhaus.
Bild: Roland Mayer

Klassik und Moderne: Heilbronner Kammerorchester im Kornhaus

Persönlich kennenlernen konnte das Ulmer Publikum den estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür bereits vor wenigen Monaten bei einem Gesprächskonzert mit dem Prezioso String Quartet im Stadthaus. Jetzt war seine Komposition „Flamma for Strings“ Teil des 4. Ulmer Konzerts des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn im Kornhaus: Ein Leckerbissen für die Freunde der klassischen Musik mit Gegenwarts-Kick.

Dafür sorgte der Freiburger Gastdirigent Gottfried von der Goltz mit den kristallinen Schwellklängen des Grammy dekorierten Estnischen Philharmonischen Kammerchors auch in Arvo Pärts Vertonung eines Textes des Heiligen Siluan von Athos. Dieses Klagelied (Adams über den Verlust des Paradieses) für vierstimmigen gemischten Chor und Streichorchester von 2009 hat Tüürs 24 Jahre älterer Landsmann zwischen gregorianischen Salven und romantischer Klangentfaltung modelliert. Schwerblütige Schreitklänge, die chorisch an Carl Orff erinnern, mengen sich mit einer zarten Primgeige, aus der die Sopranstimmen schöpfen.

Unter dem kerzengeraden, tempogeladenen Dirigat des gebürtigen Würzburgers und Freiburger Violinprofessor, der sich eigentlich als Leiter des Freiburger Barockorchesters einen Namen machte, erlebt das Publikum Joseph Haydns „Nelson-Messe“ als fulminanten Konzertausklang. Das um Pauken und Trompeten inklusive Orgelpositiv erweiterte Württembergische Kammerorchester Heilbronn hinterlässt von den dramatischen Schmetterklängen des „Kyrie“ bis zu den Temposchüben des „Dona nobis Pacem“ einen exzellenten Eindruck. Und der Avantgarde geschulte Chor aus dem Baltikum stellt mit seinen zwei Dutzend Sängern seine Extraklasse zwischen „Licht und Finsternis“ unter Beweis. Neben drei kongenialen Gesangssolisten (Mezzosopranistin Sibylla Maria Müller, Tenor Daniel Kluge und Bassist Andreas Hörl) glückt der 30-jährigen Hanna-Elisabeth Müller von der Bayerischen Staatsoper eine überragende Sopranpartie. Die gebürtige Mannheimerin singt an der Münchner Staatsoper und ist die Entdeckung der Salzburger Festspiele 2014. Ihr sanft geschliffener Sopran katapultiert sich in die Dynamik des Chorensembles zur mitreißenden Stimmpracht, addiert sich aber auch integrativ zum solistischen Homogen-Quartett: Ein aus dem übergreifenden Motto „Gesang der Liebe“ gediehenes Ausnahmekonzert, das die Zuhörerschaft auch mit den eruptiven Klangmodulen dieser sechs Jahre jungen Streicherkomposition von Tüür („Flamma for Strings“) in seinen Bann ziehen konnte.

der „Ulmer Konzerte“ unter dem Thema „Mit Augenzwinkern“ am Donnerstag, 7. Mai, 19.30 Uhr mit dem Bratscher Nils Mönkemeyer. Tickets bei SWU traffiti im Service Center Neue Mitte, Telefon 0731/1662177.

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